Drama in Portugal

23. Oktober 2019 19:11; Akt: 23.10.2019 19:29 Print

Rodrigo kam ohne Nase und Augen zur Welt

Ein Paar sieht auf den Ultraschallbildern, dass bei seinem ungeborenen Kind etwas nicht stimmt. Der Gynäkologe, der die Mutter betreute, nahm die Untersuchung nicht ernst.

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In Portugal herrscht Entsetzen nach der Geburt eines Babys ohne Gesicht. Der Gynäkologe Artur Carvalho, der die Mutter während der Schwangerschaft betreut und die Fehlbildungen übersehen hatte, wurde wegen Fahrlässigkeit für ein halbes Jahr von seiner Tätigkeit suspendiert.

Dies sagte der Chef des südportugiesischen Ärzteverbands, Alexandre Valentim Lourenço, am Mittwoch dem Fernsehsender RTP. Der Verband sowie die portugiesische Justiz leiteten Untersuchungen ein.

Eine teure Untersuchung wurde nicht ernst genommen

Der kleine Rodrigo war am 7. Oktober ohne Nase und Augen im Spital von Setúbal südlich von Lissabon auf die Welt gekommen. Dem Baby fehlte zudem ein Teil des Schädels. Die Eltern entdeckten die Fehlbildung erst nach der Geburt. Sie stellten daraufhin eine Anzeige gegen den Gynäkologen. Das Neugeborene liegt noch im Spital.

Gynäkologe Carvalho hatte die Schwangere in der staatlichen Klinik San Bernardo in Setúbal betreut und bei den drei vorgeschriebenen Ultraschalluntersuchungen keinerlei Probleme festgestellt.

Die Eltern Marlene Simão und David Ribeiro bezahlten in einer Privatklinik eine 5D-Ultraschalluntersuchung im sechsten Schwangerschaftsmonat, um mögliche Anomalien auszuschliessen.

Dort wurde aber eine Missbildung im Schädel des Babys entdeckt. Als Simão und Ribeiro die Ultraschallbilder Carvalho vorlegten, gab der Arzt dennoch Entwarnung.

Sechs Beschwerden gegen Carvalho

«Er erklärte, dass manchmal einige Teile des Gesichts nicht sichtbar seien», sagte die Schwester der Mutter, Joana Simão, dem Sender TVI 24. Zur Begründung habe der Arzt gesagt, dass das gegen den Bauch der Mutter gedrückte Gesicht eines Babys manchmal nicht zu sehen sei.

Es war nicht das erste Mal, dass sich der Ärzteverband mit dem Gynäkologen befassen musste. Seit dem Jahr 2013 waren gegen ihn insgesamt sechs Beschwerden eingereicht worden.

(kle/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jana am 23.10.2019 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar traurig

    Unfassbar, ich finde keine Worte. Einfach traurig. Warum?

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  • tinchen am 23.10.2019 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unnormaal

    man musste schon früher reagieren wenn schon 6 Leute reklamiert haben!! einfach schnell schnell seine arbeit erledigen und hauptsach geld kassieren, und das Leben des anderen zu ignorieren..

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  • Mary rose am 23.10.2019 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    traurug

    wie traurig, der Familie und Rodrigo Gottes Segen und viel Kraft.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Barbara lehmann am 28.10.2019 15:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und so wird dieser Fall in Portugal erledigt...

    Schon seit 2013 sind X-Beschwerden an die Ärztekammer gegen den Gynäkologen Dr. Arthur Carvalho eingegangen und nichts wurde gemacht. Bevor sich Dr. Carvalho erneut der portugiesischen Ärzte Untersuchungskammer erklären musste, hat er sich von einem Arztkollegen einen Krankenattest geben lassen, ... natürlich bevor er in die Ferien ging! So geht das! Hauptsache immer abkassieren!

  • Chriz am 25.10.2019 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Sind wir ehrlich: das Kind wird nicht unbedingt wegen der Geburtsgebrechen leiden, sondern vielmehr wegen den Mitmenschen die es meiden, mobben ect wegen dem anderen aussehen. Dieses Kind hat von Geburt an weder Nase (was nicht bedeutet dass es nicht Atmen kann) noch Augen. Es kennt und wird es nicht anders kennen! Warum kann man dem Kind nicht einfach ohne dummen Kommentare die Chance zum leben geben?

