Fatale Darmerkrankung

06. Juni 2011 08:20; Akt: 08.06.2011 11:29 Print

Wohin führt die EHEC-Spur?

Zuerst Gurken, dann Salat, später ein Restaurant, jetzt Sprossen: Die Mutmassungen über die Quellen des gefährlichen EHEC-Bakteriums nehmen kein Ende. Von Entwarnung kann keine Rede sein.

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Für den deutschen Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) steht der Ausgangspunkt der gefährlichen Darmerkrankungen in Deutschland trotz der Hinweise auf Sprossengemüse aus Niedersachsen noch nicht fest. Es gebe zwar deutliche Indizien, dass ein Betrieb aus Uelzen eine Quelle der Infektionen mit dem EHEC-Bakterium sei, sagte Bahr. Noch bestehe aber keine Sicherheit. Auch der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung, Andreas Hensel, äusserte sich zurückhaltend. Die Grünen kritisierten das Krisenmanagement der Bundesregierung.

In Deutschland werden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts mittlerweile 21 Todesfälle mit EHEC in Verbindung gebracht. Zunächst waren Gurken, Tomaten und Salat als mögliche Träger des Erregers genannt worden. Am Sonntag gab Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) bekannt, bei epidemiologischen Auswertungen sei ein Zusammenhang zwischen den Infektionen und Sprossen aus einem Gartenbaubetrieb im niedersächsischen Bienenbüttel festgestellt worden. Noch stützten sich die Untersuchungsergebnisse lediglich auf die Handelswege. Dennoch sei man sicher, eine «sehr deutliche Spur zu der Infektionsquelle» zu haben.

Laborergebnisse am Dienstag

Bahr sagte, noch könne keine Entwarnung gegeben werden. Zunächst müsse die Bestätigung der Labortests abgewartet werden. Diese liegen voraussichtlich am Dienstag vor.

Hensel warnte vor voreiligen Schlüssen. Die jetzigen Erkenntnisse seien ein weiteres Puzzleteil auf der Suche nach der Quelle der Infektion. Die Experten von Behörden und Instituten würden auch in den nächsten Tagen am Ursprung des Krankheitsausbruchs forschen. Doch in drei von vier Fällen würden die Quellen dieser Erreger nicht gefunden.

Der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige Unions-Bundestagsfraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) brachte ein Prüfsiegel für Gemüse ins Gespräch. Auf diese Weise sollten weitere Verluste bei deutschen Erzeugern durch die EHEC-Krise unterbunden werden. Es gehe ja nicht nur um die Erzeugung der Produkte, erläuterte Singhammer. «Eine Verseuchung könnte auch über den Vertriebsweg erfolgen. Auch darüber wissen wir leider noch zu wenig», sagte Singhammer.

Künast fordert «nationalen Kontrollplan»

Grünen-Bundestagsfraktionschefin Renate Künast forderte einen «nationalen Kontrollplan» mit einer Checkliste möglicher Übertragungswege vom Bauern über die Verarbeitung bis zum Restaurant. Bislang würden weder die Suche nach den Infektionsherden noch die Laborforschung bundesweit koordiniert. «Man kann nicht darauf warten, dass die Experten irgendwann miteinander telefoniert haben», sagte Künast.

Ihre Stellvertreterin Bärbel Höhn warf der Regierung vor, die Krise vollkommen unterschätzt zu haben. «Von den verantwortlichen Ministern war lange nichts zu hören», sagte Höhn. Die Regierung habe erst reagiert, als der Druck in der Öffentlichkeit immer grösser wurde. Höhn forderte eine bessere Koordinierung der Lebensmittelkontrollen. «Das hätten im Fall von EHEC der Bundesgesundheitsminister oder die Bundesverbraucherschutzministerin übernehmen müssen. Jeder hat die Verantwortung auf den anderen abgeschoben. Das hat die Probleme noch vergrössert», kritisierte Höhn.

Dagegen wies Singhammer Forderungen nach der Einrichtung eines zentralen Krisenstabes zurück. Sowohl der Gesundheitsminister als auch die Verbraucherschutzministerin arbeiteten eng mit allen zuständigen Behörden in Bund und Ländern zusammen. «Mehr Koordinierung geht nicht», sagte der CSU-Politiker. Wer an der Verteilung der Kompetenzen zwischen Bund und Ländern im Grundsatz rütteln wolle, der müsse die Rechtslage ändern. Das aber sei völlig unnötig.

(ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruedi G. am 06.06.2011 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    Alles ist noch möglich

    Eigentlich haben alle in Ihren Kommentaren etwas Wahres vermittelt. Möchte auch nicht schwarzmalen , aber ich habe das gefühl, dass wir wieder mal an der Nase herumgeführt werden . Es könnte ja durchaus möglich sein dass diese Bakterien aus einem labor stammen. Die andere Theorie die mir noch vorschwebt, .. Auch Bakterien sind im Grunde genommen Lebewesen und passen sich um zu Überleben einfach den Wiedrigen Umständen an die sie zum Teil vorfinden. Horssol Anlagen , künstliches Licht und Industriemasenprodukzion, oder eben eine Mutation aus Fukushima.. Tas ganze ist einfach ein Drama

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  • Gurken Esserin am 07.06.2011 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerliche Hysterie

    Die Verantwortlichen sollten zuerst eine Ursache herausfinden, bevor sie Verdächtigungen äussern.. Es kann doch nicht sein, dass so viele Bauernbetrieben hohe finanzielle Schäden erleiden, nur weil - ach so kluge - Wissenschaftler irgend einen Verdacht haben. Und dies erst noch ohne gesicherte Beweise! Ich bin der Meinung, dass dies wieder einmal so eine Panikmache der Pharmaindustrie sein könnte.. Nach Vogelgrippe, Schweinegrippe, usw. In der selben Zeit, wo diese 21 (von Millionen) Leute gestorben sind, sind sicher viel mehr Leute an einer Grippe gestorben. Das stört auch keinen.

