Infektionen nehmen zu

21. Januar 2019 09:54; Akt: 21.01.2019 10:51 Print

WHO erklärt Impfgegner zur globalen Bedrohung

Eigentlich sollten Masern bald ausgerottet sein. Aber wegen Impfgegnern breitet sich die gefährliche Krankheit weiter aus.

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Die Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm, denn eigentlich könnten die Masern längst ausgerottet sein. Doch mangelnde Impfbereitschaft verhindert das. Dabei führt laut einer US-Studie eine Verringerung der Quote bei der Kombi-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) um 5 Prozent zu einer Verdreifachung der Masernfälle. Auf die Schweiz angewandt würde das bedeuten, dass die Fallzahl von 66 Fällen (2016) auf knapp 200 steigen würde. Um die Bevölkerung vor einer Infektion zu schützen, ist es wichtig, die Masern zu eliminieren. Dafür muss eine Impfquote von 95 Prozent erreicht werden. Dann kann sich der Erreger nicht mehr verbreiten. Nur so können immunschwache Menschen, ... ... das heisst jene, die sich aus medizinischen Gründen wie beispielsweise Allergien oder akuten Infektionen nicht impfen lassen können, sowie Babys im ersten Lebensjahr geschützt werden. Den besten Schutz bringt die Kombi-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR). Die Schutzwirkung einer Masernimpfung mit zwei Dosen wird mit mehr als 98 Prozent angegeben. Selbst in den seltenen Fällen, in denen es trotz Impfung zu Masern kommt, ist der Krankheitsverlauf abgeschwächt. Das Perfide an Masern: Erkrankte sind auch dann schon ansteckend, wenn sie noch nicht den typischen Hautausschlag entwickelt haben. Denn die Infektionsgefahr besteht drei bis fünf Tage vor dem Ausbruch des Hautausschlags und bis vier Tage danach. Masern beginnen wie eine heftige Grippe: Mit hohem Fieber, einer laufenden Nase und Husten sowie entzündeten Schleimhäuten. Der einzige eindeutige Hinweis auf Masern findet sich zu diesem Zeitpunkt im Mundraum des Betroffenen: Die sogenannten Koplik-Flecken – weisse Flecken mit rotem Rand an den Wangeninnenseiten. Oft werden Masern als Kinderkrankheit abgetan. Doch das ist falsch: So können Menschen jeden Alters erkranken, zudem kommt es bei jeder zehnten Person zu Komplikationen. Am schwerwiegendsten sind Lungen- und Gehirnentzündungen. In Europa verlaufen bei einem von rund 3000 Erkrankten die Masern tödlich. Weltweit fordern Masern jedes Jahr etwa 158'000 Todesfälle.

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Mangelnde Impfbereitschaft zählt laut der Weltgesundheitsorganisation WHO zu den gegenwärtig grössten Gesundheitsrisiken der Welt. Sie drohe, die Fortschritte bei der Bekämpfung von Krankheiten zunichtezumachen, die durch Impfen vermeidbar seien.

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Die Verbesserung der Impfbereitschaft gehört deshalb laut WHO zu den vorrangigen Zielen für die kommenden Jahre.

Nicht die einzige Gefahr

Als weitere massgebliche Gefahren für die Gesundheit der Menschen weltweit sieht die WHO die Luftverschmutzung, die Ausbreitung antibiotikaresistenter Keime, Übergewicht und das Auftauchen gefährlicher Erreger wie Ebola an.

Impfungen verhindern laut WHO jährlich zwei bis drei Millionen Todesfälle. Weitere 1,5 Millionen könnten hinzukommen, wenn weltweit mehr Menschen geimpft würden. Die Gründe für die Impfmüdigkeit seien vielfältig. Dazu gehörten schlichte Nachlässigkeit, der schwierige Zugang zu Impfstoffen oder mangelndes Vertrauen.

Masern wieder auf dem Vormarsch

Welchen Folgen das haben könne, zeige das Beispiel Masern: Weltweit sei die Zahl der Fälle im Jahr 2017 um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Auch in einigen Ländern, die bereits kurz vor der Ausrottung der Krankheit gestanden hätten, gebe es wieder mehr Fälle.

Zu einem Anstieg der Masern-Fälle kam es zuletzt auch in der WHO-Region Europa: Dort seien im gesamten Jahr 2017 23'927 Menschen erkrankt – 2016 waren es nur 5273 gewesen.

