Baby an Bord

12. Mai 2014 18:13; Akt: 13.05.2014 11:04 Print

Schwangere haben mehr schwere Autounfälle

Weil sie oft unkonzentrierter und müde sind, verunfallen schwangere Frauen häufiger im Strassenverkehr. Auf den Beifahrersitz müssen sie deshalb aber nicht wechseln.

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Schwangere sollten beim Fahren vorsichtiger sein, fordern Mediziner. (Bild: Colourbox.com)

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Im zweiten Drittel der Schwangerschaft steigt bei Frauen das Risiko für einen schweren Verkehrsunfall deutlich an. Das ergab eine Auswertung der Daten von mehr als 500'000 Schwangeren in Kanada, die im «Canadian Medical Association Journal» veröffentlicht wurde.

Donald Redelmeier und seine Kollegen vom Sunnybrook Health Sciences Centre in Toronto untersuchten das Unfallrisiko der Frauen während eines Zeitraums von fünf Jahren.

Deutlicher Anstieg

Demnach stieg im zweiten Schwangerschaftsdrittel die Anzahl der Unfälle mit mindestens zwei beteiligten Fahrzeugen, bei denen eine medizinische Notversorgung erforderlich wurde, fast um die Hälfte an. Während den Frauen als Fahrerin in den Jahren vor der Schwangerschaft durchschnittlich 177 solcher Unfälle im Monat passierten, erhöhte sich diese Zahl im zweiten Trimester auf monatlich 252 Unfälle.

Die Studie beachtete dabei nicht, wer Verursacher war. Schwangere als Fussgängerin oder Mitfahrerin hatten in dem Zeitraum jedoch keine derartige Erhöhung an Unfällen.

Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Zerstreutheit

Die Forscher führen das gestiegene Unfallrisiko im zweiten Schwangerschaftsdrittel auf häufige Begleiterscheinungen wie Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Zerstreutheit zurück. Zur Mitte der Schwangerschaft treten diese Einschränkungen zusehends auf, obwohl oft noch wenig körperliche Veränderungen wahrnehmbar sind. Daher könne es gerade dann leicht zu einer Selbstüberschätzung der Schwangeren kommen, vermuten Redelmeier und seine Kollegen.

Die Wissenschaftler sehen ihre Ergebnisse nicht als Aufforderung an Schwangere, nicht mehr zu fahren, sondern dabei vorsichtiger zu sein. Die Studie unterstreiche, dass sicheres Fahren zu einer guten Schwangerschaftsvorsorge gehöre, erläuterte Redelmeier in einer begleitenden Pressemitteilung. «Das absolute Unfallrisiko ist bei Schwangeren aber immer noch geringer als bei Männern der gleichen Altersgruppe.»

(fee/sda)