Fruchtbarkeit

06. März 2019 18:40; Akt: 06.03.2019 20:03 Print

Spermienqualität ist um 50 Prozent gesunken

Zwei Chemikalien, die in vielen Haushalten anzutreffen sind, werden für den dramatischen Einbruch in der Spermienqualität mitverantwortlich gemacht.

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Forscher der Universität Nottingham haben zwei von Menschen geschaffene Chemikalien identifiziert, die einen negativen Einfluss auf Spermien haben. Als Schuldige wurden die Chemikalien DEHP, ein Weichmacher auf Phthalatbasis, und polychloriertes Biphenyl 153 (PCB 153) ausgemacht. DEHP ist in Teppichen, Bodenbelägen, Kleidern und Spielzeug zu finden und kann von dort in unser Essen gelangen. Die krebsauslösende Industriechemikalie PCB 153 wurde bis zu ihrem Verbot 1980 in verschiedenen Bereichen eingesetzt, darunter auch in Fugendichtungsmassen. Und zwar nicht nur bei Männern, sondern auch bei Haushunden. Laut den englischen Forschern ist in den letzten 80 Jahren weltweit die Spermaqualität um 50 Prozent zurückgegangen. Doch es gibt auch Möglichkeiten, die Spermaqualität zu verbessern. Geht es nach einer neuen Studie der Harvard T.H. Chan School of Public Health, machen diese Männer alles richtig: Wer Boxershorts trägt, hat mehr Spermien ... ... als Liebhaber enger Unterhosen. Im Vergleich zu Männern, die andere Unterhosen bevorzugten, hatten die Boxershorts-Träger 17 Prozent mehr Spermien. Ausserdem gibt es weitere Wege, die männliche Zeugungsfähigkeit positiv zu beeinflussen: Männern, die eine Familie gründen wollen, sei geraten, regelmässig Nüsse zu essen. Wie spanische Forscher an der 34. Jahrestagung der European Society of Human Reproduction and Embryology berichteten, dürfen sich Männer, die täglich 60 Gramm Nüsse essen, über deutliche Verbesserungen bei der Anzahl, Vitalität, Motilität und Morphologie ihrer Spermien freuen. Eine weitere Studie hat ergeben, dass Männer mit Kinderwunsch vorsichtig mit der Einnahme des Schmerzmittels Ibuprofen sein sollten. Generell gilt, dass Fortpflanzungsstörungen bei Männern in der westlichen Welt zunehmen. Das haben in den vergangenen Jahren gleich mehrere Studien gezeigt. Weitere spannende Fakten zum männlichen Geschlecht verraten wir Ihnen in den folgenden Bildern. Im männlichen Geschlechtsteil enden rund 4000 Nerven. Das erklärt, warum Vorhaut, Eichel und das Vorhautbändchen zu den wichtigsten erogenen Zonen eines Mannes zählen. Apropos Details: Von der Vorhaut über das Vorhautbändchen und den Hodensack bis zum Damm verläuft die Penisnaht (Raphe penis). Dabei handelt es sich um eine Verwachsungsnaht. Bis zur 7. Schwangerschaftswoche sind die Genitalien aller Embryos weiblich. In der 8. Woche beginnt im Körper von Embryos mit männlicher Anlage die Produktion von männlichen Hormonen. Die winzigen Schamlippen schliessen sich und formen sich zur Verwachsungslinie. Obwohl dieser Teil der Entwicklung bei allen Penissen gleich läuft, gibt es zwei Arten Penis: Der Blutpenis ist im schlaffen Zustand klein. Er wächst während der Erektion deutlich. Der Fleischpenis ist auch schlaff schon ziemlich gross und hat dem im erigierten Zustand meist nur wenig hinzuzufügen. (Bild: