Covid-19

18. März 2020 21:08; Akt: 18.03.2020 21:08 Print

Woran Corona-Patienten sterben

In der Schweiz sind bisher 29 Menschen an Covid-19 gestorben. Weltweit gibt es mehr als 8000 Tote. Die Ursache ist aber nicht immer eine schwere Lungenentzündung.

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Um Zustände wie in Italien zu vermeiden ... ... reicht es in der Schweiz nicht mehr, in die Ellenbeuge zu husten und sich die Hände regelmässig zu waschen und zu desinfizieren. Am Montag hat der Bundesrat den Notstand verfügt. Durch diese massive Einschränkung des öffentlichen Lebens sollen die Menschen in der Schweiz auf Abstand gehalten werden. Unterstützt werden die offiziellen Bemühungen auch online – durch den sogenannten #coronacodex oder die Hashtags wie #staythefuckhome und #flattenthecurve. Dies, um die exponentielle Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu unterbinden. Denn wie problematisch die Corona-Krise hierzulande wird, hängt vor allem davon ab, wie viele Fälle aufs Mal auftreten. In anderen Worten: Verbreitet sich das Virus weiterhin so rasant ... ... wird es das Gesundheitssystem in die Knie zwingen. Besser wäre es, wenn die Infektionen gestaffelt auftreten würden. Dann könnten alle Betroffenen die Hilfe bekommen, die sie benötigen. (Im Bild: Beispielkurven, einmal ohne (rot) und einmal mit (gelb) Social Distancing) Und die Überlebenschancen für jeden Einzelnen würden steigen. Die Bedeutung des Abstandhaltens ist mittlerweile bei vielen Menschen angekommen, wie der Blick in die sozialen Medien zeigt. So fordern sich die User auf unterschiedliche Weisen dazu auf, ihren Beitrag zu leisten. Schliesslich ist es wichtig, dass das Tempo aus der Ausbreitung von Sars-CoV-2 genommen wird. Und das ist – so der Tenor im Netz – bereits ohne viel Aufwand möglich. Mann muss nur zu Hause bleiben. Welchen Unterschied das sogenannte Social Distancing macht, zeigt der Blick auf die Spanische Grippe (1918/19), der weltweit zwischen 20 und 40 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Einige Städte wie St. Louis im US-Bundesstaat Missouri schränkten das soziale Leben in weiten Teilen ein und bekamen das Virus so in den Griff. In Gegenden wie in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania, in denen dies nicht passierte, breitete sich das Virus dagegen weiter aus und tötete zahlreiche Menschen. Dort hatte man trotz des um sich greifenden Virus etwa noch eine Parade stattfinden lassen.

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Während für rund 80 Prozent der Betroffenen eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 mild verläuft und sie dies teilweise gar nicht bemerken, setzen sich die Viren bei etwa 20 Prozent der Infizierten in der Lunge fest. Die Folge ist eine Entzündung, die die Erkrankten ins Spital zwingt. In besonders schweren Fällen müssen die Patienten auf der Intensivstation an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden.

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Mithilfe von Entzündungshemmern und antiviralen Medikamenten kommen zwar die meisten wieder auf die Beine. Dennoch sind auch in der Schweiz bereits 29 Menschen an dem neuartigen Virus gestorben – der Grossteil davon hatte Vorerkrankungen.

Organe arbeiten nicht mehr

Woran Corona-Patienten schlussendlich sterben, zeigt eine Datenerhebung aus dem Corona-Zentrum Wuhan. Demnach ist die häufigste Todesursache nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 akutes Lungenversagen, gefolgt von Herzstillstand.

Durch die Entzündung ist die Lunge immer weniger in der Lage, ausreichend Sauerstoff für den Körper zur Verfügung zu stellen. Werden die Organe nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, hören sie auf zu arbeiten, und der Mensch stirbt an Organversagen.

Typisch für eine Corona-Lungenentzündung ist, dass sie beidseitig ist und die komplette Lunge erfasst. Italienische Mediziner haben berichtet, dass es sich für Patienten, die in dieser Situation nicht beatmet werden können, wie langsames Ertrinken anfühlt.

Schwere Herzschäden

Neben Atemwegsbeschwerden verursacht das Virus auch akute und chronische Schäden des Herz-Kreislauf-Systems, wie die Ärztezeitung berichtet. Bei manchen Patienten zeigte sich eine Sars-CoV-2-Infektion sogar zuerst durch kardiovaskuläre Symptome wie Herzklopfen und Engegefühl in der Brust statt durch Fieber oder Husten.

Knapp 12 Prozent der chinesischen Patienten, die an Covid-19 starben, erlitten während des Spitalaufenthalts schwere Herzschäden oder einen Herzstillstand, obwohl sie keine Herz-Kreislauf-Vorerkrankung hatten.

Bei einer schweren Covid-19-Erkrankung leiden die Patienten unter Atemnot. Das belastet das Herz-Kreislauf-System, weil es auch im Ruhezustand deutlich mehr arbeiten muss. Für einen Kranken mit einer koronaren Vorerkrankung kann diese Belastung zu schwer werden.

(kiky)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rolf Christen am 18.03.2020 21:49 Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht!

