Organspenden

23. März 2011 22:40; Akt: 24.03.2011 08:25 Print

Romands sauer auf knausrige Zürcher

von Zora Schaad - Die Welschen sind stinksauer auf die Deutschschweizer, weil sie viel zu wenig Organe spenden. Die Romandie und das Tessin beliefern derweil die ganze Schweiz mit Herzen und Nieren.

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Am Universitätsspital Zürich wurden im letzten Jahr sieben Spendern Organe entnommen, im viel kleineren Spital in Sitten waren es 15 Spender. Auch wenn es regionale Ausnahmen gibt: Das Bild, dass die lateinische Schweiz Organe für das ganze Land liefert, stimmt. Unter dem Titel «Darf man die Deutschschweizer zur Organspende zwingen?» hat die Zeitung «Le Matin» die Debatte um den «Organspende-Graben» eröffnet.

Wütende Schreiber melden sich: «Abgesehen von seiner geografischen Lage hat Zürich mit der Schweiz nichts am Hut. Das sind einfach Egoisten!» Andere fordern, dass Organe nur an Personen gehen sollten, die selber spendewillig sind. 2010 sind in der Schweiz 59 Patienten verstorben, weil sie vergeblich auf ein Spenderorgan warteten. Hätte die Deutschschweiz die hohe Spenderquote der Welschen, hätten viele von ihnen gerettet werden können.

Philippe Savioz von der Vereinigung «A Coeur Ouvert» zur Förderung der Organtransplantation verlangt im «Le Matin» ein hartes Durchgreifen gegen die «knausrigen» Zürcher. «Wir müssen aufhören, so lieb zu sein.» Allerdings sind die Deutschschweizer laut Dr. Franz Immer, Direktor von Swisstransplant, nicht generell weniger spendefreudig. «Aber im Tessin und in der Romandie sind die Spitäler viel besser organisiert, was die Suche nach möglichen Spendern angeht.» Dazu braucht es aber Geld. «Das wollten die Deutschschweizer Kantone bisher nicht ausgeben. Letztlich ist es eine Frage der Solidarität», so Immer.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • T. K. am 24.03.2011 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wem die Stunde naht!

    Das wir einen Röstigraben haben ist ja bekannt. Aber was da geschrieben steht, finde ich persönlich eine absolute Frechheit. Spenden ist und bleibt freiwillig und es ist nun mal Schicksal wem die Stunde naht. Es ist ein Eingriff in die Natur, über den wir sicher nicht zu entscheiden haben. Auch ich werde nie spenden, noch Anspruch auf ein Organ erheben.

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  • Sascha Freudiger am 25.03.2011 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Organspende+

    Ich finde es eine gute Idee, nur denen Organe zu implantieren welche auch selbst Organspender sind. Wieso keine Organe spenden? Nach dem Tod braucht man die eh nicht mehr!

  • Charles Hügli am 24.03.2011 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Organhandelverbot tötet Menschenleben!

    Organe sind viel wert, es ist deshalb nicht einzusehen, weshalb dafür nicht faire, freie Marktpreise bezahlt werden sollten. Organe sollten auf freiwilliger Basis gehandelt werden. Denkbar wären z.B. Verträge mit Transplantationszentren, bei denen der Spender noch zu Lebzeiten entschädigt wird. Das Problem der Organknappheit würde damit sofort und endgültig gelöst. Die Preise der Organe wären wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Operationskosten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peer Craive am 29.03.2011 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    BITTE, diese Klischees....

    Naja dass die Zürcher - ich selbst einer und jugendlich - selbstverliebt sind ist teilweise wahr aber leider zu noch grösserem Teil ein doofes Klischee. Es entsteht grössten Teils dadurch, dass viele Reiche an den grünen, aussichtsreichen und den mit äusserst vielen Villen überzogenen Hügeln, nicht nur der Zürichberg, auch dem See entlaggezogen über Dietikon, Herrliberg bis weiter nach Küsnacht, auch an der gegenüberliegenden Seite... Natürlich gilt das nicht für alle Reichen Leute und viel weniger NUR denen, aber es zeigt sich auch in Genf wo der Wohlstand einiges weiter verbreitet ist...

  • Sascha Freudiger am 25.03.2011 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Organspende+

    Ich finde es eine gute Idee, nur denen Organe zu implantieren welche auch selbst Organspender sind. Wieso keine Organe spenden? Nach dem Tod braucht man die eh nicht mehr!

  • Daniel L. am 25.03.2011 07:27 Report Diesen Beitrag melden

    Kosten und Organspende JA !!

    Die Menschen von der Spende zu überzeugen kostet Geld. Haben die Kantone schon mal gerechnet, was es kostet einem Menschen vor einer Transplantation zu behandeln? Ich habe selbst mit 42 eine Niere erhalten (sonst hätte womöglich meine Stunde auch genaht - eher unpassende Aussage von T.K.). Daher mein Appell: Bitte einen Spenderausweis tragen und der Organspende zustimmen. Informationen gibt es bei Swisstransplant. Es ist so wichtig, weil es Menschen gibt, auch sehr junge, die noch ein Leben MIT einem Spenderorgan vor sich haben können...

  • T. K. am 24.03.2011 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wem die Stunde naht!

    Das wir einen Röstigraben haben ist ja bekannt. Aber was da geschrieben steht, finde ich persönlich eine absolute Frechheit. Spenden ist und bleibt freiwillig und es ist nun mal Schicksal wem die Stunde naht. Es ist ein Eingriff in die Natur, über den wir sicher nicht zu entscheiden haben. Auch ich werde nie spenden, noch Anspruch auf ein Organ erheben.

    • Sascha Freudiger am 25.03.2011 10:07 Report Diesen Beitrag melden

      Organ spenden = Ehrensache!

      Das bezweifle ich stark, dass Sie keinen Anspruch auf ein Organ erheben wenn Sie einmal in dieser Notlage sind.

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  • Andi am 24.03.2011 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Herr Savioz,

    eine super Idee! Vielleicht sollten wir knausrigen Zürcher beim nächsten Finanzausgleich auch 'hart durchgreifen'. Im Ernst: jeder der Spenden will soll das tun, aber zwingen kann und soll man Niemanden. Wenn es mehr Geld braucht, dann wird es mit der jetzigen Sparaktion wohl eher schwierig.