Ärzte warnen

10. Januar 2017 13:36; Akt: 10.01.2017 13:36 Print

Reinigen Sie Ihre Ohren nicht mit Wattestäbchen

Sie sehen harmlos aus, die kleinen Wattestäbchen, die in jedem Badezimmer liegen. US-Ärzte raten eindringlich, die Finger davon zu lassen.

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Vor 90 Jahren wurden in den USA die Q-Tips erfunden. Von dort aus traten die etwa sieben Zentimeter langen Stäbchen mit den Baumwoll-umwickelten Enden ihren Siegeszug rund um die Welt an. Inzwischen kommen sie von der Kosmetik bis zur Kriminalistik in beinahe allen Lebensbereichen zum Einsatz.

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Besonders gerne werden die praktischen Wattestäbchen genutzt, um nach dem Duschen die Ohren zu trocknen und zu reinigen. Manche nutzen sie nur sporadisch, andere sind regelrecht süchtig danach und kommen kaum einen Tag ohne sie aus. Dabei warnen Ärzte seit Langem davor.

Ohr reinigt sich selber

Pünktlich zum neuen Jahr hat nun der US-Verband der Hals-Nasen-Ohrenärzte nachgelegt und einen Leitfaden veröffentlicht, der über das richtige und gesunde Reinigen der Ohren informiert. Darin wird nochmals eindringlich dargelegt, wie gefährlich und sinnlos der Einsatz von Wattestäbchen ist.

Wie so vieles am menschlichen Körper ist auch das Ohr ein ausgeklügeltes Organ, das durchaus die Fähigkeit hat, sich selbst zu reinigen. Das Ohrenschmalz wird vom Körper produziert, um die Ohren zu reinigen, zu schützen und zu schmieren. Dreck, Staub und andere kleine Partikel kleben am Schmalz und werden so daran gehindert, weiter ins Ohr vorzudringen.

Kieferbewegungen beim Essen und Sprechen sowie das Hautwachstum helfen dabei, den alten Ohrenschmalz nach aussen zur Ohrmuschel hin zu befördern. Dort fällt er entweder von selbst ab, oder kann gefahrlos beim Duschen, mit einem Waschlappen oder dem Zipfel eines Handtuchs entfernt werden.

Wer dagegen mit einem Stäbchen im Ohr herumstochert, sabotiert den Selbstreinigungsprozess und macht alles nur schlimmer. Da ein Stäbchen nie allen Schmalz aufnehmen kann, stösst man ihn immer wieder aufs Neue zurück ins Ohr, von wo ihn der Körper ja eigentlich weghaben will.

Schlimme Folgen drohen

Der HNO-Arzt Seth Schwartz, Hauptautor des neuen Leitfadens, erklärt: «Menschen haben die Neigung, ihre Ohren zu säubern, weil sie meinen, Ohrenschmalz sei etwas Dreckiges. Diese Falschinformation führt zu gefährlichen Gewohnheiten, was die Gesundheit der Ohren betrifft.» Er warnt auch dringend davor, Ohrkerzen oder gar Büroklammern für die Reinigung zu verwenden.

Die Folgen falscher Ohrreinigung sind alles andere als appetitlich. Schmalzpropfen können Schmerzen, Juckreiz und Verstopfungsgefühl im Ohr, Tinnitus, Gehörverlust, Ausfluss und üblen Geruch verursachen. Schliesslich kann auch das Trommelfell so weit geschädigt werden, dass eine Operation nötig wird.

Wenn die Selbstreinigung versagt

Die überwiegende Mehrheit der Menschen kann also auf jegliche invasive Art der Ohrreinigung verzichten. Bei einem von zehn Kindern und einem von 20 Erwachsenen ist die Selbstreinigung der Ohren allerdings gestört. Sie müssen sich ihre Ohren von Zeit zu Zeit von einem Hals-Nasen-Ohrenarzt reinigen lassen. Und dieser wird dafür garantiert kein Wattestäbchen benutzen.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • myname am 10.01.2017 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Vernunft?

    "Er warnt auch dringend davor, Ohrkerzen oder gar Büroklammern für die Reinigung zu verwenden." Wer mit sowas die Ohren reinigt, dem ist sowieso nicht zu helfen ^^

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  • Benno am 10.01.2017 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ein bisschen Vernunft

    Man muss die Dinger auch nicht bis zum Anschlag in die Ohren schieben. Mir und meinen Mitmenschen hats bisher immer gereicht, wenn ich den sichtbaren Bereich gesäubert habe.

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  • Frage am 10.01.2017 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    appetitlichkeit

    und was macht man, wenn man den Schmalz nicht bis zum Schluss im Ohr hängen lassen will? gibts eine alternative Methode?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Pacosu am 11.01.2017 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Die Menschen sind zu Intelligent.

    Alles was nicht hineinpasst ist gut um die Ohren zu reinigen. Wäre es nicht so, so hätte uns die Natur doch grössere Ohröffnungen kreiert. Die Natur weis nämlich schon was gut ist, leider aber oft die zu hohe Intelligenz der Menschen dies zu umgehen weis.

  • Selina am 11.01.2017 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was dürfen wir den noch?!?

    Man kann auch immer alles schlecht heissen. Warnung da, Warnung dort. Am besten begibt man sich direkt in ein Spital, um dort zu leben. -so kann man sofort zu den jeweiligen Ärzten gehen. Ich benutze diese Dinger schon ein lebenlang und mein HNO-Arzt hat mir noch nie gesagt, dass ich durch diese Dinger meine Ohren "kaputt" mache. Ist alles eine Frage der Vernunft und Anwendung!

  • Marvin am 11.01.2017 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Gegen Mücken

    Ohrenschmalz ist übrigens ein sehr wirkungsvolles Antimückenmittel. Ist halt einfach nicht so angenehm, sich damit statt mit Anti Brum einzureiben...

  • Marvin am 11.01.2017 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts Neues, oder?

    Also mir war das schon lange bekannt. Hat mir mein Arzt schon vor Jahrzehnten erklärt. Da hätten die US-Ärzte wohl besser mal Rat in der Alten Welt eingeholt... Fürs Pfropfenrausspülen braucht's übrigens nicht zwingend einen Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten. Das macht auch mein Haussarzt.

  • mäsi am 11.01.2017 09:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    absolut unnötig

    Spart euch das geld,hatte nie Probleme ausser ein,zwei mal ein pfropfen,kanns mal geben,holt der doc.raus und bin jetzt 56.

    • Marvin am 11.01.2017 11:08 Report Diesen Beitrag melden

      absolut nötig

      Wenn ich die nicht rausholen lasse, leide ich Höllenqualen, sobald sie gross genug, beim Baden mit Wasser vollgequollen etc. sind. Zahnschmerzen sind nicht schlimmer ...

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