Prävention

24. Februar 2020 10:25; Akt: 24.02.2020 16:35 Print

So schützt du dich vor dem Coronavirus

Das Coronavirus hat Italien erreicht. Damit wird es noch wichtiger, auf eine einwandfreie persönliche Hygiene zu achten und heikle Oberflächen zu desinfizieren.

Das neue Coronavirus und die dadurch ausgelöste Krankheit haben offizielle Namen erhalten. (Video: 20M)
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Das neue Coronavirus (Sars-CoV-2) ist in Europa. In Italien starben bereits sieben Personen an der vom Virus ausgelösten Krankheit Covid-19 (siehe Video). In Frankreich starb ein chinesischer Tourist. Fälle wurden zudem aus Deutschland, Spanien, Belgien, Finnland und Schweden gemeldet. Weltweit sind rund 80'000 Menschen infiziert, die grosse Mehrheit davon in der chinesischen Provinz Hubei. In der dortigen Metropole Wuhan ist das Virus erstmals auf einem Tiermarkt von Tieren auf den Menschen übergesprungen. Mindestens 2619 Personen sind daran gestorben, die meisten davon waren über 60 Jahre alt und gesundheitlich bereits angeschlagen.

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Wie kann ich mich schützen?

Hier gelten die gleichen Empfehlungen wie bei der saisonalen Grippe. Am wichtigsten ist eine gute persönliche Hygiene. Dabei steht häufiges und gründliches Händewaschen während jeweils 20 Sekunden im Vordergrund (siehe Video unten). Zusätzlich zum Händewaschen mit Seife kann Händedesinfektionsmittel verwendet werden. Man soll zudem vermeiden, mit ungewaschenen Händen Mund, Nase oder Augen zu berühren. Denn das Virus gelangt über die Schleimhäute in den Körper. Weiterhin gilt auch: Beim Husten und Niesen soll der Mund mit der Armbeuge abgedeckt werden. Oder noch besser sollte man in ein Papiertaschentuch niesen oder husten. Das Taschentuch sollte anschliessend rasch in einem verschlossenen Mülleimer entsorgt werden. Nach Möglichkeit sollten kranke Menschen gemieden werden.

Übrigens: Wie Händewaschen richtig geht, zeigt das folgende Video des Bundesamtes für Gesundheit. Wer nicht in Kauf nehmen will, sich selbst oder andere Menschen mit Krankheiten anzustecken, sollte es sich – unabhängig vom neuen Coronavirus – zu Herzen nehmen.

Schützen Masken gegen eine Ansteckung?

Auch wenn das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit in Wuhan vorgeschrieben ist: Die einfachen Masken, auch Mund-Nasen-Schutz oder Hygienemasken genannt, schützen nur unzuverlässig vor Ansteckungen mit dem Coronavirus, da die Übertragung mittels Tröpfcheninfektion erfolgt. Die Masken schliessen nicht dicht, haben keinen Luftfilter und lassen die Augen frei. Sie können allerdings davor schützen, dass man sich mit den Fingern an Mund oder Nase berührt, was laut einer Studie von 2016 rund 23-mal pro Stunde passiert.

Das Problem bei Masken ist zudem, dass sie meist nicht richtig gehandhabt werden. Man trägt sie nicht ununterbrochen, greift darunter, wenn es im Gesicht juckt, legt sie zum Telefonieren ab und tauscht sie zu wenig oft aus. Wer allerdings aus dem Risikogebiet zurückgereist ist oder Kontakt mit einer infizierten Person hatte, sollte eine Hygienemaske tragen, um andere vor einer Ansteckung zu schützen, wie die das BAG rät.

Wie lange überlebt das Virus ausserhalb des Körpers auf Oberflächen?

Die kurze Antwort ist: Niemand weiss es. Es gibt aber Studien zu vergleichbare Coronaviren wie Sars (Severe Acute Respiratory Syndrome) und Mers (Middle East Respiratory Syndrome). Diese Viren können auf Oberflächen wie Metall, Glas oder Plastik bis zu 9, auf Papier bis zu 5 Tage überleben, wie deutsche Forscher im «Journal of Hospital Infection» schreiben. Ob sich das neue Virus auf Oberflächen gleich verhält, können sie aber nicht sagen. Auch nicht, wie schnell und wie viele Viren bei Berührung von kontaminierten Oberflächen an den Händen kleben bleiben.

Wie kann ich Oberflächen am besten dekontaminieren?

Gut wirken gewöhnlicher Alkohol und Natriumhypochlorit (NaClO), das in Haushaltsbleichmitteln vorhanden ist. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) empfiehlt, Oberflächen nach nach dem normalen Putzen mit 70-prozentigem Ethanol einzureiben. Alternativ können Flächen nach der Reinigung Flächen auch mit einer 0,1-prozentigen NaClO-Lösung abgerieben werden. Das ist 1/50 der in Bleichmitteln für den Haushalt üblichen Konzentration von 5 Prozent. Allerdings ist NaClO nicht für alle Oberflächen geeignet. Hier gibts die Empfehlungen der ECDC als PDF. Alternativ kann laut BAG 0,1-prozentiges Javelwasser (Kaliumhypochlorit) verwendet werden.

