Silikon-Brüste

21. Dezember 2011 12:15; Akt: 04.01.2012 11:44 Print

Rückrufaktion gefährlicher Implantate

In Frankreich werden 30 000 Frauen dazu aufgefordert, ihre Brust-Implantate entfernen zu lassen. Die Silikonkissen stehen in Verdacht, krebserregend zu sein.

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Wenn ein Implantat reisst, kann es gefährlich werden.
(Bild: Colourbox)

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Frankreich steht vermutlich vor der grössten Rückruf-Aktion für ein medizinisches Produkt in seiner Geschichte. Der Zeitung «Libération» zufolge sollen 30 000 Frauen in Frankreich dazu aufgefordert werden, sich ihre Brust-Implantate herausoperieren zu lassen. Für die Produkte der Firma Poly Implants Prothèse (PIP) besteht offenbar die erhöhte Gefahr, dass das Innere der Silikonkissen durch Risse im Aussenmaterial austreten könne. Dabei kann es zu Entzündungen kommen, auch über eine krebserregende Wirkung der Implantate wird derzeit diskutiert.

Bereits vor eineinhalb Jahren gerieten die Implantate der Firma Poly Implants Prothèse in die Kritik. Im März hatte die französische Gesundheitsbehörde einen Verkaufsstopp der Silikon-Produkte angeordnet. Anfang April 2010 berichtete Swissmedic über lokale Entzündungsreaktionen bei Frauen, die infolge von Rupturen in den Silikonkissen entstehen könnten.

Zu Beginn dieses Jahres bestätigte Swissmedic-Sprecherin Isabel Scuntaro im Westschweizer Radio RSR, dass mindestens 280 Frauen aus der Schweiz fehlerhafte PIP-Implantate eingesetzt wurden. Die betroffenen Frauen sollen kontaktiert worden sein. Wie die Nachrichtenagentur SDA berichtete, verzichtete die Kontrollstelle für Heilmittel (Swissmedic) damals auf eine Empfehlung, den künstlichen Busen entfernen zu lassen, solange dieser intakt sei und keine Risse aufweise.

(rre)

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