  • Asket am 06.06.2011 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Wer glaubt's noch?

    Immer neue Verdächtigungen und Rufschädigungen. Gestern waren es auch noch Biogasanlagen. Wer's glaubt, soll bis zur Entwarnung nichts mehr essen und trinken, es könnt ja lebensgefährlich sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Monique am 09.06.2011 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wohin führt die EHEC Spur?

    Zum Pharmakartell. Ist es nicht suspekt, dass die spanischen Gemüse für die Epidemie verantwortlich gemacht wurden, gleich nach dem bekannt wurde, dass Spanien sich der Einführung der GVO in der Landwirtschaft widersetzt hat? War das die Revanche von GVO an Spanien? Wie viele wissen von dem EU-Verbot für Heilkräuter? Das Ziel ist offenbar, dass man die Menschen mittels ANGST dazu bringt, keine frische Gemüse und Früchte mehr zu essen, u. keine Heilkräuter zu benutzen, die alle samt die Gesundheit sichern. Das geschieht schon längst in den USA u. WER profitiert von den kranken Menschen?...

  • Gurken Esserin am 07.06.2011 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerliche Hysterie

    Die Verantwortlichen sollten zuerst eine Ursache herausfinden, bevor sie Verdächtigungen äussern.. Es kann doch nicht sein, dass so viele Bauernbetrieben hohe finanzielle Schäden erleiden, nur weil - ach so kluge - Wissenschaftler irgend einen Verdacht haben. Und dies erst noch ohne gesicherte Beweise! Ich bin der Meinung, dass dies wieder einmal so eine Panikmache der Pharmaindustrie sein könnte.. Nach Vogelgrippe, Schweinegrippe, usw. In der selben Zeit, wo diese 21 (von Millionen) Leute gestorben sind, sind sicher viel mehr Leute an einer Grippe gestorben. Das stört auch keinen.

  • Ruedi G. am 06.06.2011 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    Alles ist noch möglich

    Eigentlich haben alle in Ihren Kommentaren etwas Wahres vermittelt. Möchte auch nicht schwarzmalen , aber ich habe das gefühl, dass wir wieder mal an der Nase herumgeführt werden . Es könnte ja durchaus möglich sein dass diese Bakterien aus einem labor stammen. Die andere Theorie die mir noch vorschwebt, .. Auch Bakterien sind im Grunde genommen Lebewesen und passen sich um zu Überleben einfach den Wiedrigen Umständen an die sie zum Teil vorfinden. Horssol Anlagen , künstliches Licht und Industriemasenprodukzion, oder eben eine Mutation aus Fukushima.. Tas ganze ist einfach ein Drama

    • Monique am 09.06.2011 11:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Ruedi G.

      Speziell diese Bakterien können NUR aus einem Labor stammen, denn solche Mutationen können nicht per Zufall in der Natur entstehen - das kann jeder Biologe bestätigen. Die Frage bleibt, welcher Plan dahinter steht u. wer den Nutzen einer Epidemie zieht? Angesichts der Tatsache, dass die Naturheilkunde in USA verboten wurde u. auch die Heilkräuter in der EU u. nun auch die frischen Gemüse u. Früchte mittels Kontaminieren m. E.coli indirekt verbieten will, braucht man nicht viel über den Zweck des Ganzen zu grübeln. Es geht nicht mehr um Spekulationen, sondern um bittere Tatsachen.

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  • Susi H. am 06.06.2011 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Panikmacherei

    Tragisch für die Erkrankten. Aber wie viele Menschen sterben im Verkehr? Über ein Autoverbot spricht auch niemand. Und so nebenbei. Man muss nicht alles roh essen...

  • Hugo am 06.06.2011 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Moderner Handelskrieg

    Eine Wirtschaft mit Verleumdungen in die Knie zwingen. Einfach in einer Demokratie. Man schuldet jemanden an und der Angeschuldigte muss beweisen, dass er nicht schuldig ist. Spanisches Gemüse ist zu billig ! Es wird bald den Kühen gefüttert und dann geht der EHEC ins Fleisch und die Milch.

    • Kein Pharmafreund am 06.06.2011 14:19 Report Diesen Beitrag melden

      Mal sehen

      Eh, da kommt er ja her ^^ Das wäre ja denn ein Kreislauf. Und ja EHEC ist eigentlich Primär in Wiederkäuern zu finden, denen macht er Allerdings nichts. Ist bei denen ein Darmbakterium wie Coli bei uns. Aber ja, die Aktion kann gut teil eines Wirtschaftkrieges sein. Ach, was micht ma meisten erstaunt ist das man nicht im Trinkwasser sucht, das ist normalerweise die Infektionsqulle die zum Menschen fürht.

    • Wir wollen die Wahrheit am 06.06.2011 17:51 Report Diesen Beitrag melden

      Nachdem wir über die Lobbyliste

      gegen alternative Energien nebst Atomstrom vernommen haben; sind bereits die Biogasanlagen als Ursache des mutierten Coli Bakteriums als Schuldige angeprangert worden. Diesen Lobbys traue ich selbst jede Manipulation zu. Geht es darum nun die Biogasanlagen mittels eines im Labor modifizierten Mikroorganismuses daran zu hindern eine Alternative zu den AKWs zu werden?

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