Erbanlange und Übergewicht

15. Oktober 2010 10:42; Akt: 15.10.2010 11:37 Print

So fies können Gene sein

Die einen essen was und so viel sie wollen und sind gertenschlank - andere widerum achten auf die Linie und nehmen trotzdem zu. Wie kann das sein? Die Antwort darauf findet sich in unseren Genen.

Bildstrecke im Grossformat »

Wenn uns die Gene im Stich lassen, hilft wenigstens der Sport ...

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Leben ist ungerecht: Während sich die einen nach einem üppigen Fastfood-Mahl noch eine Rüeblitorte zum Dessert gönnen, ohne mit schwerwiegenden Folgen rechnen zu müssen, ist für andere das Kasteien der Königsweg, um nicht zuzunehmen: Jede Schlemmer-Eskapade wird sofort mit überflüssigen Pfunden quittiert - wie gemein!

Der Grund für dieses naturgegebene Ungleichgewicht liegt in unseren Erbanlagen. In der bislang umfangreichsten Genstudie zu Übergewicht haben Forscher Dutzende Erbanlagen aufgespürt, die die Körpermasse und die Fettverteilung beeinflussen. Die Analyse von fast 250 000 Europäern enthüllte 18 bislang unbekannte Gene, die das Risiko für Übergewicht beeinflussen. Weitere 13 neu gefundene Erbanlagen steuern die Fettverteilung an Bauch und Hüfte.

Zu Adipositas tragen neben Ernährung und Lebensstil auch genetische Faktoren bei. «Verschiedene Menschen sind unterschiedlich anfällig für Übergewicht», sagt Joel Hirschhorn vom Children's Hospital in Boston. «Manche passen nicht auf, was sie essen oder wie viel sie sich bewegen, und nehmen trotzdem nicht zu. Andere kämpfen ständig, damit ihr Gewicht nicht in die Höhe schiesst.»

Weitere Gene entdeckt

Bislang waren insgesamt erst 14 Gene bekannt, die die Körpermasse beeinflussen. Um weiteren Erbanlagen auf die Spur zu kommen, untersuchten mehr als 400 Wissenschaftler fast eine Viertelmillion Europäer. Zusätzlich zu den bekannten Genen fanden sie 18 weitere, die die Körpermasse regulieren.

Eines davon trägt die Information für ein bestimmtes Prohormon, das an der Entstehung von Hunger beteiligt ist. Die Verbindung der meisten übrigen Gene mit dem Energiestoffwechsel ist dagegen neu, wie die Forscher im Fachblatt «Nature Genetics» schreiben. Etwa die Hälfte der 13 neu entdeckten Erbanlagen, die das Fettverhältnis von Hüfte zu Taille beeinflussen, spielt demnach vor allem bei Frauen eine Rolle.

(dapd/ww/it/rre)