Wo liegt die Grenze?

04. Januar 2019 21:25; Akt: 04.01.2019 21:25 Print

Schlafmützen leben gefährlich

Wer lange schlafen kann, wird von anderen oft beneidet. Doch lange Erholungsphasen haben auch ihre Schattenseiten.

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Wir verbringen rund einen Drittel unseres Lebens so wie diese Seelöwen: Nein, nicht aneinandergekuschelt, sondern schlafend. Und wir brauchen diesen Schlaf so dringend: Im Schlaf werden nicht nur die eigenen Batterien aufgeladen, sondern auch Tagesgeschehnisse verarbeitet. Guter Schlaf ist von vielen Faktoren abhängig. Wir haben für Sie Tipps gesammelt, wie Sie künftig (noch?) besser schlafen können. So wie er hier, der herzige Kerl. Punkt 1: Die Matratze ist äusserst wichtig. Ein einmaliges Probeliegen wird Ihnen nicht Aufschluss darüber geben, ob die Matratze die richtige ist oder nicht. Optimalerweise können Sie darauf probehalber schlafen, das bieten verschiedene Hersteller bereits an. Auch die besonders dicken oder gestapelten Matratzen der Boxspringbetten liegen im Trend. Der Vorteil ist vor allem auch die Einstiegshöhe, das Liegen auf den Doppelmatratzen ist aber Geschmackssache. So oder so, Punkt 2: Allergien & Sauberkeit. Sie sollten Ihr Duvet regelmässig waschen, um allfällige Hausmilben und Staub zu entfernen. Zudem sollten Sie Matratze und Lattenrost ungefähr alle zehn Jahre austauschen: Der Lattenrost hängt nach einer gewissen Zeit durch und trotz Schutzdeckeli und Duvet gelangt ein Teil des Schweisses, den Sie nachts absondern (bis zu einem Liter), in die Matratze. Wichtig ist auch Punkt 3: Das richtige Duvet. Wer schnell friert, kann zur Daunendecke greifen.Für ein kühleres Bettklima empfehlen sich Materialien, die gut Feuchtigkeit aufnehmen, etwa Leinen, Bambus, Seide oder die Holzfaser Lyocell. Bei den Kissen ist der Härtegrad Geschmackssache. Wichtig ist hier, wie die Wirbelsäule liegt: Sie sollte eine gerade Linie bilden, bei der der Kopf nicht abgeknickt ist. So sollten Bauchschläfer sehr dünne oder gar keine Kissen verwenden, während es für Seitenschläfer spezielle, Nacken schonende Kissen gibt. Punkt 4: Die Bettwäsche. Nicht nur der Inhalt Ihres Duvets zählt, auch die Verpackung spielt eine Rolle. Baumwolle? Seide? Punkt 5: Möbel. Der Trend geht derzeit zu Holzbetten, freut sich Schreinermeister Patrick Cavigelli, der auf Arvenholzmöbel spezialisiert ist. «Massives Holz, das authentisch wirkt, mit Eigenheiten und Fehlern, ist gefragt», sagt Cavigelli. Wenn Sie lieber in einem Metallgestell schlafen, ist das aber auch wunderbar. Punkt 6: Farben. Die Farben im Schlafzimmer sollten immer eher ruhig sein, sanfte Farbverläufe sind erwünscht. Blau eignet sich eigentlich in jeder Schattierung, es wirkt immer beruhigend. Alles klar? Na dann: Gute Nacht.

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Wer ausreichend schläft, arbeitet konzentrierter, vermeidet Fehler und senkt, extrem wichtig, das Krankheitsrisiko. Doch wie viele Stunden Schlaf sind eigentlich ausreichend?

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Dieser Frage sind Forscher der kanadischen McMaster University und des Peking Union Medical College in China nachgegangen. Die Antwort dürfte vor allem Langschläfern nicht gefallen.

Länger ist nicht gleich besser

Nach der Auswertung der Gesundheitsdaten aus 21 Ländern zeigte sich, dass sechs bis acht Stunden Schlaf pro Nacht ideal für die Gesundheit sind. Menschen, die länger in den Federn bleiben, leiden demnach häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Laut der im «European Heart Journal» veröffentlichten Studie steigt das Krankheitsrisiko bereits bei neun Stunden um fünf Prozent. Wer neun bis zehn Stunden schlummert, hat bereits ein 17 Prozent höheres Risiko. Dauert die Nachtruhe noch länger an, sind es sogar 41 Prozent.

