Zahlen belegen

08. Juli 2014 23:37; Akt: 08.07.2014 23:37 Print

Wer gesund lebt, lebt zehn Jahre länger

Was stets gepredigt wird, bestätigen Zürcher Forscher nun: Wer viel Früchte isst, sich viel bewegt, wenig Alkohol trinkt und nicht raucht, der lebt deutlich länger.

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Wie ernähre ich mich gesund? Um diese Frage zu beantworten, hat Ernährungsberaterin Isabella Gasser die folgende Liste mit Tipps und Tricks zusammengestellt. Kaufen Sie saisonale und regionale Lebensmittel ein. Bereiten Sie Ihre Speisen stets frisch zu. Auf Fertigprodukte sollte man besser verzichten. Auch Süssstoff und Light-Produkte sind nicht gut. Verwenden Sie mehrheitlich ungesättigte Fette, das heisst vor allem pflanzliche Fette wie Olivenöl. Halten Sie Ihre Energiebilanz ein, essen Sie also nicht zu viel und nicht zu wenig. Viel trinken ist wichtig. Nehmen Sie deshalb täglich mindestens zwei Liter stilles Wasser oder Kräutertee zu sich. Viel Gemüse essen ist gut - egal ob roh, als Salat oder in gekochter Form. Früchte sind gesund und gehören auf jeden Speiseplan. Nicht zu viel Salz verwenden: Salz ist in den meisten Fertigprodukten in grosser Menge enthalten! Würzen Sie mit frischem Meersalz, Pfeffer und Kräutern. Geben Sie komplexen Kohlenhydraten (zum Beispiel Vollreis oder Dinkel) den Vorrang. Süssigkeiten und Süssgetränke sollten zurückhaltend konsumiert werden. Auf eine optimale Ausgewogenheit achten: Kohlenhydrate, Eiweiss und Fett. Mandeln und Trockenfrüchte sind optimal, um den kleinen Hunger zu stillen. Wenig Sport, Alkohol und Nikotin verkürzen das Leben. Am schädlichsten scheint das Rauchen zu sein: Gegenüber einer Gruppe von Nichtrauchern haben Rauchende epidemiologisch gesehen ein um 57 Prozent erhöhtes Risiko, frühzeitig zu sterben. Besser ist also dran, wer viele Früchte isst und sich gesund ernährt.

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«Ein gesunder Lebensstil kann einen zehn Jahre jünger erhalten», sagt Gesundheitsfachfrau Eva Martin-Diener in einer Mitteilung der Universität Zürich. Für die Studie griff das Team um Brian Martin vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) auf Daten der Schweizerischen Nationalen Kohortenstudie zurück. Diese lieferte Angaben zum Tabakkonsum, Früchteverzehr, körperlicher Bewegung und Alkoholgenuss von 16'721 Personen im Alter von 16 bis 90 Jahren aus der Zeit von 1977 bis 1993.

Diese Daten konnten die Forscher mit den Todesfällen bis ins Jahr 2008 in Verbindung setzen. Sie konzentrierten sich dabei auf Herz-Kreislauf-Krankheiten und Krebs, da diese in der Schweiz die meisten Todesfälle verursachen. Die Resultate stellen die Forscher nun im Fachjournal «Preventive Medicine» vor.

Rauchen am schädlichsten

Der Effekt jedes einzelnen Faktors sei relativ gross, erklärte Martin-Diener. Am schädlichsten scheint das Rauchen zu sein: Gegenüber einer Gruppe von Nichtrauchern haben Rauchende epidemiologisch gesehen ein um 57 Prozent erhöhtes Risiko, frühzeitig zu sterben. Ungesunde Ernährung, wenig Sport und Alkoholmissbrauch erhöhen das Sterblichkeitsrisiko je um rund 15 Prozent.

«Erstaunt hat uns das 2,5-fach höhere Risiko bei einer Kombination aller vier Risikofaktoren», sagte Brian Martin. Ein 75-jähriger Mann mit allen Risikofaktoren überlebt demnach die nächsten zehn Jahre mit einer Wahrscheinlichkeit von 35 Prozent, ein Gleichaltriger ohne Risikofaktoren hingegen mit 67 Prozent. Bei einer Frau wären es 47 beziehungsweise 74 Prozent.
Die Auswirkungen des ungesunden Lebenswandels offenbaren sich vor allem im Laufe der Zeit: Während bei 45- bis 55-Jährigen viel Alkohol, Zigaretten, ungesunde Ernährung und Bewegungsfaulheit noch kaum Auswirkungen auf die Sterblichkeit zeigen, werden diese bei den 65- bis 75-Jährigen sichtbar.

