Pandemie

13. September 2010 15:29; Akt: 14.09.2010 00:52 Print

WHO warnt vor Comeback der Schweinegrippe

Die Hysterie um die Schweinegrippe ist verschwunden. Die Gefahr, die das Virus darstelle, sei aber nach wie vor real, warnt die WHO - die Welt müsse noch jahrelang mit dem «unberechenbaren» Erreger leben.

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«Wir befinden uns in einer Situation, in der sich das Virus weltweit verbreitet hat und die Menschen eine gewisse Immunität entwickelt haben», sagte WHO-Sprecherin Kristen Kelleher. Derzeit verhalte sich das Virus wie ein saisonales Grippevirus. «Wir müssen uns aber bewusst sein, dass das H1N1-Virus noch für viele Jahre im Umlauf sein wird und in manchen Jahren schwächere, in anderen stärkere Auswirkungen haben kann.»

H1N1 «genauestens» beobachten

Das H1N1-Virus müsse genauestens auf Veränderungen beobachtet werden, sagte Kelleher. Die WHO empfehle den Menschen, auch weiterhin Vorsichtsmassnahmen zu treffen, beispielsweise mit der Grippeschutzimpfung. Auch Hygienemassnahmen wie regelmässiges Händewaschen reduzierten nicht nur die Gefahr einer Influenzainfektion, sondern auch das Risiko einer Ansteckung mit dem Schweinegrippevirus.

Für zukünftige Pandemien lernen

«Die H1N1-Pandemie hat alle Länder vor eine grosse Herausforderung gestellt», betonte Kelleher. Die Forderung der WHO laute deshalb, den Umgang mit der Schweinegrippe zu analysieren und daraus Schlussfolgerungen für künftige Pandemien zu ziehen. «Influenza-Viren sind unberechenbar und können sich schnell und signifikant verändern.» Deshalb sei es in der vergangenen Saison schwierig gewesen vorherzusagen, ob es bei dem relativ milden Verlauf der Schweinegrippe bleiben würde.

WHO: Keine Überreaktion

«Wegen dieser Unsicherheit haben sich die WHO und viele nationale Gesundheitsbehörden entschieden, auf Nummer sicher zu gehen», sagte die WHO-Sprecherin weiter. Mit dem Ausrufen einer Pandemie habe die WHO aber nicht überreagiert. Mit zunehmendem Wissen über Grippeviren seien in den vergangenen Jahren auch die Definitionen für eine Pandemie und die damit zusammenhängenden Warnstufen angepasst worden, zuletzt im Februar 2009. Zu diesem Zeitpunkt sei die Entwicklung des H1N1-Virus noch nicht absehbar gewesen.

(ap)