Eklig, aber gesund

02. Mai 2017 20:05; Akt: 02.05.2017 20:35 Print

Warum Sie Nasenbööggen essen sollten

Popel essen ist höchst unappetitlich, aber für die Gesundheit lohnenswert. Nun wollen Forscher den Schleim sogar synthetisch herstellen.

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In der Nase zu bohren, gilt als äusserst unschicklich. Die dabei herausgepulten Popel dann auch noch zu essen, ist noch grusiger. Doch laut US-Forschern kann sich das aber lohnen. Denn die im Rotz enthaltenen Mucine schützen die Beisserchen vor Streptococcus mutans, einem säureerzeugenden Bakterium, das den Zahnschmelz zerstört. Forscher vom Massachusetts Institute of Technology sind von der Wirkung so überzeugt, dass sie begonnen haben, einen synthetischen Schleim zu entwickeln, welcher in Zukunft in Kaugummi oder Zahnpasta enthalten sein könnte, und ebenfalls die Zähne schützt. Doch woher stammt eigentlich der ganze Schleim, der bei Erkältungen aus der Nase rinnt? Der Körper produziert jeden Tag mehr als einen Liter Schleim. Ist man gesund, landet dieser im Magen, wird also geschluckt. Doch davon merkt man nichts. Das ändert sich, wenn man erkältet ist. Dann kann der Schleim verdickt sein. Oder das System, das ihn normalerweise so diskret abtransportiert, kann in seiner Funktion eingeschränkt sein. Schliesslich produziert der Körper möglicherweise auch ein bisschen mehr Schleim als gewöhnlich. Und deshalb läuft dann der Schleim aus der Nase, statt in den Magen. Auf den folgenden Bildern finden Sie einige Hausrezepte, die auch den schlimmsten Erkältungen ihren Schrecken nehmen. Eine . Inhaltsstoffe wie Vitamine, Eisen und Zink stärken das geschwächte Immunsystem. Die Suppe wirkt entzündungshemmend und lässt die Schleimhäute abschwellen. Bevor Sie die Suppe geniessen, atmen Sie am besten noch deren Duft tief ein. Der heisse Dampf befeuchtet die und wirkt schleimlösend. Trinken Sie , sobald sich erste Erkältungszeichen anmelden. Ingwertee regt die an, stärkt dadurch die Abwehrkräfte, unterstützt die Schleimlösung in den Atemwegen und wirkt entzündungshemmend. Plagt Sie eine Wem dieser Geruch zu intensiv ist, beträufelt sein Kopfkissen oder ein Taschentuch mit und erleichtert sich so das Atmen. Bei Schnupfen helfen auch regelmässige , damit die Schleimhäute benetzt werden und das Abfliessen des Nasensekrets erleichtert wird. Geben Sie Salz, Kamillenblüten, Thymian oder gehackte Zwiebeln in eine Schüssel und fügen Sie kochend heisses Wasser bei. Halten Sie Ihren Kopf über die Schüssel, bedecken Sie Kopf und Oberkörper mit einem Tuch, damit der Dampf nicht entweichen kann. Etwa lang den Dampf einatmen, anschliessend ruhen und Zugluft meiden. Achtung, verbrennen Sie sich nicht! Gegen kann ein schleimlösender Sirup aus Zwiebeln helfen: Geben Sie 3 EL Honig (oder Zucker) in ein Konfiglas und fügen Sie eine fein geschnittene Zwiebel bei. Die Zwiebel mit dem Honig gut vermischen und während mindestens 6 Stunden ziehen lassen, danach ist der fertig. Mehrmals täglich einen Teelöffel Sirup einnehmen. Sehr bewährt : Gekochte Kartoffeln mit Schale in ein Haushaltpapier einwickeln. Die Kartoffeln mit der Faust zerdrücken. Diese zerdrückten, eingepackten Kartoffeln auf ein Baumwolltuch geben Den Wickel nun nach einem Hitzetest an der Handinnenseite auf den Brustbereich legen, mit wärmeren Tüchern fixieren. Ruhen Sie sich aus und lassen Sie den Wickel so lange wirken, wie es für Sie angenehm ist. Leiden Sie unter mit quälenden Hustenreizanfällen? Die Schleimstoffe gewisser Teepflanzen wirken antibakteriell und reizmildernd, indem sie sich wie eine schützende Schicht auf die entzündete Schleimhaut legen. Geeignete Teesorten sind (Käslikraut), Spitzwegerich, Eibisch und Isländisch Moos. wirkt entzündungshemmend und leicht desinfizierend. Trinken Sie bei Halsschmerzen regelmässig ein Glas Tee mit Honig oder auch die altbewährte Honigmilch. Damit Honig seine nicht verliert, dürfen Tee oder Milch nicht zu heiss sein (weniger als 40 Grad). Wichtig bei : Die Schleimhäute feuchthalten. Trinken Sie nicht nur viel, sondern machen Sie Kopf-Dampfbäder und gurgeln Sie regelmässig. Geeignete Gurgelspülungen sind Salbeitee, verdünnter Zitronensaft oder auch (dazu 1 TL Salz in ¼ Liter warmem Wasser auflösen). und wirken entzündungshemmend: Fein gehackte Zwiebeln in ein Stück Baumwollstoff wickeln und direkt hinter dem Ohr anbringen. Ungefähr eine einwirken lassen. Eine Mütze hilft beim Fixieren des Wickels. Unterstützen Sie Ihre Selbstheilungskräfte, indem Sie viel Tee trinken. Gerade auch bei ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sehr wichtig. mit Linden- oder Holunderblüten wirken schweisstreibend, ein Zusatz von Zitronensaft und Honig optimiert die Teewirkung. Ruhe und sind die beste Medizin bei grippalen Infekten. Damit kann der Körper genügend Energie aufbringen, um sich den Krankheitserregern zu stellen. Gönnen Sie sich Ruhe, denn schwächt das Immunsystem und macht anfälliger für Krankheiten. Gute Besserung!