Eine mögliche Erklärung: Wer es auf mehr als acht Stunden Schlaf bringt, ist in der Regel älter, körperlich weniger aktiv, depressiver und konsumiert vermehrt Alkohol und Nikotin. Zudem leiden die Betroffenen eher an Bluthochdruck und der Lungenkrankheit COPD.

Auch Schlafmangel ist schädlich

Deshalb möglichst wenig zu schlafen, ist jedoch auch nicht ratsam, wie die Forscher um Chuangshi Wang berichten. Denn wer unter den empfohlenen sechs Stunden Schlaf bleibt, muss mit einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit rechnen. Bei ihnen stieg das Risiko um 9 Prozent.

Kleine Schläfchen tagsüber steigerten das Krankheitsrisiko ebenso, aber nur bei Menschen, die mehr als sechs Stunden pro Nacht ruhten.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • an am 04.01.2019 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schlaf

    Man kann es legen und drehen wie man will, am Ende stirbt man sowieso.

    einklappen einklappen
  • Do Me am 04.01.2019 21:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Ist es nun ungesund mehr als 8 Stunden zu schlafen oder doch eher älter, körperlich weniger aktiv, depressiver zu sein und vermehrt Alkohol und Nikotin zu konsumieren?

    einklappen einklappen
  • Morpheus am 04.01.2019 21:38 Report Diesen Beitrag melden

    Gäääääääääääähn

    die 13215. Studie zum Thema. Gute Nacht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dulidu am 12.01.2019 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    so oder so

    Am ungesündesten ist Leben, gleich gefolgt vom Sterben...denn beides ist tödlich! Solche Studien nützen niemandem und sind rausgeworfenes Geld des Steuerzahlers.

  • rbuechlo19 am 09.01.2019 22:07 Report Diesen Beitrag melden

    Demzufolge laut China

    Sollte jeder Chinese künftig 12 Std. pro Tag arbeiten, damit er nicht zu lange schläft. Also das ist wieder mal eine Studio für die unterste Schublade im Keller!

  • Didi Weidmann am 08.01.2019 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Verwechslung von Ursache und Wirkung

    "Wissenschaftlern", die solchen Stuss verbreiten, sollte der Zugang zu seriösen Publikationsorganen schlicht und ergreifend verweigert werden: Da wird ganz offensichtlich Wirkung und Ursache verwechselt. Natürlich benötigen Personen mit angeschlagener Gesundheit mehr Schlaf, da man sich im Schlaf bekanntlich erholt. Der Umkehrschluss hingegen, dass Leute, die länger schlafen, ein erhöhtes Erkrankungsrisiko hätten, ist sinnlos. Durch längeres Schlafen senkt sich das Erkrankungsrisiko, aber eine bereits bestehende Erkrankung erhöht das Schlafbedürfnis! Darauf kommt man auch ohne Studie!

    • Ueli am 08.01.2019 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Didi Weidmann

      Dann fahr mal nach Toronto und Peking und mach denen die eidgenössische Auffassung von Freiheit in Forschung und Lehre klar. Viel Erfolg.

    • Waddendashier am 10.01.2019 08:36 Report Diesen Beitrag melden

      die berühmten drei Affen lassen grüßen

      Hehehe, genau das habe ich auch gedacht, Didi. Aber Denken ist leider nicht die stärkste Seite der Mediziner .. und aufrechte Verfechtung von Tatsachen auch nicht, z.B. Amalgam-Quecksilber als einzige kostenfreie Zahnfüllung für Kassenpatienten. (Ja, wo gibt's denn sowas? - In Deutschland u.a.) Natürlich wurde in diesen "Studien" hier Ursache und Wirkung verdreht - es liegt doch auf der Hand, dass kranke Leute mehr erholsamen Schlaf brauchen. Das hat jeder schon bei sich selbst festgestellt. Die berühmten drei Affen lassen hier wieder mal grüßen

    einklappen einklappen
  • $oleil am 07.01.2019 20:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlafphasen?

    ich dachte gesunder Schlaf kommt auf die Schlafphase darauf an, nicht auf die Stunden.

  • S.o am 05.01.2019 22:21 Report Diesen Beitrag melden

    Weniger

    Ältere Leute schlafen weniger und ihre REM Phase ist kürzer!