Wie erkenne ich, ob ich infiziert bin?

Infizierte klagen in den meisten Fällen über Husten, Fieber und Kurzatmigkeit, zum Teil auch über Übelkeit und Durchfall. Mildere Fälle gleichen also der saisonalen Grippe. Bei schwerer Erkrankung kommt es zu einer Lungenentzündung. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit kann nach heutigem Wissensstand bis zu 14 Tage betragen.

Wer Beschwerden hat, soll sich nicht persönlich zu den Gesundheitseinrichtungen wie Spitäler zu begeben, sondern sich per Telefon mit dem Hausarzt oder der Notzentrale in Verbindung zu setzen, wie der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte. Das BAG hat zwei Infolinien eingerichtet, die täglich von 8 bis 18 Uhr besetzt sind. Die Nummer für die Bevölkerung lautet +41 58 463 00 00, jene für Reisende: +41 58 464 44 88.

Was passiert bei einem Verdachtsfall?

Bei einem Verdachtsfall wird die erkrankte Person vom Arzt nach Reisen, Kontakten mit Infizierten sowie Krankheitssymptomen befragt und isoliert. Ärzte und Labors müssen Fälle mit Verdacht auf Coronavirus innert zweier Stunden den Kantonen und dem Bund melden. Dann wird ein Rachen-Nasen-Abstrich ans Referenzzentrum für neuauftretende Virusinfektionen am Universitätsspital Genf geschickt. Dort dauert es acht Stunden, bis ein Testresultat vorliegt. Erst wenn ausgeschlossen werden kann, dass das Sars-CoV-2 oder ein anderes gefährliches Virus für die Erkrankung verantwortlich ist, darf die Quarantäne aufgehoben werden. Bestätigt sich eine Infektion, müssten auch enge Kontaktpersonen für zwei Wochen in Quarantäne.

Wie wird die Krankheit behandelt?

Da es sich um eine virale Erkrankung handelt, nützen Antibiotika nichts. Das heisst, der Körper muss sich selber heilen. Es können nur die Symptome behandelt werden. Erkrankte brauchen viel Ruhe und sollten genug trinken. Bei einer schweren Lungenentzündung muss der Patient möglicherweise künstlich beatmet werden. Es gibt keine zugelassenen Medikamente für die Behandlung von Coronaviren.

Gibt es einen Impfstoff?

Nein. Allerdings arbeiten Forscher auf Hochtouren daran, einen Impfstoff zu entwickeln. Da das neue Coronavirus sehr schnell identifiziert werden konnte, besteht die Hoffnung, dass bereits in einigen Monaten ein Impfstoff getestet werden kann. Wann aber ein marktfähiges Produkt zur Verfügung stehen wird, kann zurzeit nicht abgeschätzt werden.

Eine erste Version dieses Artikels erschien am 27. Januar 2020.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sulj am 27.01.2020 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sollte selbstverständlich sein

    Hände waschen sollte eigentlich eine Selbverständlichkeit sein und das Händeschütteln und Küssen vorläufig Tabu sein.

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  • Nik am 27.01.2020 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt so sicher nicht !

    3000 Leute ? Als ob sie 56 Millione Leute wege so wenigen einspeeren würde. Also ob sie Zürich wegen einem Todesfall abriegeln würden !!!

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  • Chimp am 27.01.2020 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FFP3-Masken

    Es gibt Masken, die vor Viren (und mehr) schützen, nämlich die nach FFP3-Norm.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sebastian am 24.02.2020 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider

    Es wird auch die Schweiz ereichen da bin ich mir sicher. Von China bis italien hats auch nicht lange gedauert und italien bis in die Schweiz ist nur noch formsache. Auch nicht förderlich sind die Schweizer selber die übers Wochenende auf Florenz, Paris oder Barselona gehen. Da können die Schweizer leider keine abstimmung machen und sagen dass sie nicht mitmachen beim coronavirus.

  • Peter am 24.02.2020 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vitamin D schützt

    Vitamin D Blutkonzentration überprüfen lassen ... Gute Vitamin D Abdeckung ist bei solchen Lungeninfekten lebensrettend.,,,

  • Erich am 24.02.2020 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wäre möglich, aber wir wollen es nicht

    Einfach mal ein paar Monate die Globalisierung komplett stoppen. Keine Flüge, keine Grenzübetritte. Aber das ist es uns ja dann doch nicht wert.

    • K ehrich t am 24.02.2020 16:41 Report Diesen Beitrag melden

      @Erich

      Auf einem Globus kann und konnte man noch nie die Globalisierung stoppen. Das entspricht von Natur aus nicht dem Sinn der Sache, kapiert? So einfach ist das. Zudem ist es einfach ein Virus welches Todesopfer fordert wie jedes andere Virus auch. Zum Glück handelt es sich um die Grippe und nicht um Ebola.

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  • Lusbueb am 24.02.2020 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    BAG = bundesamtliche Gefahr

    Grenzschliessungen würden nichts nützen, da der Virus sich nicht an Grenzen halte. Ob er sich wohl an Infokampagnen haltet?

  • Ardit am 24.02.2020 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Coronavirus

    Jetzt wird der Virus die Schweiz beherrschen