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Kinder tun es ohne Scham, Erwachsene, wenn sie sich unbeobachtet fühlen: in der Nase bohren – und dann die Ausbeute in den Mund stecken.

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Hand aufs Herz: Essen Sie Ihre Popel?

Das mag zwar eklig sein, doch aus Sicht von US-Forschern ist das Gebaren auch gesund: Laut einer im Fachjournal «Applied and Environmental Microbiology» veröffentlichten Studie ist der Nasenschleim nämlich gut für die Zähne. Die im Rotz enthaltenen Mucine schützen die Beisserchen vor Streptococcus mutans, einem säureerzeugenden Bakterium, das den Zahnschmelz zerstört.

Zudem mehren sich die Hinweise, dass der fest gewordene Nasenschleim vor Atemwegserkrankungen und Magengeschwüren schützt.

Synthetischer Schnudder

Wissenschaftler um Katharina Ribbeck vom Massachusetts Institute of Technology sind von der Wirkung so überzeugt, dass sie begonnen haben, einen synthetischen Schleim zu entwickeln, der in Zukunft in Kaugummi oder Zahnpasta enthalten sein könnte und ebenfalls die Zähne schützt.

Die entsprechenden Pläne stellte Ribbeck bei der Jahrestagung der American Society for Biochemistry and Molecular Biology vor.

Immunsystem stärken

Auch Friedrich Bischinger, Lungenspezialist aus dem österreichischen Innsbruck ist von den Vorteilen des Rotz-Essens überzeugt. Seiner Meinung nach sind Nasenbohrer gesünder, glücklicher und vielleicht sogar mehr mit ihrem Körper im Reinen als Nicht-Bohrer.

Bis Produkte mit synthetisch hergestelltem Nasenschleim erhältlich sind, rät er Eltern, ihre Kinder dazu zu ermuntern, ihren Rotz zu essen: «Der Verzehr von eingetrocknetem Nasensekret ist eine grossartige Möglichkeit, sein Immunsystem zu stärken.» Medizinisch mache das sehr viel Sinn und sei völlig normal.

Die Nase fungiert laut Bischinger als Filter, viele Bakterien werden vom Eindringen in die Atemwege abgehalten. Genau diese Bakterien können, wenn sie in den Magen gelangen, als Medizin wirken.