  • b.b. am 25.10.2019 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Die Natur kann auch grausam sein

    Das arme Baby kann ja nichts essen resp. Trinken weil die Nase fehlt und es beim Trinken ja keine Luft bekommt oder sich immer überschlucken muss. Es muss wohl künstlich ernährt werden. Vielleicht kann man eine durch Operationen dem Kind zu einer Nase verhelfen, nur die Augen werden immer fehlen. Ich wünsche dem Baby alles Gute und den Eltern viel Kraft. Auch Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf ihr Leben.

    • Frou Müller am 25.10.2019 15:52 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt nicht...

      Das stimmt so nicht. Wenn man eine verengte Nasenhöhle hat und diese operieren muss, ernährt man sich auch mind. 5 Tage lang ohne Luft durch die Nase ausstossen zu können. Daran gewöhnt man sich sehr schnell und wenn man so geboren wird, ist das sicherlich das geringste Problem...

    • kottan53 am 26.10.2019 02:10 Report Diesen Beitrag melden

      @Frou Müller

      Wenn eine Nasenhöhle da wäre. Ist in dem Fall aber nicht da. Die Nase fehlt, also ist da auch keine Nasenhöhle.

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  • rakete am 25.10.2019 08:15 Report Diesen Beitrag melden

    wir beten

    Traurig an was sich heute die Medien und Menschen ergötzen. Lieber Gott nimm dieses Kind zu dir.

    • Ich bete auch am 25.10.2019 09:54 Report Diesen Beitrag melden

      @rakete

      Es ist leider so, und wenn man einmal Gott erwähnt heisst es von gewissen Spötter, ob wir das Missionieren nicht lassen können, traurige Angelegenheit!

    • Ethik am 25.10.2019 18:17 Report Diesen Beitrag melden

      Unfassbar!

      Und wieso soll gott das baby zu sich nehmen? Wer sind sie, zu entscheiden ob ein leben lebenswert ist?

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  • Manu M am 24.10.2019 18:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm

    Und an alle die die Tötung von hilflosen Ungeborenen unterstützt, ihr seit ein Teil Mitschuld an der gesellschaftlichen Haltung bezüglich Menschen mit Beeinträchtigung! Darum werden in der Gesellschaft Leute mit Beeinträchtigungen separiert und nicht inkludiert! Ihr denkt seit GottInnen und dürft definieren ob ein Leben lebenswert ist? Und falls ihr doch noch dieser Meinung seit, dann sagt doch meinem Bruder ( Kinderlähmung seit Geburt, Case Manager bei der IV, intelligenter als die Meisten hier, Ehemann und Vater) sein Leben sei nicht lebenswert und man hätte ihn doch lieber abgetrieben!!!!!

    • Manu M am 24.10.2019 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Manu M

      Wer hat den Mut es meinem Bruder zu sagen?

    • Nina am 24.10.2019 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Manu M

      Danke! Genau meine Gedanken!

    • Einii am 25.10.2019 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Manu M

      Bravo!!!! Auf den Punkt gebracht vielen Dank.

    • M.D. am 25.10.2019 17:54 Report Diesen Beitrag melden

      Life

      Welch Wahrheit in diesen Worten. Alles Liebe.

    • Langschläfer am 25.10.2019 21:18 Report Diesen Beitrag melden

      @Manu M

      Sie können das Schicksal Ihres Bruders keineswegs mit dem von Rodrigo vergleichen. Lassen Sie mich rekapitulieren. Keine Nase, keine Augen und es fehlt ein Teil seines Schädels. Das heisst, der bedauernswerte Rodrigo wird nur mit grösster Mühe einigermassen vernünftig selbständig atmen können, er wird nie etwas sehen und er ist in seinen kognitiven Fähigkeiten stärkstens eingeschränkt (euphemisch für schwachsinnig). Das alles trifft auf Ihren Bruder nicht zu. Falls Sie das nicht so sehen, bitten Sie doch einfach Ihren Bruder um eine Stellungname. Zudem hat sich, soweit ich die Kommentare gelesen habe, niemand für eine Tötung Rodrigos ausgesprochen, sondern es wird ihm das Sterbendürfen gewünscht/gegönnt. Den Aspekt des Tötens haben Sie eingebracht. Denken Sie darüber einmal nach. Abgesehen davon freut es mich für Sie und Ihren Bruder, dass Sie so sehr an seiner Seite stehen.

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