Penis-Festival in Kawasaki) Der längste dokumentierte Penis soll übrigens sage und schreibe 48,3 Zentimeter lang sein und dem Pornostar Long Dong Silver gehören. Allerdings gibt es Behauptungen, die imposante Länge verdanke er einer geschickten Bildmanipulation und einer täuschend echten Prothese. Laut dem amerikanischen Pionier der Sexualforschung, Alfred Kinsey, kann ein Mann übrigens innerhalb von drei Sekunden eine Erektion bekommen. Je nach Alter des Mannes wird sein Penis etwa elfmal pro Tag steif. Zusätzlich bekommt das männliche Geschlecht im Schlaf durchschnittlich fünf weitere Erektionen. Von einer Dauererektion (Priapismus) spricht man, wenn die Erektion länger als zwei Stunden anhält. Doch wünschen sollte man sie sich nicht. Denn die Angelegenheit ist ziemlich schmerzhaft. Priapismus ist immer ein Notfall. Deshalb muss ein Arzt spätestens sechs Stunden nach dem Beginn der Dauererektion die Behandlung einleiten, sonst stirbt Gewebe unwiderruflich ab. Bei einen Penisbruch handelt es sich nicht um eine richtige Fraktur. Vielmehr wird das Einreissen der Penis-Schwellkörper als Penisbruch bezeichnet. Dies kann nur im erigierten Zustand passieren, etwa wenn er beim Sex zu ruckartig abgeknickt wird. Bei einem Penisbruch ist ein knackendes, peitschenartiges Geräusch zu hören. Danach setzt ein heftiger Schmerz ein, der Penis schwillt an und färbt sich blau. Viele Männer haben Komplexe wegen ihres vermeintlich zu kleinen Penis. Dabei ist der Riesenpenis nichts anderes als ein Riesenmythos. So haben 95 Prozent der Männer einen - im Ruhezustand - zwischen 7,5 und 15 Zentimeter langen Penis. Alles über 19 Zentimeter ist als Ausnahme zu betrachten. Nach Schätzungen haben weltweit nur 5000 Männer einen Penis, der erigiert länger als 30 Zentimeter ist. Noch bevor der Mann zum Höhepunkt kommt, tritt ein leicht klebriges und farbloses Sekret aus der Penisspitze: der Lusttropfen (Präejakulat), das männliche Pendant zum weiblichen Scheidensekret. Zusammen wirken beide wie ein natürliches Gleitmittel. Der Penis stösst das Ejakulat mit einer Geschwindigkeit von etwa 17 Kilometern pro Stunde aus. Das ist vergleichbar mit dem Tempo von Langstreckenläufern. Bei einzelnen Männern wurden sogar Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde gemessen. Tempo ist wichtig, damit die Spermien mit möglichst viel Druck in die Vagina gelangen. Das steigert die Chancen einer erfolgreichen Befruchtung. Beim Sex ist das Ejakulat durchschnittlich um 20 Prozent umfangreicher, als wenn der Mann selbst Hand anlegt. Laut Forschern produzieren Männer in ihrem Leben rund 50 Liter Sperma. Vorausgesetzt, sie ejakulieren von Jugend bis zum Rentenalter jeden zweiten Tag einmal. Für manche Männer ist nicht nur die Grösse ihres besten Stücks wichtig: Auch stark muss er sein. Den Titel als Mann mit dem stärksten Penis der Welt sicherte sich 1995 ein gewisser Mo Ka Wang aus Hongkong. Er stemmte 120 Kilogramm mit seinem Glied. Möglich war das nur dank jahrelangem Training. Wer sich bisher die Männlichkeit verletzte, hatte das Nachsehen. Doch nun ist es Forschern gelungen, im Labor ein Glied zu züchten, das wie ein normaler Penis funktioniert.

