Margarita Burn

27. Juli 2016 10:02; Akt: 28.07.2016 09:35 Print

Pressen Sie auf keinen Fall Zitronen in der Sonne aus!

Weil er einen Nachmittag lang bei schönstem Sonnenschein Limetten auspresste, zog sich ein Barkeeper Verbrennungen zweiten Grades zu.

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Zitrusfrüchte und Sonnenlicht sind eine gefährliche Mischung. Das musste der New Yorker Justin Fehntrich am eigenen Leib schmerzhaft erfahren. Der Student half vor einem Monat an einer Wohltätigkeitsveranstaltung als Barmann aus und musste dabei rund 100 Limetten für Cocktails auspressen, wie «The Atlantic» berichtete. Einige Tage später landete er im Spital – mit schweren Verbrennungen an den Händen.

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Fehntrich hatte sich sogenannte Margarita Burns (Margarita-Verbrennungen) zugezogen. In den USA werden sie so bezeichnet, weil zur Herstellung des Sommerdrinks Margarita viel frischgepresster Limettensaft benötigt wird. Hierzulande heisst die Erkrankung Wiesengräserdermatitis oder Photodermatitis.

Extreme Lichtempfindlichkeit

Einfach ausgedrückt entsteht sie, wenn Psoralene auf die Haut gelangen. Diese Stoffe findet man in verschiedenen Pflanzen wie Zitronen und Limetten, aber auch im Sellerie und in Feigen. Gelangt der Stoff auf die Haut, dauert es etwa eine halbe Stunde, bis er von der Haut absorbiert worden ist. Spätestens dann heisst es: Sofort raus aus der Sonne.

Denn Psoralen machen die Haut extrem lichtempfindlich. Die New Yorker Dermatologin Doris Day sagte auf Livescience.com: «Psoralen liebt UV-Strahlen.» Wenn nun also Sonnenstrahlen auf die Haut träfen, «packe» das Psoralen diese, was zu Verbrennungen führe, so Day. Der Stoff verzehnfache die Wirkung der Strahlen.

Der Effekt halte etwa 24 Stunden lang an. Ganz hilflos ist man der Wiesengräserdermatitis aber nicht ausgeliefert. Gelangt Psoralen auf die Haut, hat man je nach Konzentration des Stoffes etwa 10 bis 30 Minuten Zeit, ihn abzuwaschen. Verpasst man die Gelegenheit, hilft auch die stärkste Sonnencreme nichts mehr.

Ein Schnitz reicht

Fehntrich presste an jenem Tag laut eigenen Angaben so lange Limetten, bis er schrumpelige Hände hatte. Doch bereits das Ausdrücken eines einzigen Zitronenschnitzes am Strand kann reichen, um sich Verbrennungen zuzuziehen. Dabei zeigt sich die Wirkung verzögert. Bei Fehntrich dauerte es von Samstag bis Donnerstag, bis sich grosse Brandblasen gebildet hatten.

Im Spital wurde er wie ein Brandopfer behandelt, worauf die Blasen nach einigen Tagen verschwanden. Vollständig ausgeheilt waren die Hände erst Wochen später. Was bleibt, sind die gleichen Risiken wie bei einem normalen Sonnenbrand, sagte Day. Also beschleunigte Hautalterung und ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schnäbi am 27.07.2016 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Autsch...

    ..Das wusste ich gar nicht. Gute Besserung!

  • F.Risch am 27.07.2016 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drinks

    Wenn jemand so viele Zitrusfrüchte für Drinks auspresst sollte er schon der Hygiene wegen Handschuhe tragen .

    einklappen einklappen
  • Jane38 am 27.07.2016 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    au

    ehrlich, auch ich hätte es nicht gewusst. ich hoffe sehr das es ihm besser geht und es nicht so weh tut wie es aussieht...autsch

Die neusten Leser-Kommentare

  • Zitronen Limetten am 28.07.2016 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Was jetzt?

    Zitronen oder Limetten "Pressen Sie auf keinen Fall Zitronen in der Sonne aus!" "Weil er einen Nachmittag lang bei schönstem Sonnenschein Limetten auspresste..."

  • Herr Meier am 27.07.2016 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht....

    Dass er sich derartige Verbrennungen geholt hat, hat vielleicht damit zu tun, dass er seine Arbeit "in" der Sonne verrichtete? Dort soll's scheints wirklich sehr heiss sein. Ein Sonnenbad ist nur "an" der Sonne zu empfehlen, nicht "in" der Sonne... Nur mal so zum sagen. Jedenfalls gehört 20min "ins" Altpapier, und nicht bloss "ans".

  • Armin am 27.07.2016 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    reisserisch-hysterischer Titel

    Jetzt wollen wir mal nicht gleich einen auf Hysterisch machen... es gibt schon genug Hysterie (socialen) Medien.... Eine Zitrone ist kein Problem... Wie sich aus dem Text ergibt, waren es einen ganzen Nachmittag lang über 100..... Gewisse Lasuren sollte man nicht bei Sonnenlicht anbringen, weil man sonst einen gewaltigen Sonnenbrand kriegt... Der Bärenlauch-Strauch, der an jeder Ecke wächst, bewirkt schon bei blossem Berühren Blasen, aber bildet dann auch noch hässliche Narben... dies alles nennt sich LEBEN & ERFAHRUNG, und muss nicht jedes Mal hysterisch werden.

  • Gartenfee am 27.07.2016 18:48 Report Diesen Beitrag melden

    danke für die Antwort

    Das hatte ich letzten Sommer mal nach der Gartenarbeit. Die Hände plötzlich voll mit Brandblasen und keine Erklärung dazu. Mein Arzt sagte es sei wahrscheinlich eine Kontaktallergie und in Zusammenhang mit Sonnenlicht könne es das tatsächlich geben. Jetzt weiss ich dank dieses Artikels auch noch wie man es nennt; Wiesengräserdermatitis. Was es nicht alles gibt.

  • albert h. am 27.07.2016 16:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gibt mehrere bekannte fälle

    in australien sind mal zwei kleine mädchen an schweren verbrennungen gestorben. sie hatten in einem kleinen baby-bädli geplanscht und mit zitronen eines zitronenbaumes, der daneben war, im wasser gespielt. nicht zu unterschätzen das zeugs!