Quecksilber im Thunfisch

04. Februar 2015 11:57; Akt: 04.02.2015 11:57 Print

Mit dem Sushi rückt der Tod ein Stückchen näher

Da dürfte den meisten wohl der Appetit vergehen: Die Thunfische im Pazifik sind zunehmend mit Quecksilber kontaminiert. Das hat Folgen für den Menschen.

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In den Ozeanen gibt es immer mehr Quecksilber. Erst kürzlich hatten Forscher vom Ozeanischen Institut Woods Hole in den USA berichtet, dass sich die Menge des Schwermetalls seit der industriellen Revolution mehr als verdreifacht hat.

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Dass deswegen auch die Fische in den betroffenen Gebieten erhöhte Quecksilberwerte aufweisen, wurde bislang nur vermutet. Jetzt liefern Wissenschaftler für den Gelbflossen-Thunfisch aus dem Pazifik den Nachweis, wie sie im Fachjournal «Environmental Toxicology and Chemistry» berichten. Dieser gilt als wichtiger Speisefisch. Er wird sowohl in Dosen als auch roh für Sushi und gegrillten Thunfisch verkauft.

Deutlicher Anstieg

In der Studie verglich das Team um Paul Drevnick von der University of Michigan die Quecksilberwerte einer Thunfisch-Population in der Nähe von Hawaii aus den Jahren 1971, 1998 und 2008.

Dabei zeigte sich, dass sich die Schwermetallbelastung der Tiere zwischen 1987 und 1998 so gut wie kaum verändert hat. Danach jedoch stieg die Belastung des Thunfischs deutlich – um rund 3,8 Prozent pro Jahr – an. «Das bedeutet, dass sich die Quecksilberwerte im Thunfisch sehr wohl parallel mit den steigenden Quecksilberwerten im Ozean erhöhen», so Drevnick in einer Mitteilung.

Änderung der Praxis dringend notwendig

Nach Ansicht der Forscher zeigen die Ergebnisse deutlich, dass mehr gegen die Emissionen von Quecksilber in die Atmosphäre unternommen werden muss. Hauptquelle dieser Kontamination sind Quecksilberdämpfe, die bei der Verbrennung von Kohle, bei Bränden auf Mülldeponien oder bei der Zementherstellung freiwerden.

Eine Änderung der aktuellen Praxis käme auch den Menschen zugute. Denn über die Nahrungskette gelangt das Schwermetall in Form von sogenanntem Methylquecksilber in den menschlichen Blutkreislauf. Wenn es über längere Zeit aufgenommen wird, kann es zu einer Quecksilbervergiftung kommen, bei der vor allem das zentrale Nervensystem geschädigt wird (siehe Box).

Deshalb empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO, pro Tag nicht mehr als 2,4 Mikrogramm Methylquecksilber zu sich zu nehmen. Deshalb sollte Meeresfisch nur hin und wieder verzehrt werden.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mensch am 04.02.2015 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja!

    Mit jedem Tag rückt der Tod ein Stückchen näher... nicht?!!

    einklappen einklappen
  • Jack Pott am 04.02.2015 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Sushi gut

    Wir Menschen sind schon tausend Tode gestorben vor so viel schlechtem Essen. Und wir leben immer noch.

    einklappen einklappen
  • Krit ik am 04.02.2015 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Immer diese Uebertreibungen

    Es gab vor vielen Jahren einmal eine Studie über Assugrin, welches als krebserregend eingestuft wurde. Ein an dieser Stelle nicht genanntes US-Unternehmen, welches die Rohstoffe dazu lieferte, führte die Studie durch. Resultat: JA - Assugrin kann Krebs auslösen, wenn man über 10 Monate hinweg täglich ca. 80 Assugrin zu sich nimmt. Wenn ich als auch in Zukunft hie und da mal ein Sushi mit Thunfisch geniesse, werde ich mir auf gar keinen Fall Sorgen machen....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Quecksilberallergiker am 05.02.2015 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gegenmittel

    Wenn man Selen dazu ist, kann das Quecksilber vom Körper nicht aufgenommen werden. Daher Lebensmittel aus dem Meer (Algen, Meersalz etc.) nur mit Selen essen. Quecksilber wird übrigens auch in der Weinproduktion in Italien , Spanien, Australien und USA verwendet.

  • möchte keinen Namen am 05.02.2015 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    spottet nur.... ihr seid alle vergiftet!

    Ich hatte unter anderem eine Quecksilbervergiftung (Schwermetalvergiftung) und kein Arzt war genügend ausgebildet dies zu erkennen, eine jahrelange Odyssee... zu meinen Lähmungserscheinungen sagten sie, gehen sie spazieren. Das Toxi Basel hat Tests... wir sind alle vergiftet.... und niemand wird darauf aufmerksam gemacht. Die Kommentare sind komplett deplatziert! Die Tragik abgewehrt und abgewertet, die Probleme unserer Zeit verkannt.

  • Lisa Sabling am 05.02.2015 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Es lauert überall der Tod.

    Jetzt wird sogar dieser 0815 Food an den Pranger gestellt. Von irgend etwas muss man ja sterben. Sei es von der Luft, schlechte Genetik oder sonst was. Jeder soll machen was er will, solange nicht andere dabei verletzt werden.

  • Bürger am 05.02.2015 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Quecksilber?

    Ich mache mich eher um die Strahlenbelastung der Fische sorgen seit dem Unglück un Japan.

  • Michael Kayser am 05.02.2015 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts mehr essen

    Am Besten gar nichts mehr essen....