Tabakqualm

26. November 2010 11:38; Akt: 26.11.2010 12:19 Print

Passivrauch tötet jährlich 600 000 Menschen

Unfreiwillig eingeatmeter Zigarettenqualm kostet jährlich über eine halbe Million Menschen weltweit das Leben. Viele der Opfer sind Kinder.

Bildstrecke im Grossformat »
Planen Sie Ihren Rauchstopp. Vermeiden Sie in dieser Zeit Stress oder andere belastende Situationen (schwierige berufliche Projekte, etc). Fassen Sie einen Entschluss aufzuhören - nur ein starker Wille führt zum Erfolg. Zweifel an der eigenen Willensstärke? Dann suchen Sie sich Hilfe: Die Lungenliga Schweiz bietet Rauchstopp-Trainings an - dort findet man Gleichgesinnte. So ist es für viele leichter, durchzuhalten. Schweissausbrüche, Nervosität: Um die Nebenwirkungen eines schweren Nikotinentzugs besser zu verkraften, greifen manche Raucher zu einem Nikotinersatzprodukt. Solche Pflaster und Kaugummis gibts in der Apotheke. Für viele Raucher gehört der Kaffee zur Zigarette. Wird der Drang nach einer «Fluppe» durch Kaffee verstärkt, lohnt es sich, vorübergehend auf Tee umzusteigen. Vorsicht beim nächsten Besuch in der Beiz: Alkohol enthemmt und macht selbst fest gefasste Vorsätze ganz schnell wieder zunichte. Deshalb empfiehlt es sich, dieser Versuchung vorübergehend mit einem nicht-alkoholischen Getränk zu trotzen. Gibt es ganz bestimmte Situationen, in denen Sie unbedingt zur Zigarette greifen müssen? Machen Sie sich diese Momente bewusst, beobachten Sie sich! Schaffen Sie es, in Anwesenheit von Rauchern auf den Glimmstängel zu verzichten? Sie sind sich nicht sicher? Dann meiden Sie Raucherlokale - zumindest in den ersten Monaten nach dem Aufhören. Sie waren kurz davor, wieder anzufangen - trotzdem haben Sie durchgehalten, bravo! Höchste Zeit für eine Belohnung: Gönnen Sie sich eine ausgiebige Shopping-Tour oder ein feines Essen im Lieblingsrestaurant. Viele Ex-Raucher nehmen nach dem Glimmstängel-Entzug zu: Der Stoffwechsel funktioniert etwas langsamer und das Qualmen wird häufig durch Essen ersetzt. Legen Sie sich frühzeitig eine Ersatzstrategie zurecht, das kann das Naschen von Rüebli, das Beissen auf Zahnstochern oder das Kaugummikauen sein. Bleiben Sie stark: Schon eine einzige Zigarette kann aus einem langjährigen Abstinenzler wieder einen Kettenraucher machen. Plagen Sie sich trotzdem nicht mit Selbstzweifeln, wenn Sie rückfällig geworden sind: Planen Sie einen weiteren Versuch: Beim nächsten Mal klappts bestimmt!

Sie wollen das Rauchen aufgeben? Vielleicht unterstützen Sie diese Tipps bei Ihrem Vorhaben.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Passivrauchen kostet jährlich mehr als 600 000 Menschen das Leben, davon 165 000 Kinder. Damit geht etwa ein Prozent aller Todesfälle weltweit auf das Konto von unfreiwillig eingeatmetem Tabakqualm, wie Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Zeitschrift «The Lancet» kalkulieren. Der blaue Dunst schädigt demnach vor allem das Herz: 380 000 der jährlich insgesamt 603 000 tabakbedingten Todesfälle bei Nichtrauchern gehen auf Herzleiden zurück. 165 000 Menschen sterben an Erkrankungen der unteren Atemwege, 37 000 an Asthma und 21 400 an Lungenkrebs.

Kinder sind dem Qualm ausgeliefert

Etwa 40 Prozent aller Kinder und gut ein Drittel der erwachsenen Nichtraucher sind den Angaben zufolge dem blauen Dunst ausgesetzt. Dabei leiden Kinder vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern unter dem Qualm, während sie in den Industriestaaten stärker geschützt werden. Erwachsene sind dem Rauch dagegen fast weltweit in ähnlichem Masse ausgesetzt. Fast jedes zweite Todesopfer durch Passivrauch ist eine Frau.

Tabakrauch fordert mehrere Millionen Todesopfer jährlich

Aktiver Tabakkonsum kostet jährlich schätzungsweise 5,1 Millionen Menschen das Leben. Insgesamt steckt Rauchen demnach hinter 5,7 Millionen Todesfällen pro Jahr. Derzeit leben nur 7,4 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern mit Regelungen zum Schutz von Nichtrauchern. «Politikvertreter sollten bedenken, dass umfassende Gesetze die Zahl der Todesfälle durch Passivrauch wahrscheinlich schon im ersten Jahr der Umsetzung deutlich senken, samt einem damit verbundenen Rückgang der Ausgaben für die Sozial- und Gesundheitssysteme», schreiben die Forscher.

(ap)