Prävention

14. November 2014 15:49; Akt: 14.11.2014 15:52 Print

Wikipedia sagt Seuchen voraus

Epidemien treten nicht plötzlich auf, sondern kündigen sich an. Und das auch auf überraschende und ganz unkomplizierte Weise.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wer weiss, dass in seiner Gegend eine ansteckende Krankheit im Anmarsch ist, kann sich besser vorsehen. Zwar sind bisherige Vorhersagesysteme zuverlässig, allerdings beruhen diese meist auf Informationen, die von offiziellen Stellen geliefert werden. Das macht sie teuer und langsam.

Dass es auch anders geht, berichten Forscher um Nicholas Generous vom Los Alamos National Laboratory im US-Bundesstaat New Mexico im Fachjournal «PLOS Computational Biology». Demnach suchen Menschen zuerst im Internet nach krankheitsbezogenen Informationen, bevor sie zum Arzt gehen.

Transparente Arbeitsweise

Besonders die kostenlose Enzyklopädie Wikipedia hat laut den Forschern das Potenzial, die Ausbreitung von Epidemien vorherzusagen. So hätten sich in jüngerer Vergangenheit mehrere Grippe-, Dengue- und Tuberkulose-Ausbrüche durch eine Zunahme an Wikipedia-Suchen aus den von den Krankheiten betroffenen Regionen angekündigt, so Generous und seine Kollegen.

Zwar würden entsprechende Suchbegriffe auch bei Suchmaschinen wie Google eingegeben, doch da diese nicht transparent arbeiten würden, seien die benötigten Daten nicht frei zugänglich.

Gute Aussichten

Nach Angaben des Magazins «Technology Review» des Massachusetts Institute of Technology in Boston arbeitet das Team derzeit daran, einen automatischen Algorithmus zu entwickeln, der die Wikipedia-Informationen genau auswerten könne. Dafür verwenden die Forscher die Daten von Grippe-Suchanfragen aus den vergangenen Jahren und gleichen sie mit Informationen ab, die das Zentrum für Seuchen-Kontrolle und -Prävention (CDC) in Atlanta gesammelt hat.

Das Ergebnis: Die Grippe-Vorhersage via Wikipedia sei eine gute Möglichkeit, die Entwicklung von Grippe-Wellen zu überwachen. Mit ihrer Hilfe könnten zuverlässige Informationen rund zwei Wochen früher als mit Hilfe der bisherigen Erhebungsmethode des CDC geliefert werden.

Doch es zeichnen sich auch Probleme ab: So würde gegen Ende der Grippe-Saison die Zuverlässigkeit der erhobenen Daten abnehmen, da Personen, die sich vielleicht ein zweites Mal infiziert hätten, nicht erneut auf den Wikipedia-Artikel zum Thema Grippe zugreifen würden.

(fee)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ndh. am 14.11.2014 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Nostradamus

    Wikipedia ist das Nostradamus der Moderne;)

    einklappen einklappen
  • Mathias Schmid am 14.11.2014 17:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Sache!

    Wäre mir nie in den Sinn gekommen das man die Eingaben der User auch für etwas nützliches gebrauchen kann (und nicht nur massgeschneiderte Werbung!). Weiter so! Da erhoff ich mir ja schon bald mehr Transparenz von Google, man nehme an ich weiss das eine Grippe umhergeht dann wähl ich ganz bestimmt das Auto anstatt den Bus!

    einklappen einklappen
  • S. S. am 16.11.2014 00:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Presse

    Ich schaue immer nach, je nachdem was die Presse gerade für Artikel veröffentlicht. Entweder ist der Artikel zu wenig ausführlich Oder ich will noch weitere Angaben haben. Schaue auch Geographische Dinge nach, weil ich da nicht so Sattelfest bin. Auch Ebbola hab ich nachgesehen um besser Bescheid zu wissen, nicht weil ich Angst hätte daran zu erkranken, einfach weil es mich interessiert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • S. S. am 16.11.2014 00:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Presse

    Ich schaue immer nach, je nachdem was die Presse gerade für Artikel veröffentlicht. Entweder ist der Artikel zu wenig ausführlich Oder ich will noch weitere Angaben haben. Schaue auch Geographische Dinge nach, weil ich da nicht so Sattelfest bin. Auch Ebbola hab ich nachgesehen um besser Bescheid zu wissen, nicht weil ich Angst hätte daran zu erkranken, einfach weil es mich interessiert.

