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11. März 2020 14:16; Akt: 24.03.2020 19:06 Print

Helfen diese Medikamente kurzfristig bei Covid-19?

Vor dem Jahr 2021 wird es wohl keinen Impfstoff gegen das neue Coronavirus geben. Andere Präparate könnten dagegen deutlich rascher verfügbar sein.

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Bis ein Impfstoff oder Medikamente gegen das Sars-CoV-2 auf den Markt kommen, wird es noch dauern. Um die Lücke zu schliessen, testen Forscher bereits zugelassene Medikamente, die ursprünglich für andere Krankheiten entwickelt wurden. Sie könnten rasch eingesetzt werden. Unter anderem steht der der Wirkstoff Remdesivir auf dem Prüfstand, der eigentlich gegen Ebola entwickelt wurde. Die WHO bezeichnet das Präparat als vielversprechend. Es laufen bereits Studien, die ersten sollen im April 2020 abgeschlossen sein. Ebenfalls ein Hoffnungsträger: der Wirkstoff Camostat, der in Japan gegen chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) zugelassen ist. In Zellexperimenten konnte er verhindern, dass das Coronavirus in die Lungenzellen eindringt. Ob das auch bei Menschen funktioniert, müssen weitere Untersuchungen zeigen. (Im Bild: akute Pankreatitis in der Computertomographie) Mit dem Coronavirus sind viele wenig geläufige Begriffe Teil unseres Alltagsvokabulars geworden. Das steckt dahinter. Um sich vor einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus zu schützen, setzen viele Menschen auf Masken, wobei man zwischen Hygiene- und Atemschutzmasken unterscheiden muss. Die einfachen (Bild) sind nach zwei bis drei Stunden durchgefeuchtet. Daher müssen sie dann spätestens ausgetauscht werden. Nur so können sie leisten, wofür sie gedacht sind: die Übertragung von Erregern durch Sekrettröpfchen zu verhindern. Schutz für den Träger bieten sie jedoch nicht. Anders . Je nach FFP-Schutzklasse schützen sie vor ungiftigen Stäuben (FFP1), vor giftigen Stäuben (FFP2) oder vor giftigen und gesundheitsschädlichen Stäuben, Rauch und Aerosol (FFP3). Um sich vor dem Virus Sars-Cov-2 zu schützen, wird zu FFP3 geraten. Momentan sind die Masken fast überall ausverkauft. Bei Sars-Cov-2 (Bild) handelt es sich um ein Virus, nicht um ein Bakterium. Der Unterschied? Während Bakterien Einzeller mit eigenem Stoffwechsel sind, die sich selbst reproduzieren können, bestehen Viren nur aus einer Eiweisshülle, in der sie ihre Erbsubstanz aufbewahren. Um sich zu vermehren, sind sie auf einen Wirt (Zellen) angewiesen. Unterschiede gibt es auch hinsichtlich der Behandlung: Gegen Bakterien verwendet man Antibiotika, die die Zellwand zerstören oder die Vermehrung hemmen. Gegen Viren werden spezielle Medikamente, sogenannte Virostatika eingesetzt, die das Eindringen des Virus in einen Wirt verhindern oder das Erbgut des Virus zerstören. (Im Bild: Sars-Cov-2-Partikel) Ersteres beschreibt den Moment der Ansteckung, in dem der Erreger in den Organismus eindringt und diesen im Folgenden stört. Das verrät auch der lateinische Ursprung. Das Wort «infectio» bedeutet so viel wie Beeinflussung und Verunreinigung. Die Inkubation (von lateinisch «incubatio») beschreibt dagegen die Zeit, die zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht. Während dieser vermehren sich die Keime und die Erkrankung etabliert sich im Körper. Bei Covid-19 geht man von einer Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen aus. In seltenen Fällen kann sie aber auch bis zu 24 Tage dauern. Der lateinische Ursprung ist auch die Erklärung dafür, warum es beispielsweise infizieren heisst und nicht infiszieren, wie häufig zu hören ist. Auch heisst es Desinfektion und nicht Desinfikation. Bei Ersterem handelt es sich um ein Anzeichen einer Krankheit. Das heisst um eine für eine bestimmte Krankheit charakteristische Erscheinung. Der Ausdruck stammt vom Griechischen «sýmptma», was so viel wie «vorübergehende Eigentümlichkeit» bedeutet. Auch der Begriff «Syndrom» stammt aus dem Griechischen. Konkret vom Ausdruck «syndrom», der so viel wie «zusammenlaufen» bedeutet. Und tatsächlich beschreibt ein Syndrom exakt das: ein Krankheitsbild, das sich aus dem Zusammenkommen von verschiedenen Symptomen ergibt. Ersteres beschreibt eine zeitlich und örtlich in besonders starkem Masse auftretende und ansteckende Erkrankung. Darunter fällt etwa Bei einer Pandemie handelt es sich dagegen um eine Epidemie besonders grossen Ausmasses, die ganze Landstriche und Länder erfasst. Ihre Bezeichnung stammt aus dem Griechischen von «pan» für «alle, jeder» und «demos» für «Volk». (Im Bild: Spanische Grippe, die von 1918 bis 1920 grassierte) Heisst es nun ? Erlaubt ist beides: Ein Virus kann sowohl neutrum als maskulin sein. Allerdings empfiehlt der Duden den sächlichen Artikel. Der Ausdruck Virus stammt aus dem Lateinischen, wo «virus» so viel wie «natürliche zähe Feuchtigkeit, Schleim, Saft» heisst. Beim kommt es auf die Kombination von Einseifen, Reiben, Abspülen und Trocknen an, sonst bringt es nichts. Das heisst: Die Hände nass machen, dann einseifen. Am besten mit Flüssigseife. Die Hände reiben, bis es schäumt. Dabei Handrücken, Fingerzwischenräume, Fingernägel und die Handgelenke nicht vergessen. Anschliessend gut abtrocknen. Es heisst und nicht Karantäne, wie manch einer schreibt. Der Begriff leitet sich vom französischen Wort «quarantaine» ab, was eine Zeitspanne von 40 Tagen bezeichnet. So lange dauerte früher die Hafensperre für Schiffe mit seuchenverdächtigen Personen.

