Riskantes Lauftraining

28. April 2011 15:19; Akt: 28.04.2011 16:07 Print

Wenn Joggen mehr schadet als nützt

Laufen ist gesund, verhilft zu einer guten Figur und macht Spass. Dass das Joggen für zwei Drittel aller Läufer aber auch gesundheitsschädlich sein kann, zeigt eine neue Studie.

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Joggen verbrennt ca. 547 Kilokalorien pro Stunde und ist somit die ideale Fettverbrennungs-Sportart. Wer keine Beschwerden mit den Gelenken oder dem Herz-Kreislauf-System hat, sollte die Joggingschuhe schnüren - und loslaufen! Thai-Boxen (465 Kilokalorien) belegt Rang 2. Vorchoreographierte Kurse, wie auch Spinning, Tae-Bo oder Aerobic, bei denen der Puls lange auf einer gleichbleibenden Höhe ist und nur vereinzelt Spitzen anderer Pulsfrequenzen aufweist, zählen zu den Fatburnern. Platz 3 für den Latino-Dance. Dabei kann man sich tänzerisch austoben und ganze 454 Kilokalorien pro Stunde verbrennen. Platz 4 (446 Kilokalorien) für Nordic-Walking: Wer nicht joggen kann oder will ist damit gut beraten. Mit Stöcken erreicht man ein höheres Tempo als beim reinen Walking - ausserdem wird die Armmuskulatur beansprucht. Eine Stunde Step-Aerobic verbrennt 434 Kilokalorien (Rang 5): Bei diesem Training bleibt der Belastungspuls auf einem hohen und gleichbleibenden Level. Auf Rang 6: Das gelenkschonende Schwimmen. Hiermit lassen sich bis zu 436 Kalorien pro Stunde verbrennen. Mit einem Verbrauch von rund 412 Kilokalorien pro Stunde liegt das Velofahren auf Platz 7. Zügiges Radeln strengt zwar an, doch der Gesamtenergieverbrauch ist niedriger als beispielsweise beim Joggen, da auf dem Rad weniger Muskelgruppen aktiviert werden. Platz 8 belegt die Indoor-Alternative zum Velofahren: das Spinning! Bei Ausübung dieses Trainings lassen sich 409 Kilokalorien pro Stunde verbrennen. Inline-Skaten verbrennt nicht nur Kilokalorien (ca. 408 bei normalem Tempo), sondern schult ausserdem die Koordination. Nicht jeder kann auf Anhieb joggen - oder will es. Gerade für Einsteiger oder Übergewichtige ist Walking (ohne Stöcke) eine sinnvolle und gelenkschonende Alternative oder Einstiegssportart. 395 Kilokalorien können Sie damit verbrennen.

Laufen macht Spass - und lässt Fettpölsterchen verschwinden.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Joggen? Ein toller Sport, vorausgesetzt, man beachtet bei der Ausübung einige Grundregeln. Dass das Laufen durchaus Tücken hat, beweist die Analyse eines Lauftypen-Tests der deutschen Krankenkasse AOK. Die Auswertung des Online-Tests, an dem zwischen Dezember 2006 und November 2010 insgesamt 10626 Personen teilgenommen hatten, zeigte, dass nur jeder dritte Jogger (32 Prozent) gesundheitsförderlich läuft. 36 Prozent der Befragten gefährden bei der Ausübung des Sports die Gesundheit, während 32 Prozent der Testteilnehmer sich dabei sogar im starken Ausmass körperlich beeinträchtigten.

Alleine läuft es sich riskanter

Gefragt wurde beispielsweise, ob die Läufer ausser Atem kommen oder ob sie eine Pause einlegen. Je nach Antwort wurden die Befragten in drei Kategorien eingeteilt. Demnach verfügte eine Person, die bei negativen Körperreaktionen wie einem schnellen Puls oder Krämpfen mit einer Gehpause reagierte, über ein günstigeres Laufprofil als ein Jogger, der physische Warnsignale ignorierte.

Die Auswertung des von Professor Henning Allmer vom Kölner Institut für angewandte Gesundheitswissenschaften entwickelten Tests zeigt ausserdem, dass 34 Einzelläufer beim Training eher zur körperlichen Beeinträchtigung neigen, als Gruppenläufer (26 Prozent).

Frauen laufen ungesünder

Erstaunlich: Ausgerechnet die sonst so gesundheitsbewussten Damen riskieren, sich durch das Joggen langfristig zu schädigen. Während bei den Männern 34 Prozent gesundheitsfördernd laufen, sind es bei den Frauen nur 30 Prozent. Gesundheitsgefährdend sporteln hingegen 37 Prozent der Läuferinnen, die nur gelegentlich joggen. Bei den Damen, die dieses Training regelmässig ausüben, trifft das nur auf jede Vierte zu.

Grundsätzlich warnt Hennig Allmer davor, sich beim Laufen regelmässig zu überfordern. Dazu gehöre gemäss dem Gesundheitsexperten insbesondere, auf Signale des eigenen Körpers zu achten und diese auch ernst zu nehmen. Ist das nicht der Fall, müsse mit «Erschöpfungszuständen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit» sowie mit «muskulären Verletzungen und Herz-Kreislauf-Problemen» gerechnet werden, wie der Wissenschaftler von Welt Online zitiert wird. Zur Vorbeugung rät Allmer deshalb: «Möglichst nicht alleine laufen, sondern gemeinsam mit anderen. Am besten ist es, sich einer professionell betreuten Laufgruppe anzuschliessen».