(csc/fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Ironiker am 02.05.2017 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Igitt

    Niemals könnte ich meine eigenen Nasenbööge essen, das ist absolut eklig. Deshalb tausche ich immer mit dem Nachbarn.

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  • gstar am 02.05.2017 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    naja wusste ichs doch

    Super, hab den Link gerade meiner Mutter geschickt. Seit 30 Jahren jammert sie das ich scheinbar zuviel in der Nase bohre:-D

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  • Thom am 02.05.2017 20:16 Report Diesen Beitrag melden

    Bei solchen Themen denke ich immer

    ... dass im Moment nichts interessantes läuft auf der Welt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Frau51 am 06.05.2017 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Erziehungsfrage

    Na dann Mahlzeit. Seit Jahr und Tag erkläre ich meinen Kindern wie "gruusig" dass das Nasenböggen doch sei, animiere sie dazu bei einer Rotznase sofort das Taschentuch zu zücken und jetzt das. Da streckt mir meine Jungmannschaft diesen Artikel unter die Nase und stellt meine Erziehung ernsthaft in Frage.

  • Bengelchen am 05.05.2017 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scherz-Röllchen

    Ach nee, endlich Wochenende und jetzt wo ich Zeit hätte, mich dem Böögli-Thema zu widmen, iss der Artikel einfach weg! Ok, gut..Böögle kann ich ja eigentlich auch alleine.

  • Kater Filippo am 05.05.2017 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja, hoffnungslos..

    Ein natürliches Tier, könnte man niemals vergleichen mit einem Tier, im Menschen. Denn nach solchen Tieren, kann man in der Tierwelt vergebens suchen...Es gibt keine, von dieser Sorte! Ein Gürteltier und ein menschliches Tier unter der Gürtellinie ist nämlich nicht etwa das Gleiche!

    • Mietzli Filippa am 06.05.2017 01:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kater Filippo

      ganz genau! Für mich ein klarer Fall..sonnenklar sogar..

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  • Mäc Geufer am 05.05.2017 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jedem das Seine

    In etwa gleichzusetzen mit Mittelstrahlurin trinken. Der Körper scheidet etwas aus und der Dummbatz soll es essen oder trinken. Die Nase dient so viel ich weiss als Filter und Filter sind dazu da zu filtern. Ein Oel- oder Luftfilter schmeisst man weg. Vielleicht gibt es jemanden der den Luftfilter ausklopft und das Ausgeklopfte in den Ansaugtrakt schüttet.

  • Max am 04.05.2017 14:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weisse Kittel..Bohrer

    Und trotzdem würden wir alle Nasen bohren, ganz so, als wären wir am Verhungern. Bräuchte nur eine Garantie, kein einziges Mal mehr im Leben, einen Zahnarzt aufsuchen zu müssen! Dann hiesse es nur noch... Augen zu und Durch, also Grübeln, was das Zeugs hält...Wetten?

    • Röbi am 04.05.2017 14:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Max

      Deal, habe Ferien und fange gleich an zu bohren! Hip hip hurra..

    • Lisa am 04.05.2017 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Max

      Klingt verlockend. Aber ich befürchte, dass ich es trotzdem nicht tun könnte. Vor allem diese widerlichen Nasebööglis auch noch zu essen. Ich würde es vielleicht so wie bei meinen Hunden versuchen mit einem Medi und das Ganze in eine Scheibe Lyonerwürstli wickeln. Doch ich finde es halt einfach wirklich eklig..schade für den Deal. Hihi..da hätt ich wohl Pech gehabt.

    • Maria am 04.05.2017 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lisa

      Ich wär wie du, aber ich würde andere Sachen auch ausprobieren..diese unappetitlichen Bällchen in eine Ovi hinein rühren, in ein Stück Brot kneten, mit dem Anke mischen..Hey Lisa, den Zahni umgehen? Das sollten wir doch auch fertig bringen, meinst Du nicht? Gruss..eine Leidensgenossin..

    • Marcello Torriani am 05.05.2017 11:34 Report Diesen Beitrag melden

      Jetzt weiss ich warum

      Ich esse meine Bööggen schon seit meiner Kindheit. Darum bin ich so gesund.

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