HIV-Infektionen

12. Juni 2015 11:41; Akt: 12.06.2015 16:22 Print

Schwule sollen alle drei Monate zum HIV-Test

Zürcher Forscher haben widerlegt, dass HIV-Infektionen Grippesymptome mit sich bringen. Sie empfehlen deshalb regelmässige Tests.

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Regelmässige Tests empfohlen: Eine Laborantin in Lausanne untersucht Blutproben. (Archivbild) (Bild: Keystone)

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Ein Drittel der neu mit HIV angesteckten Patienten entwickelt zunächst keine Symptome. Die Ansteckung wird dann erst im Rahmen eines HIV-Routinetests diagnostiziert. Personen aus Risikogruppen sollten sich deshalb alle drei Monate auf HIV testen lassen.

In seiner im März lancierten Love-Life-Kampagne weist das Bundesamt für Gesundheit (BAG) darauf hin, dass bei Grippesymptomen ausserhalb der Grippesaison an eine HIV-Infektion gedacht werden müsse und ein HIV-Test durchgeführt werden sollte. Doch Forscher am Universitätsspital Zürich (USZ) zeigen nun, dass diese Symptome kein zuverlässiger Indikator sind.

290 Personen untersucht

Die Forscher haben bei 290 Patienten zum Zeitpunkt der HIV-Primoinfektion untersucht, wie viele von ihnen nach der Ansteckung atypische oder unerwartete HIV-Symptome entwickelt haben. Die HIV-Primoinfektion ist die Phase der ersten sechs Monate nach der Infektion mit HIV.

Sie ist häufig von einem akuten Krankheitsbild begleitet, einer akuten HIV-Infektion. Während dieser Zeit breitet sich HIV rasch im Körper aus und etabliert die Infektion definitiv. Die Betroffenen sind während dieser Phase hoch ansteckend.

Keine grippeähnlichen Symptome

Die Resultate zeigen, dass sich eine HIV-Primoinfektion oft nicht grippeähnlich manifestiert und die Zeichen einer Infektion unzuverlässig und zu wenig spezifisch sind. Selbst wenn Symptome ganz fehlen, könne eine Infektion mit HIV nicht ausgeschlossen werden, teilte das USZ am Freitag mit.

Von den untersuchten Patienten hatten 88, also ein Drittel, während der Phase der HIV-Primoinfektion atypische oder unerwartete Symptome oder Krankheitsbilder entwickelt, und 202 Patienten (70%) typische Symptome. Dies berichten die Forscher im Fachjournal «Clinical Infectious Diseases».

14 der 88 «atypischen» Patienten hatten gar keine Symptome; ihre Infektion wurde erst bei einem HIV-Routinetest festgestellt. Nur bei 112 Patienten (38%) wurde gleich beim ersten Arztbesuch eine HIV-Infektion vermutet und entsprechend ein HIV-Test durchgeführt.

Schwule sind Risikogruppe

Risikogruppe sind laut den Forschern Männer, die Sex mit Männern haben. In dieser Gruppe ist laut den neusten BAG-Zahlen 2014 die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Infektionen angestiegen. Die Zürcher Forscher empfehlen diesen Personen, sich alle drei Monate einem HIV-Test zu unterziehen – bei sexuellem Risikoverhalten unabhängig davon, ob Zeichen einer Infektion bestehen.

Die BAG-Zahlen zeigen auch, dass sich mehr Personen innerhalb der HIV-Primoinfektionszeit anstecken. Es sei deshalb wahrscheinlich, dass in gewissen Gebieten über die Hälfte der HIV-Übertragungen durch Personen stattfindet, die eine HIV-Primoinfektion haben und sich ihrer Infektion nicht bewusst sind, hiess es in der Mitteilung.

Eine frühe Therapie könne den Schaden am Immunsystem des Patienten entscheidend verringern. Die Symptome einer HIV-Primoinfektion zu erkennen, diese möglichst früh zu diagnostizieren und die frisch infizierten Patienten rasch zu behandeln, sei daher entscheidend bei der Bekämpfung der HIV-Epidemie und beeinflusse die Kosten im Gesundheitswesen.

(rar/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zitrone am 12.06.2015 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Der Titel des Artikels müsste lauten:

    "Wer Sex mit wechselnden Partnern hat sollte ein Kondom benutzen" - Prävention ist besser als lebenslange medizinische Kontrolle.

  • Jenny am 12.06.2015 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ?!?

    Und die Hetero Männer und Frauen die jedes WE nen anderen Partner haben müssen nicht zum HIV Test. Verkehrte Welt und Disskriminierung

    einklappen einklappen
  • Mike am 12.06.2015 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Oder

    Man(n) könnte einfach einen Gummi verwenden, oder gemeinsam einen HIV-Test machen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heterofrau am 13.06.2015 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlecht gewählter Titel

    Längst nicht alle schwulen Männer gehören der Risikogruppe an - es gibt viele, die in langjährigen und treuen Partnerschaften leben.

  • Warnfinger am 12.06.2015 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ich nicht sehe

    HIV sieht man eben noch nicht, aber bald wird es Chips unter der Haut geben, die alle möglichen Krankheiten anzeigen. Achtet lieber mal auf eure Gesundheit, es könnte euch in naher Zukunft den Job kosten.

  • ProBro am 12.06.2015 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einstellung zur Verhütung

    Wenn jemand vor der Ansteckung schon nicht verhütet, wird er es mit grosser Wahrscheinlichkeit auch nachher nicht tun. Wie soll das gehen, wenn einer sich beim Fremdgehen ansteckt und dann zuhause mit seiner Frau plötzlich ein Kondom anziehen möchte. Es fehlen noch ein paar Exempel dafür, dass es strafbar ist, einen anderen Menschen wissentlich mit HIV anzustecken.

  • Facepalm am 12.06.2015 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Gummi ist empfehlenswerter

    HIV kann alle Menschen betreffen und die bessere Variante wäre, bessere und billiger Zugang zu Kondome.

  • ruth marie am 12.06.2015 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schwachsinn

    so ein Schwachsinn! glaube dass jeder für sich selbst verantwortlich ist und selber weiss was er oder sie zu tun hat. hört endlich auf mit dieser Bevormundung!!