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Weltweit arbeiten Forscher fieberhaft an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neue Coronavirus Sars-CoV-2. Doch das braucht Zeit. Schliesslich müssen die Präparate auf ihre Wirksamkeit sowie Nebenwirkungen getestet werden, bevor sie die Zulassung erhalten. Laut den Experten des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI) dürfte ein Impfstoff gegen Sars-CoV-2 noch mehrere Monate auf sich warten lassen – und damit für die aktuelle Epidemie zu spät kommen.

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Deshalb prüfen Wissenschaftler zurzeit auch bereits verfügbare Medikamente, die eigentlich für die Behandlung anderer Viruserkrankungen entwickelt wurden. Da diese das Zulassungsverfahren schon hinter sich haben, könnten sie rascher zum Einsatz kommen und die Schwere von Covid-19 (siehe Video unten) zumindest abmildern und Leben retten, so die Hoffnung der Forscher.

Ebola-Medikament

Während bei einigen auf dem Prüfstand stehenden Präparaten wie dem HIV-Medikament Kaletra der Zweifel überwiegt, herrscht bei anderen vorsichtige Zuversicht.

Zurzeit am vielversprechendsten ist laut Bruce Aylward von der Weltgesundheitsorgnisation WHO der Wirkstoff Remdesivir, der ursprünglich entwickelt wurde, um bei Ebola die Vervielfachung es Viruserbguts zu sabotieren, wie Spektrum.de schreibt. Tiermodelle aus dem vergangenen Jahr hätten gezeigt, dass Remdesivir gegen die ebenfalls von Coronaviren ausgelösten Krankheiten Sars und Mers wirkt. Wie gut es gegen Covid-19 wirkt, wird derzeit in drei klinischen Studien in China und den USA untersucht. Ende April sollen die ersten Studien abgeschlossen sein.

