«Bedeutsame Verbindung»

21. August 2019 17:03; Akt: 21.08.2019 17:03 Print

Dreckige Luft ist Gift für die Psyche

Schlechte Nachrichten für smoggeplagte Städter: Zwischen Luftverschmutzung und psychischen Erkrankungen besteht offenbar ein Zusammenhang.

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Auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und psychischen Erkrankungen weist eine US-Studie hin. Sie lege eine «bedeutsame Verbindung» zwischen schlechter Luftqualität und einer Häufung von neuropsychiatrischen Störungen nahe, heisst es im Fachjournal «Plos Biology».

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Die Auswertung habe gezeigt, dass die Zahl von Erkrankungen wie bipolaren Störungen und Depressionen «anscheinend mit der physischen Umgebung, besonders der Luftqualität» in Verbindung stehe, so der Hauptautor der Studie, der Computerbiologe Atif Khan von der University of Chicago.

Nach seinen Angaben ist der Zusammenhang besonders auffällig, wenn die betreffenden Patienten in ihrer Kindheit in Gebieten mit starker Luftverschmutzung gelebt haben.

Schlechte Luft, kranke Psyche

Die Auswertung (siehe Box) ergab, dass in den US-Verwaltungsbezirken mit der schlechtesten Luftqualität die Fälle von bipolarer Störung um 27 Prozent und jene von schwerer Depression um sechs Prozent höher waren als in den Bezirken mit der besten Luft.

Um ihre Ergebnisse abzusichern, werteten die Forscher weiter Gesundheits- und Umweltdaten aus Dänemark aus. Genutzt wurden die Daten von 1,4 Millionen zwischen 1979 und 2002 in dem skandinavischen Land geborenen Menschen. Gezielt analysiert wurden dabei die Informationen über Erwachsene mit neuropsychiatrischen Erkrankungen, die bis zu ihrem zehnten Geburtstag in Gebieten mit starker Umweltverschmutzung gelebt hatten.

Schlechte Luft in der Kindheit besonders schlecht

Die Resultate ähnelten jenen aus den USA. In Dänemark lag demnach die Zahl der Fälle von bipolarer Störung in den Bezirken mit der schlechtesten Luft um 29 Prozent höher als in jenen mit der besten Luftqualität.

Bei anderen psychischen Erkrankungen war der statistische Zusammenhang mit einer Kindheit in dänischen Gegenden mit besonders schlechter Luft sogar noch deutlicher: Die Fälle von schwererer Depression etwa waren dem Bericht zufolge um 50 Prozent, jene von Schizophrenie um 148 Prozent häufiger als in den Bezirken mit der gesündesten Luft.

Kritik und Rückendeckung

Die Ergebnisse der Forscher aus Chicago sind allerdings nicht unumstritten. Andere Wissenschaftler führen ins Feld, dass eine statistische Korrelation noch nicht beweist, dass Umweltverschmutzung tatsächlich eine neuropsychiatrische Erkrankung auslösen kann. In der Studie wurde nicht untersucht, in welcher Weise Chemikalien aus der Luft sich möglicherweise auf das Nervensystem auswirken können.

Laut «PLOS One» deuten jedoch zahlreiche Tierexperimente darauf hin, dass umweltverschmutzende Chemikalien die Funktion von Nervenbahnen beeinträchtigen können.

(fee/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lääser am 21.08.2019 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ursache

    Liegt es an der Luft oder vielleicht daran, dass dort, wo es schlechte Luft hat, auch die Umgebung oft wenig "artgerecht" ist mit viel Dichtestress, Lärm und wenig Natur und Erholung?

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  • Joseph am 21.08.2019 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ach nein - wirklich

    und dafür braucht es eine Studie Wie beim Trinkwasser - oh WUnder das Gift geht dsruch den Boden ins Wasser und kommt wieder aus dem Boden mit dem Grundwasser / Quellwasser. Ich habe das Gefühl, die Menschen entwicklen sich rückwärts.

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  • Adrian Wolf am 21.08.2019 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Das Besserwisser

    Man wird ja , in die Stadt gedrängt die meisten Jobs sind in Städten . Leider ist das ein Teufelskreis...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • MarLi am 22.08.2019 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Klimakiller Arbeitsweg

    Zeit für eine Petition Arbeit zu verbieten um das Klima und die Atemluft zu retten würd ich mal meinen.

  • Willi G. am 22.08.2019 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Na dann los...

    Macht mal diese Städte sauber, tut was dagegen. Wir brauchen mehr Gretas, auch in der CH.

    • sellina am 22.08.2019 11:37 Report Diesen Beitrag melden

      Stadtgretas , aber nicht bei uns im Dorf

      Es gibt sie noch , die schöngepflegten Dörfer mit Blumen und Wiesen. Also im Dorf braucht es keine Gretas, dafür sorgen wir Alten schon. Bleibt schön in der Stadt und geht demonstrieren, aber haltet euch schön an den Stadtränden und schreit planlos gen Himmel und Hölle, was ihr Städter am besten könnt.

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  • Marcel am 22.08.2019 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Bin kein Städter

    Aber geplagt bin ich trotzdem. Sobald es kühler wird und die Abgase nicht mehr so schnell in die Höhe steigen bekomme ich Atemnot oder muss die Luft anhalten bei jedem Fahrzeug das vorbei fährt. Da sind mir die Raucher tausend mal lieber. Es muss was mit dem Geruch zu tun haben den Raucherrauch beeinträchtigt mich weit weniger.

    • Willi G. am 22.08.2019 09:15 Report Diesen Beitrag melden

      Unterschied

      Es sind wahscheinlich die Stickstoffe in den Abgasen. Rauch von Zigaretten setzt sich anders zusammen.

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  • Marc Bjorg am 22.08.2019 05:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diesel Verkauf STOP

    Ganz klar. Die Schweiz muss bis 2021 die strengen US NOx Normen für PKW einführen. Das Problem ist nicht CO2 sondern NOx!

  • Unter der Glaskuppel am 22.08.2019 04:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EPA!

    EPA? Dachte immer, die gibt es nur bei den Simpsons.