Gesundheitsrisiko

27. Juni 2015 22:59; Akt: 27.06.2015 22:59 Print

Mit jedem Einkauf rückt der Tod näher

Jeden Tag kommen wir mit zahlreichen Chemikalien in Kontakt. In kleinen Dosen sind die harmlos, doch kombiniert mehr als bedenklich.

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Viele Alltagsgegenstände enthalten Chemikalien. (Bild: Keystone/AP/Timur Emek)

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Der Wunsch, gesund zu leben, ist nur schwer zu erfüllen. Denn in vielen Produkten des Alltags sind chemische Stoffe wie Acrylamid, Blei, Bisphenol A, Triclosan und Quecksilber enthalten. Sie werden als Weichmacher eingesetzt, als Desinfektions- und Pflanzenschutzmittel und befinden sich in Kosmetika. Kurz: Es ist nahezu unmöglich, sie zu umgehen.

Das ist problematisch, denn viele der Stoffe wirken auf die Zellen des menschlichen Körpers ein. Damit daraus kein gesundheitlicher Schaden entsteht, wurde für jeden einzelnen Stoff eine Höchstmenge festgelegt. Doch diese Regelung wiegt uns in falscher Sicherheit, wie ein internationales Forscherteam im Fachjournal «Carcinogenesis» berichtet. Denn mit anderen Stoffen kombiniert, stellen sie ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar.

Erhöhtes Krebsrisiko

Für die Studie hat die Gruppe um William Goodson III vom California Pacific Medical Center in San Francisco verschiedene Einzelstudien zu 85 solcher chemischer Stoffe ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass insgesamt 50 davon eine zellverändernde Wirkung haben. Sie schädigen jeweils bestimmte Teile einer Zelle. Zusammengenommen in einem Chemiecocktail, so die These von Yasaei und seinen Kollegen, könnten sie also einen viel grösseren Schaden anrichten.

«Es gibt ungefähr zehn Faktoren, die zur Krebsentstehung führen. Die von uns identifizierten 50 Stoffe begünstigen jeweils mindestens einen dieser Faktoren», heisst es in einer Mitteilung. Daher sei davon auszugehen, dass von ihnen ein Gesundheitsrisiko ausgeht. Wie hoch dieses sei, sei noch offen. Das soll in weiteren Studien erforscht werden.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gast am 27.06.2015 23:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles gut

    Das Paradoxe daran; der Tod rückt ohnehin mit jedem Tag näher, Chemie hin oder her

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  • Jol Bear am 27.06.2015 23:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweifellos, aber...

    trotzdem steigt die durchschnittliche Lebenserwartung stetig an. Aber richtig, nicht nur mit jedem Einkauf rückt der Tod näher: mit jedem Atemzug, den wir unmittelbar nach dem Zeitpunkt der Geburt machen, rückt der Tod unvermeidbar immer näher. Aber das war eigentlich immer schon so.

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  • Amyjo am 27.06.2015 23:09 Report Diesen Beitrag melden

    Das Mass der Dinge...

    Dazu kommt noch die Verstrahlung von W-Lan usw, Abgase, schlechte Luft, Pestizide, Giftstoffe in Kleidung und Spielzeugen uvm. Doch der Mensch will nicht weniger, sondern immer mehr. Bloss auf nichts verzichten. Unsere Ego bringt uns alle ins Grab, leider immer früher.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jügge am 28.06.2015 22:22 Report Diesen Beitrag melden

    ja und...

    Man kann letztlich alles als chemischen Stoff bezeichnen. Auch Quellwasser-es besteht aus fast reinem H2O! In einigen Monaten werden wahrscheinlich dieselben Leute behaupten, dass diese Stoffe nicht nur nicht ungesund sondern notwendig für unsere Ernährung seien. Und wenn sie doch ungesund sein sollten...unser "Gesundheitswesen" prosperiert nicht dank den Gesunden sondern dank den Kranken. Und somit wäre doch wieder einmal allen gedient.

  • Wissenschaftler am 28.06.2015 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eher nicht

    Toxikologie ist immer so eine Sache. Ich verwette meinen linken Arm, dass die benutzten Konzentrationen übertrieben zu hoch angesetzt wurden. Zumal bei Einnahme noch lange nicht alles bis zu jeder Zelle gelangt. Geschweige denn dass jede Zelle auf dieselbe Art auf eine Substanz reagiert. Diese Studie ist ein Beispiel weshalb Tierversuche (leider) immer noch aussagekräftiger sind als in vitro Experimente. Aber hauptsache etwas Angstmacherei betreiben.

  • Heinz am 28.06.2015 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Amerikanische Studie?

    Was bringt mir nun diese Ergebnisse wenn die Studie mit Lebensmitteln aus den USA gemacht wurde? Wir haben in Europa und besonders in der Schweiz ganz andere Gesetze und Standards. Es wird auch niemand gezwungen sein Leben nur mit fertigen Suppennudeln zu verbringen...

    • Chemme am 28.06.2015 19:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Fast

      Das ist leider nur fast richtig, so enthalten viele unserer Haushaltspodukte gesetzlich tolerierte Verunreinigungen mit krebserregenden Stoffen. Und der Verbraucher kann sie nicht auf der INCI erkennen. Das Problem ist näher an uns dran als gedacht

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  • Peter G. am 28.06.2015 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welch Weisheit ...

    in diesem Titel. Auch mit jedem Schluck Milch kommen wir dem Tod näher, und auch mit jedem Apfel den wir essen. Es liegt in der Natur der Sache, dass wir mit jeder Stunde eine Stunde älter werden, unsterblich sind wir schon gar nicht. Somit kann bewiesen werden, dass alles, was wir unternehmen, uns näher dem Tod bringt, denn egal was wir tun, es benötigt Zeit, und dann läuft die Zeit. Aber was solls, geniessen wir diese Zeit.

  • Schwarz am 28.06.2015 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    neuen Platz

    Über ungesundes Essen kann man uns "entsorgen ".Es kommen genug aus Afrika, da braucht es eben Platz.