Gesundheit

12. Januar 2020 03:14; Akt: 12.01.2020 03:14 Print

Senioren bekommen trotz Gefahren oft Schlafmittel

Je älter man ist, desto häufiger werden Medikamente mit dem Wirkstoff Benzodiazepin verschrieben. Experten aber warnen davor.

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Eine Studie der Lausanner Universität hat den Schlafmittelkonsum in der Schweiz untersucht. Dabei haben die Wissenschaftler 69’005 Personen im Alter über 65 Jahre einbezogen. Die anonymisierten Daten der Krankenkasse Groupe Mutuel aus dem Jahr 2017 zeigen, dass die Zahl der Verschreibungen von Medikamenten mit dem Wirkstoff Benzodiazepin mit dem Alter zunimmt, schreibt die «SonntagsZeitung»: Während rund 16 Prozent der Senioren zwischen 65 und 69 diese Mittel einnehmen, sind es bei den über 80-Jährigen 26 Prozent.

Die Wissenschaftler stellen zudem fest, dass 16 Prozent der Betroffenen zu viel und über einen zu langen Zeitraum diese Medikamente schlucken. Obwohl die Schweizerische Fachgesellschaft für Geriatrie empfiehlt, bei älteren Menschen «keine Benzodiazepine als Mittel der ersten Wahl gegen Schlaflosigkeit, Unruhezustände oder Verwirrtheit» zu verordnen.

Jürg Beer, Direktor und Chefarzt des Departements Innere Medizin im Kantonsspital Baden, geht noch weiter: «Älteren Menschen sollten möglichst gar keine Benzodiazepine verschrieben werden.» Denn die Nebenwirkungen dieser Medikamente haben es in sich: Abhängigkeit, Schwindel, Gangunsicherheit und Stürze, die nicht selten mit Frakturen einher gehen. Auch können Verwirrtheit und Atemnot auftreten. Aufgrund dieser Begleiterscheinungen kommt es zudem vermehrt zu Verkehrsunfällen. Die Studie, die der SonntagsZeitung vorliegt, zeigt, dass Frauen Benzodiazepine etwa doppelt so häufig konsumieren wie Männer.

(roy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Spaniel am 12.01.2020 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Benzodiazepin

    Es ist halt eine leichte Lösung diese Menschen damit ruhig zu stellen. Sonst müsste man sich noch mit ihnen beschäftigen und nach anderen Lösungen suchen. Traurig aber wahr.

  • Spuldy am 12.01.2020 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Oma

    Meine Oma nimmt seit 50Jahren täglich Schlafmittel (Halcion) und ist jetzt 95 und bei bester Gesundheit. Ich frag mich ehrlich was schädlicher ist : NICHT Schlafen können oder jeden Tag die Pille schlucken und dadurch ausgeruht aufwachen ?! Ihr hats jedenfalls geholfen ... :)

  • Anton Müller am 12.01.2020 03:26 Report Diesen Beitrag melden

    würdig leben

    Ich finde das Drama unangemessen. Ich möchte lieber ohne sorgen Einschlafen, als mit Beschwerden leben. Schwere Medikation zeit ohne Zweifel auf den Ausgang

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pinco Pallina am 13.01.2020 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Genau

    Genau das was ich denke.

  • AN am 13.01.2020 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Benzos gehts bei mir nicht

    Ich bin 34 und nehme seit über 10 Jahren Benzos, genauer gesagt Xanax. Ohne dieses Medikament würde ich den Alltag nicht schaffen und die Menschen und den tagtäglichen Wahnsinn und Stress da draussen nicht aushalten! Bin nur ehrlich. Bin so froh gibt es Xanax

  • lea62 am 13.01.2020 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einschlafhilfe

    Ich nehme seit Jahren Sanalepsi Tropfen. Bin am Tag fit und werde nicht aufhören solange ich noch arbeite und dem Stress ausgesetzt bin.

  • Zürcher am 13.01.2020 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    Gras

    Gras hilft auch:) Braucht kein Rezept und ist günstiger. Ballert halt nicht so krass wie Benzos und das Ganze verschreibungspflichtige Zeugs... Dafür bleibt ihr euch selbst.

  • Paracelziuz am 12.01.2020 23:16 Report Diesen Beitrag melden

    Der Tägliche Wahnsinn

    Leider helfen Bonzos nur einzuschlafen, einen Tiefen generierenden Schlaf können auch diese mittel nicht herbeizaubern. Dazu sollte man diese nicht länger als höchstens 2-3 Wochen einsezten. Die Ursachen zu bekämpfen ist in jedemfall Ratsamer kostet die Geselschaft aber wohl einfach zu viel.