  • kaka am 15.11.2014 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Trugschluss

    Diese Vorhersagen würden vielleicht dann funktionieren, wenn weltweit JEDER Mensch Zugang hätten. So sind sie jedoch wertlos und zeigen zwangsläufig ein falsches Bild. Sie können zwar mitunter im Nachhinein Informationen bzw. Vermutungen bestätigen. Als Ebola in die Medien kam, haben zigtausende hierzulande nach Infos gesucht. und doch haben wir hier kaum fälle... Ausserdem sind solche Web-Auswertungen abhängig von einem offenen, neutralen und nicht zensierten Netz. Das haben wir bereits heute nicht mehr. und werden es in Zukunft noch weniger haben.

  • Stella am 15.11.2014 00:03 Report Diesen Beitrag melden

    Unklar

    Weshalb gehen die Leute noch zum Arzt, wenn sie doch schon wissen, was Ihnen fehlt?

    • Constantine am 15.11.2014 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Arzt Zeugnis

      Weil mir mein Arbeitgeber nicht vertraut, und ab dem dritten, manchmal aber schon ab dem ersten Tag eine Bestätigung eines Arztes haben will ob ich wirklich nicht ihn der Lage bin zu arbeiten. Da liegt erhebliches Spaarpotenzial den obwohl ich bei einer Grippe weis was zu tun ist ( viel Schlaf, Tee, Hühner Brühe) muss ich zum Arzt der mir noch das und jenes verschreibt. Eine Grippe geht ohne Medikamente ca. 1 Woche, mit Medikamente ist man sie nach ca 7 Tagen wieder los.

    einklappen einklappen
  • Dan am 14.11.2014 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsch

    Falsch Die Aussage dass google diese daten nicht frei anbietet ist schlicht falsch. Sucht mal nach "google trends"

  • Mathias Schmid am 14.11.2014 17:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Sache!

    Wäre mir nie in den Sinn gekommen das man die Eingaben der User auch für etwas nützliches gebrauchen kann (und nicht nur massgeschneiderte Werbung!). Weiter so! Da erhoff ich mir ja schon bald mehr Transparenz von Google, man nehme an ich weiss das eine Grippe umhergeht dann wähl ich ganz bestimmt das Auto anstatt den Bus!

    • Pendler am 14.11.2014 17:34 Report Diesen Beitrag melden

      Die notorischen Autofahrer

      bei uns im Geschäft sind am häufigsten krank. Wer mit dem öV kommt eher selten. Ich vermute der regelmässige Aufenthalt zwischen vielen Menschen auf engem Raum stärkt das Immunsystem besser als Pillen, Pulver und anderen Pharmalobbydreck.

    • tai am 14.11.2014 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      at Pendler

      Inwiefern sollte das das Immunsystem stärken?

    • Säm s am 14.11.2014 18:46 Report Diesen Beitrag melden

      @ Pendler

      Wer profietiert wohl mehr, die Pharmaindustrie, wenn deine Krankenkasse denen ein paar Medikamente bezahlen, oder gewisse Anti-"Pharmalobbydreck"-Autoren, deren Bücher du kaufst? Auch wenn ÖV in jedem Fall die bessere, ökologischere Alternative ist, so ist doch nicht zu verleugnen, dass gerade sich stark verändernde Krankheitserreger wie der Grippevirus weniger durch ein abgehärtetes, sondern mehr durch ein allgemein starkes Immunsystem ausgeschalten wird;wenn du auch schon 10mal Grippe bekommen hast, wirst du nicht vor dem elften mal geschützt sein, im zweiten fall wärst du gar nicht erkrankt

    einklappen einklappen