Worauf achten beim Laufschuhkauf?

Auch in der 20-Minuten-Online-Redaktion ist das Lauffieber ausgebrochen. Bevor es aber so richtig ans Training geht, gibt Carlo Bergamin, Filialleiter von Athleticum Zürich, Tipps für den Laufschuhkauf. Athleticum ist offizieller Ausrüster des 20-Minuten-Online-Teams beim Gigathlon.

(rre)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • frank baumann am 28.04.2011 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    in Gruppen laufen?

    Wundere mich ueber die Aussage dass man besser in Gruppen läuft . Ist ja eigentlich klar dass ein Läufer sich ungern von den andern zurueckfallen lässt und unbedingt alles daransetzt dabei zu bleiben - dies im Gegensatz zum Sololäufer der sein Tempo jederzeit selber bestimmen kann und ohne "Stolzverlust" auch mal anhalten kann!

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  • Anna Hughes am 29.04.2011 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Mentale Stärke vs. Kalorienverbrauch

    Mehr noch als das Laufen unter rein gesundheitlichen Aspekten zu betrachten, ist doch viel entscheidender bei der Wahl 'seines' Sports, ob man Spass daran hat. Als erfahrene Ultra-Läuferin seit nunmehr siebzehn Jahren weiss ich, dass der mentale Aspekt beim Laufen der Wichtigste ist. Was passiert im Kopf, wenn der Körper nicht mehr will? Wie kann ich mich aus der Komfort-Zone bewegen? Oft kommen mir zündende Ideen und Lösungen zu Problemen, wenn ich laufe. Dieser Effekt ist weitaus bedeutender und nachhaltiger als die Auseinandersetzung damit, ob ich nun 400 oder 500 Kalorien verbrannt habe.

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  • Bob Marley am 06.06.2011 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Get up Stand up!

    Keep running, eat healthy and stay away from suger!!! Ihr werdet sehen wie gut es euch gehen wird. Unsere Gesellschaft ist faul, träge und ungesund geworden (man beachte die hohe Anzahl von Menschen mit Übergewicht, Depressionen, ...) Ein gesundes Leben verhilft zu Höhenflügen, und da kann Laufen bestimmt auch dazubeitragen!!! Unbedingt: Stretchen nach jedem Lauf nicht vergessen, denn Beweglichkeit ist in jeder Situation von Vorteil.... aaaaight ;)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bob Marley am 06.06.2011 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Get up Stand up!

    Keep running, eat healthy and stay away from suger!!! Ihr werdet sehen wie gut es euch gehen wird. Unsere Gesellschaft ist faul, träge und ungesund geworden (man beachte die hohe Anzahl von Menschen mit Übergewicht, Depressionen, ...) Ein gesundes Leben verhilft zu Höhenflügen, und da kann Laufen bestimmt auch dazubeitragen!!! Unbedingt: Stretchen nach jedem Lauf nicht vergessen, denn Beweglichkeit ist in jeder Situation von Vorteil.... aaaaight ;)

  • Beat Blaser am 03.05.2011 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Gefährlicher Lifestyle

    Sehr viele Leute haben dermassen schlechte anatomische Voraussetzungen (X-Beine, Knickfüsse,Übergewicht,usw.),dass langfristig der Gau programiert ist. Ansatt gesundes Mittelmass wird das Ego befriedigt und trainiert bis zum Umfallen. Das bringt gar nichts.

  • P. Walzer am 01.05.2011 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Die Menge ist enscheidend

    Es kommt darauf an, wie viel man joggt. Es ist immer noch gesünder als sich nicht bewegen! Allerdings kenne ich schon einige kuriose Zeitgenossen, die es übertreiben. Wer Schmerzmittel braucht um zu laufen sollte echt einwenig zurückschrauben!

  • Bunny am 29.04.2011 20:37 Report Diesen Beitrag melden

    Resultat erstaunt negativ

    Joggen in Hündelergebiet oder in Zeckengebiet kann sehr ungesund sein. Wenn man in der Gruppe ist, dann spielt Doping sicher auch eine Rolle, weil Erfolgsdruck besteht.

  • benni am 29.04.2011 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Bescheuerter Test

    Was man sonst noch macht wird ignoriert. Einzelne Tätigkeiten in einem Vakuum analysieren zu wollen, ist einfach nur dumm. Die Fragen sind ziemlich schlecht gestellt z.B. "Ich achte während des Laufens darauf, ob ... sich mein Muskel verkampft?" - Nein, ich achte mich nicht darauf, aber behaupte mal, dass ich sowas wahrnehmen würde. D.h. ich beantworte die Frage mit "nie" und bin darum ein schlechter Läufer. Grosses Kino. Ach und sowieso ist alles schädlich. Fett zu werden und sich nicht zu bewegen tun ist aber schädlicher, als solche "Fehler" beim Sport zu machen.