Mittel aus Japan

Forscher um den Infektionsbiologen Markus Hoffmann vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen (DPZ) beschäftigen sich derweil mit einem in Japan zugelassenen Wirkstoff gegen chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis): dem sogenannten Camostat.

Wie das Team im Fachjournal «Cell» berichtet, hat Camostat in Zellkulturen ein Enzym (TMPRSS2) blockiert, das das neue Coronavirus für den Eintritt in Lungenzellen benötigt. «Unsere Tests legen nahe, dass das Mittel vor dem Coronavirus schützen kann», so Hoffmann gegenüber Bild.de. Ob Camostat das Virus auch im Menschen hemmt, muss noch überprüft werden. Sollte das der Fall sein, ist ein kurzfristiger Einsatz denkbar.

Weiter fanden Hoffmann und seine Kollegen in Zellexperimenten heraus, dass ein Eindringen von Sars-CoV-2 auch durch Antikörper verhin­dert werden kann, die aus dem Blut von drei Überlebenden der Sars-Epidemie der Jahre 2002/2003 isoliert wurden. Entsprechend könnten Impfstoffe von damals, die nie zum Einsatz kamen, auch vor Covid-19 schützen. Doch auch diesbezüglich müssen erst klinische Studien erfolgen.

Die vom neuartigen Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit hat einen Namen. (Video: 20M)

(fee)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • franz am 11.03.2020 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    ich wünsche es niemanden

    dass sich hier noch Leute über das Thema Corona-Virus lustig machen und diese Kommentare frei geschaltet werden, macht mich wütend. Spätestens wenn diese Leute infiziert sind, wird ihnen das Witze machen und Lachen vergehen.

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  • pitsch am 11.03.2020 14:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medikamente gegen Corona

    Deshalb darf man bei der Forschung nicht sparen...

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  • Annerös am 11.03.2020 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Risikofall?

    Ich Habe Atembeschwerden nur beim bergauf gehen. Ich (80) weiss nicht, ob das ein "Risikofall" ist. Ich bin vorsichtshalber seit 4 Wochen nie mehr rausgegangen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • mike am 22.03.2020 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    besser als nur Wasser

    ich nehme Teebaumöl pur zum Hände desinfizieren.

  • Burgdorfer P am 18.03.2020 05:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ende April die ersten Studien ...

    Warum so lange warten für die "totgeweihten" Patienten - die haben nun wirklich Nichts mehr zu verlieren und können nur gewinnen. Gebt ihnen diese Medikamente Die Studien können ja parallel weiter gemacht werden

  • Max am 16.03.2020 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tatsache

    Ein ist sicher,unser Bundesrat ist nicht handlungsfähig.

  • simon am 12.03.2020 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Möglichkeit

    HIV Virus nehmen, verändern, dass er nur spezifische Zellen/Viren/Bakterien angreift, sollte Möglich sein. Bei diversen Krebsarten wurde es ja schon getestet.

  • Walo Klein am 12.03.2020 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Blutreiniger von CytoSorbents wäre was !

    Die Firma CytoSorbents stellt einen Filter für Blutreinigung etc. her. In China wird der Filter ohne langes hin und her für Bewilligungen bereits eingesetzt. Warum warten wir auf Zulassungen wenn Menschen sterben. Im www finden die Interessierten weitere Angaben. Sorry als Laie möchte ich keine medizinsche Angaben schreiben, dies kann nur schief gehen. Aber unsere Regierungen sollten solche Geräte und Entwicklungen früher einsetzen, mehr als Tot kann man nicht sein. Wünsche gute Gesundheit.