Im laufenden Jahr will die WHO unter anderem die Bekämpfung von Gebärmutterhalskrebs über eine Ausweitung der HPV-Impfungen vorantreiben. Auch die Ausrottung von Polio in Afghanistan und Pakistan sei ein wichtiges Ziel.

(fee/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ich am 21.01.2019 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Zweck

    Zitat Artz : Ungeimpfte Kinder sind eine GEFAHR für geimpfte Kinder ? Für was ist den die Impfung ??

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  • Michi am 21.01.2019 10:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aluhut

    Vielleicht sollte man den Aluhüten mal sagen, dass YouTube nicht gerade die Informationsquelle ist, der man vertrauen kann.

  • Ronja am 21.01.2019 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Einfaches Beispiel

    Ich möchte euch einfach mal dran erinnern, dass in der Schweiz dank flächendeckenden Impfungen die Tollwut bei Füchsen seit 20 Jahren ausgerottet ist. Dazu gibt es sogar eine offizielle Information auf der Homepage des BAG. Das konnte nur dank grossem Einsatz von Jägern & Förstern erreicht werden, die unermüdlich präparierte Köder ausgelegt haben. Wie alle wissen haben wir in der Schweiz sehr viele und sehr gesunde Füchse! Und deshalb gibt es in der Schweiz keine Tollwut-Impfpflicht bei Haustieren mehr. Das ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wie gut Impfungen funktionieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Himbeerkonfi am 11.02.2019 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Nebenwirkungen

    Mein Sohn wurde mit 2 Jahren wegen Walddreck in einer Wunde im Spital mit Pentavax (5fach) versorgt, weil der 1fach Impfstoff gegen Tetanus nicht mehr hergestellt wird. In der Nacht hat er erbrochen und hatte dann 3 Tage lang nonstop um die 39°C Fieber. Das hatten wir mit ihm, ein sehr robustes Kerlchen, bis dahin nie ! Ich bin tags darauf zum Spital und habe von den Nebenwirkungen berichtet. Der Arzt wimmelte mich frech mit "hat sich halt eine Grippe eingefangen" ab. Die Auffrischung nach 3 Wochen habe ich mir gespart, wie auch jede weitere Impfung im Leben meiner Kinder. Pure Gehirnwäsche

  • Paul am 11.02.2019 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Psoriasis-Arthritis

    Ich habe Psoriasis-Arthritis, eine Überreaktion des Imunsystems, das nicht heilbar ist. DIe Ursachen sind nicht bekannt, aber es gibt Hinweise, dass Impfungen und andere Medikamente diese schmerzhafte Krankheit auslösen können. Diese Impferei ist sicher nicht ohne Risiken! Ich bin nicht grundsätzlich gegen das Impfen, aber gegen alles muss man ja nicht gleich geimpft sein!

  • Himbeerkonfi am 11.02.2019 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Bestens gerüstet

    Ich verstehe nicht, warum sich die Befürworter so derart aufregen. Sind sie doch Dank der Impfung bestens gerüstet gegen die Unwägbarkeiten des Lebens. Oder glauben Sie selber nicht dran ? Ich könnte mich, als seit 40 Jahren aus Bequemlichkeit nicht mehr Aufgefrischte ja auch beschweren, dass Geimpfte mir die Chance auf normale Immunisierung nehmen. Tue ich aber nicht. Das Verabreichen einer Impfung/Spritze ist rechtlich gesehen nach wie vor Körperverletzung und bedarf des Wunsches/Einverständnisses des Empfängers. Sollte jeder mal überlegen, warum das auch gute Seiten hat.

  • Hugo Bart am 11.02.2019 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Mangelndes Vertrauen

    Über den Punkt "mangelndes Vertrauen" sollte man sich etwas ausbreiten. Warum misstrauen wir der Pharma? Für mich persönlich ist es ein Impfstoff wie HPV, unklarerer Schutz, Nebenwirkungen (google hpv nebenwirkungen) und trotzdem sollen wir diesen Impfstoff verwenden....

  • Ursachenbekämpfer am 01.02.2019 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Quecksilber

    Wer sich Impft, sollte sich besser über Nebenwirkungen Informieren. Und vor was hat der geimpfte Angst er ist ja angeblich gegen diese Krankheit resistent. Der nicht geimpfte übersteht auch die Krankheit mit Artgerechter Ernährung. Nur hat er kein Schwermetall, Quecksilber im Körper.