Ein 75-jähriger Mann ohne diese vier Risikoverhalten erlebt die nächsten zehn Jahre mit der gleichen Wahrscheinlichkeit – nämlich 67 Prozent – wie ein zehn Jahre jüngerer Raucher, der sich nicht bewegt, sich ungesund ernährt und viel trinkt.

Tafeln für Gesundheitsberatung

Damit konnten die Forscher die Auswirkungen des ungesunden Lebenswandels erstmals in Zahlen fassen. Diese haben sie auf übersichtlichen Überlebenstafeln dargestellt. Ärzte könnten diese in den Praxen bei der Gesundheitsberatung ihrer Patienten nützen, sagte Martin-Diener.

Die Resultate könnten zudem für jene Politiker nützlich sein, die sich mit der Ausarbeitung der nationalen Präventionsstrategie für nicht-übertragbare Krankheiten befassen. So eine Strategie wird derzeit vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) erarbeitet.

Die Studie wurde durch die Schweizerische Herzstiftung und die Krebsliga Schweiz mitfinanziert.

(fee/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heidi W. am 09.07.2014 05:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was nützen die zusätzlichen Jahre?

    Schöne Studie..... Nur, wie verleben die Menschen die Zusätzlichen 10 Jahre? Im Altersheim? Alleine, verlassen in einer kleinen Wohnung? Im Spital? Was nützen 10 zusätzliche Jahre, wenn die meisten Menschen stark abbauen? Körperlich und Geistig? Ist es nicht so, dass die meisten Menschen die 90 oder 100 sind, von Ihren zusätzlichen Jahren gar nichts mehr mitbekommen? Sicher es gibt immer ausnahmen, die bist ins hohe alter aktiv und geistig fit sind. Nur würde es mich interessieren wieviele dass sind. Das Streben nach ewigem Leben ist nicht erstrebenswert!

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  • Lebe heute am 09.07.2014 05:54 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder Mensch

    lebt, solange er lebt.

  • André Gubelmann Brasilien am 09.07.2014 05:46 Report Diesen Beitrag melden

    Gesundheit

    Bin jetzt immerhin schon 70 J.alt und meine Einstellung war,man ist was man isst.Habe in der Jugend auch gesündigt,aber immer Sport getrieben.Habe gesoffen,rauche meine selbstgedrehten Zigaretten und Zigarren und esse gesund und bewege mich täglich genügend.Was solls, der Teufel soll es holen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Elisa am 10.07.2014 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    Und was ist mit Stress?

    Ähm, Halt mal: Warum wird hier der Arbeitsstress mit keinem Wörtchen erwähnt? Einer der grössten Killer ist nämlich STRESS, da kann man noch so Bio Veggie leben. Zu einem gesunden Leben gehört auch Entspannung und genügend Zeit für sich. Aber in der "fleissigen" CH will man wohl nichts davon wissen? Also wer gesund leben will, der soll in erster Linie ENTSPANNT leben und nicht alles so eng sehen. Ich treibe fast täglich Sport, esse viel Salat, Obst, aber meine Genusszigarettchen gönne ich mir trotzdem und bin ausserdem leidenschaftliche Schokoholikerin. Trotzdem schlank und nie krank.

  • falamanki am 10.07.2014 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    "frisches" meersalz..?

    .. was ist denn das? übrigens, es gibt so spezielles himalaya-salz, welches als "jahrmillionen-alt" angepriesen wird. und weiter unten auf der büchse steht dann: haltbar bis 31.01.2015..

  • Luna am 09.07.2014 21:38 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist mir egal.

    Da ich dünn bleiben will, esse / trinke ich per se nie mehr als 1000kcal pro Tag und mache auch bei 39 Grad Fieber noch Sport, eben mit den entsprechenden Medikamenten. Ich gehe gerne feiern und trinke gerne Alkohol (und lasse dafür Mahlzeiten ausfallen. Genug schlafen sagt mir nichts, da ich neben Weiterbildung und spannendem Job auch noch Zeit für Freunde, Ferien und Freizeit haben will. Mag sein dass ich ein paar Jahre früher sterbe, trotzdem habe ich so mehr vom Leben als wenn ich mich 90 Jahre langweile. So lange ich glücklich bin, muss mir keiner reinreden.

  • femme rouge am 09.07.2014 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Hmmm....

    Ich ernähre mich sehr gesund, bewege mich viel, trinke wenig Alkohol, aber einen Laster habe ich - ich rauche... Wie viele Jahre werde ich denn noch leben? Das steht wohl in den Sternen;);)...

  • Gevatter Tod am 09.07.2014 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Alkohol und Nikotin

    rafft die halbe Menschheit hin! Ohne Alkohol und Rauch: Stirbt die andere Hälfte auch... ;-)

    • Lore am 09.07.2014 17:12 Report Diesen Beitrag melden

      Marlboro

      Sterben musst do sowieso, schneller gehts mit Marboro

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