«Neuronale Stammzellen»

16. März 2011 22:29; Akt: 16.03.2011 21:00 Print

Studie: Hoffnung auch für Samuel?

von Deborah Sutter - Die Uniklinik Balgrist betritt Neuland: Stammzellen sollen zum Durchbruch in der Therapie von Querschnittgelähmten verhelfen.

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Querschnittgelähmte könnten vielleicht bald neue Hoffnung schöpfen: «Wir dürfen weltweit als erste Klinik eine Studie mit neuronalen Stammzellen an Patienten mit chronischer Paraplegie durchführen», sagt der Ärztliche Direktor des Paraplegikerzentrums der Uniklinik Balgrist, Armin Curt. Für die verletzten Nervenzellen von Patienten mit chronischer Rückenmarkverletzung gibt es bislang keine Therapiemöglichkeit. Bei dieser Studie injiziert man Stammzellen in das Rückenmark. Stammzellen haben die Fähigkeit, zu verletzten Stellen zu wandern, sich zu Nervenzellen zu verwandeln und so den Schaden zu «flicken».

Das derzeit wohl prominenteste Querschnitt-Opfer Samuel Koch, der bei einer «Wetten, dass ..?»-Sendung verunglückte, kann als Tetraplegiker jedoch nicht an der Studie teilnehmen: «Wir müssen in der ersten Phase zunächst herausfinden, ob die Therapie ausreichend sicher ist. Für vom Hals abwärts gelähmte Menschen ist das Risiko vielleicht zu gross – wenn da nur wenig schiefgeht, kann das schlimme Folgen haben», sagt Curt. Das Paraplegikerzentrum rekrutiert nun drei komplett ­Querschnittgelähmte, die am neuartigen Experiment teilnehmen können. «Ich glaube aber noch nicht an Wunder. Dass komplett Querschnittgelähmte innert weniger Wochen wieder laufen, ist unwahrscheinlich», so Curt. «Aber schon kleine Verbesserungen des Zustandes wären ein Erfolg.»