Erkältung

16. Februar 2011 12:39; Akt: 16.02.2011 12:49 Print

Schneller besser fühlen mit Zink

Mit der Einnahme des Spurenelements Zink lässt sich nicht nur die Intensität, sondern auch die Dauer einer Erkältung beeinflussen. Das zeigte jetzt eine wissenschaftliche Analyse mehrerer Studien.

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Überraschung! Wie , England, herausgefunden haben. Das Dumme: Alkohol schwächt das Immunsystem und produziert giftige Abbauprodukte, die Krebs oder andere schwere Erkrankungen begünstigen können. Da ist man mit einer Erkältung vergleichsweise gut bedient, oder? Eine Erkältung bekommt man, wenn man friert. Das ist nicht oder zumindest nicht ganz korrekt. Frieren kann das Immunsystem schwächen - so wird man empfänglicher für eine Infektion, die (unter anderem) durch sogenannte Rhinoviren ausgelöst wird. Ohne Viren keine Erkältung! Andererseits kann Frieren ein mögliches Anzeichen für eine Erkältung sein, die man sich bereits eingefangen hat. «Pass auf dich auf, sonst wird aus deiner Erkältung noch eine Grippe!» Liebes Grosi, mit diesem Rat liegst du daneben! Grippe- (Influenza-) und Erkältungserreger (Rhino-, Adeno- und Coronaviren) haben nichts miteinander zu tun. Denkbar ist allerdings, dass das Immunsystem - zum Beispiel durch eine Erkältung - derart geschwächt ist, dass es sich für Grippe-Viren anfälliger zeigt. «Küss mich nicht, sonst steck ich dich noch an!» Diese Angst ist - zumindest teilweise - unbegründet, wenn man einer Studie der Glauben schenken darf. Sogenannte Rhinoviren (sie sind besonders häufig für eine Erkältung verantwortlich) führen, wenn sie in den Mundraum gelangen, eher selten zu Infektionen. Küssen stärkt das Wohlbefinden und damit auch das Immunsystem. Wer weiss, vielleicht reicht das aus, um dem «Pfnüsel» Paroli zu bieten? Vitamin C hilft gegen Erkältungen? Leider nur eine Mär! Vitamine, zugeführt durch eine ausgewogene, gesunde Ernährung, sind für den Organismus zwar essentiell. Hat man sich das Virus aber bereits eingefangen, kann man sich eine zusätzliche Vitaminzufuhr getrost sparen. Auch auf die ist kein Verlass! Zink hingegen hilft einer im Februar 2011 veröffentlichten Meta-Studie der zufolge bei Erkältungen. Durch die Einnahme des Spurenelements werden die Symptome abgeschwächt und die Dauer der Erkrankung verkürzt. Doch selbst auf solche Meta-Analysen ist offenbar kein Verlass, wie ein Artikel zeigt, der sich kritisch mit der Cochrane-Untersuchung Ab in die Wäsche und die Viren sind abgetötet. Stimmt leider nicht! Einige Erkältungsviren sind derart hartnäckig, dass sie sogar die 30-Grad-Wäsche überleben. Während der Erkältungsphase also lieber Textilien tragen, die sich auch bei höheren Waschtemperaturen reinigen lassen.

Die grössten Erkältungsirrtümer.

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Erkältungserkrankungen lassen sich effektiv mit Hilfe von Zink-Nahrungsergänzungspräparaten behandeln. Zu diesem Schluss kamen der Cochrane Library (siehe Box) angehörende Wissenschaftler nach systematischer Analyse mehrer Studien.

Rund 40 Prozent aller Fehlzeiten in Schule und Beruf lassen sich jedes Jahr auf Erkältungen zurückführen. Bereits im Jahr 1984 zeigte eine Studie, dass die Einnahme von Zink die Dauer der Krankheit verkürzen kann. Seither gab es zahlreiche medizinische Studien zu diesem Thema – allerdings mit widersprüchlichen Resultaten.

Weniger Antibiotika dank Zink?

Im Jahr 1999 beurteilte Cochrane mehrere Studien zu Zink in Verbindung mit Erkältungserkrankungen. Dazu lagen den Wissenschaftlern 15 Studien und Analysen mit insgesamt 1 360 Probanden vor. Die Überprüfung der Studien zeigte bereits damals, dass sich die Intensität der Symptome abschwächte und die Dauer der Erkrankung verkürzt wurde, nachdem die Probanden regelmässig zu Zink-Präparaten griffen.

Eine wichtige Erkenntnis, nicht zuletzt, weil bei Infekten häufig zu Antibiotika gegriffen wird. Das wiederum führt zu immer mehr der gefürchteten Antibiotika-Resistenzen.

«Die neue Bewertung untermauert die These, dass sich Zink bei der Therapie von Erkältungserkrankungen bewährt», sagt der an der Meta-Analyse beteiligte Foscher Meenu Singh vom Institute of Medical Education and Research im indischen Chandigarh. Trotzdem ist es gemäss Singh noch zu früh für eine generelle Empfehlung. Noch habe man zu wenig Daten darüber, in welcher Dosis, beziehungsweise wie lange man das Zinkpräparat einnehmen müsse.


(rre)