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In den letzten 80 Jahren ist die weltweite Spermaqualität um 50 Prozent zurückgegangen. Das schreiben Forscher der Universität Nottingham in einer neuen Studie. Weshalb das so ist, ist bis heute nicht geklärt. Es stehen zahlreiche Gründe im Verdacht: von der zu warmen Windel bei Säuglingen über Aspirin bis zum Handy in der Hosentasche. Doch Genaueres wusste man bisher nicht.

Nun haben die englischen Forscher zwei von Menschen geschaffene Chemikalien identifiziert, die einen negativen Einfluss auf Spermien haben, wie sie in den «Scientific Reports» schreiben. Und zwar nicht nur bei Männern, sondern auch bei Hunden. Die vierbeinigen Freunde waren es auch, die die Forscher 2016 auf die richtige Spur brachten.

Gefahr lauert im Haus

Damals stellte die Uni Nottingham fest, dass die Qualität der Spermien auch bei Haushunden über mehrere Jahrzehnte abgenommen hat, wie Sciencealert.com berichtet. Auf der Suche nach der Ursache wurden die Wissenschaftler in den Heimen und im Essen der Hunde fündig.

Als Schuldige wurden die Chemikalien DEHP, ein Weichmacher auf Phthalatbasis, und polychloriertes Biphenyl 153 (PCB 153) ausgemacht. DEHP ist in Teppichen, Bodenbelägen, Kleidern und Spielzeug zu finden und kann von dort in unser Essen gelangen. Die krebsauslösende Industriechemikalie PCB 153 wurde bis zu ihrem Verbot 1980 in verschiedenen Bereichen eingesetzt, darunter auch in Fugendichtungsmassen.

Spermien weniger beweglich

Für ihre aktuelle Studie haben die Forscher Spermaproben von elf Männern und neun Rüden in identischen Tests diesen Chemikalien in Mengen, wie sie in Haushalten anzutreffen sind, ausgesetzt. Es zeigte sich, dass beide Chemikalien bei beiden Spermienarten zu reduzierter Beweglichkeit und erhöhter Fragmentierung der DNA führten.

Die Forscher hoffen nun, künftig den Einfluss der Umweltverschmutzung auf unsere Fruchtbarkeit mithilfe von Hunden besser untersuchen zu können. Dies nicht zuletzt, weil sich etwa die Ernährung von Hunden besser kontrollieren lässt als bei menschlichen Studienteilnehmern. Und das lässt genauere Ergebnisse zu.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patrick am 06.03.2019 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    Qualitätseinbusse

    Weniger Menschen gibt es deswegen nicht. Allerdings, was deren Qualität betrifft...

  • ely ely am 06.03.2019 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ende gut alles gut

    na endlich. somit ist das Klima problem gelöst. wir vermehren uns nicht mehr.

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  • Kanichnechen am 06.03.2019 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur

    auch wird die Menschheit aufgrund dieser Stoffe dümmer.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Merlin82 am 07.03.2019 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    los daumen runter

    an alle die denken es sei die Natur die sich rächt oder sowas ähnliches... ihr habt nichts verstanden... Aufklärungsressistente ignoranten...

  • Vasectomist am 07.03.2019 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Weltweite Überbevölkerung

    Finde ich super,Wir haben weltweite Überbevölkerung.

  • Avia am 07.03.2019 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einer reicht

    Wenn es einer bis ans Ziel schafft, so reicht dies in der Regel. Die anderen 100 Mio rennen eh vergebens

  • juka am 06.03.2019 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    augenscheinlich betrifft

    es auch die Qualität der Menschen die im gleichenmass abgenommen hat. Leider aber nicht die Anzahl der homo Sapiens.

  • webbly am 06.03.2019 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chemtrails

    zeigen Wirkung.

    • René am 07.03.2019 08:50 Report Diesen Beitrag melden

      Bei manchen Kommentatoren

      frage ich mich, wie sie als Spermium das Rennen gewinnen konnte. Faszinierend....

    • Michi am 07.03.2019 14:16 Report Diesen Beitrag melden

      Der mit dem Aluhut

      Ja René, es gibt eben nichts, was es nicht gibt, nicht wahr? ;)

    • Merlin82 am 07.03.2019 15:16 Report Diesen Beitrag melden

      René

      als igronant lebt es sich einfacher, nicht wahr? Wenn man dann noch seine mitmenschen diffarmieren kann, blüht das Ego,... Toll

    • Moin Leute am 09.03.2019 14:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @René

      Chill mal! Bei solchen Kommentaren merkt man sofort, dass der Verfasser trollt.

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