    Heute Nachmittag in der Zentralschweiz: Unzählige Rentner sind mit Tagesrucksack und Wander- bzw- Trekkingschuhen unterwegs im ÖV. In aller Regel wird über die Corona-Epidemie gespottet: "Die übertriibe doch masslos mit däm Virus, s'isch doch nid mau so schlimm wiene Gripp". Mir reicht's langsam aber sicher! Generationensolidarität ist keine Einbahnstrasse, meine Damen und Herren! Wir "jungen" erwarten, dass auch und insbesondere SIE als Risikopatienten sich strikte an die Weisungen des Bundesrates halten! Habe fertig!

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  • 2020 am 18.03.2020 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    skandalös

    Daniel Koch haben wir heute Abend im TV erlebt... 'danke' dafür, dass er alle in Schutz nimmt, die sich an Regeln nicht konsequent halten wollen. Seiner Meinung nach hat jede Altersgruppe einen guten, menschlichen Grund einfach das zu tun, was ihm gefällt. Die Alten, die draussen sind, brauchen eben das soziale Umfeld. Kinder muss man draussen ungehindert spielen lassen und der Jugend im Allgemeinen kann sowieso nichts verboten werden. So und nun frage ich, warum hat dann alles geschlossen, ausser Arzt, Apotheke, Lebensmittel?

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  • Mann oh Mann us Zürich am 18.03.2020 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    fundierte Ausbildung

    Es ist immer noch sehr viel halb Wissen vorhanden. Lasst doch die Experten, welche eine fundierte Ausbildung haben das entscheiden, an was diese Menschen gestorben sind. Alles andere ist verbreitung von Hysterie. Einfach schlimm, jeder spielt sich als Experte oder Medizinisches Wunder auf, dabei sind alles von diesen Leuten nur Mutmassungen. Ich würde mir nie erlauben eine Aussage dies bezüglich zu machen. Ich bin Unternehmer und kenne mich in der Fotografie und Bildbearbeitung, so wie in der IT aus, aber dafür mit fundiertem und breitem Wissen welches in den letzten 40 Jahren gewachsen ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Franz J. am 19.03.2020 22:35 Report Diesen Beitrag melden

    Capish?

    Noch ein kleiner Anhang zu meinem Post eben: Wir alle, als Ganzes, sitzen z.Z. zusammen in einem kleinen, sehr schaukelnden Boot. Jetzt wird sich zeigen, wie es um die viel beschworene Solidarität bestellt ist. Es geht echt nur zusammen und nicht gegeneinander.

  • Franz J. am 19.03.2020 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    Die Suche nach den Schuldigen

    Ja es stimmt - viele Senioren scheinen den Schuss immer noch nicht gehört zu haben (Hörgeräte nachjustieren). Aber auch viele Jüngere haben ihn nicht gehört. Was zur einzigen, noch machbaren Option führt: Die Ausgangssperre MUSS kommen. Auch um des sozialen Frieden willen. Alle hacken auf allen herum und obwohl ich für das Verhalten von Wandergruppen und Partypeople wenig Verständnis habe, versteh ich zumindest deren Naivität der Situation gegenüber. Aber eben, geht gar nicht - also Ausgangssperre.

  • K. Weber am 19.03.2020 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Sich an die Vorgaben halten - alle!

    Ich verstehe nicht, absolut nicht, weshalb sich gewisse Personengruppen über die Regeln hinwegsetzen - ist es eine Intelligenzfrage? Wollt Ihr, dass das Ganze über Monate dauert oder wollt Ihr, dass es ein Ende nimmt - hört auf, Euch in Gruppen zu treffen, alles zu bagatellisieren - spätestens dann, wenn Eure Familien betroffen seid, kommt dann die Einsicht. Unverständlich. Zu Hause bleiben. Home Office. Punkt.

    • 50+ am 19.03.2020 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @K. Weber

      gewisse Personengruppen? Von jung bis alt findest du jede Altersgruppe am See oder bei Partys. Also hört endlich auf mit dem Finger auf irgendwelche Gruppen zu zeigen.

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  • Longjogwoman am 19.03.2020 14:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuhause bleiben an die Regeln halten

    Auf jedenfall alle Hygienemassnahmen, Abstand, Hände waschen usw. einhalten und besser zuhause bleiben basta!! Und über Whatsapp gut in Kontakt bleiben. Mir ist es egal was über mich gedacht wird als gehörlose ist es mir sau egal !! Hauptsache ich bleib gesund basta.

    • 50+ am 19.03.2020 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Longjogwoma

      wie oft wiederholst du jetzt deinen Kommentar? Wer sich nicht an die Regeln hält, wird sich bestimmt auch nicht an deine Kommentare halten.

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  • Realistin am 19.03.2020 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch ein soziales Wesen?

    Grundsätzlich bin ich dafür, dass jeder das macht,was er gerne mag - solange niemand zu schaden kommt. Und genau an diesem Punkt sind wir jetzt: Wer weiss(!) denn nun genau, wo andere zu schaden kommen könnten und wo nicht? wer kann mit gutem Gewissen immer noch alles machen wie vorher mit der sicherheit(!) damit andere um sich herum nicht massiv zu gefährden? ich bin nicht für Hysterie, möchte aber auch nicht die Verantwortung tragen, Menschenleben zu gefährden, weil ich mache was ich will. Aber wissen(!) können wir es alle nicht. Auch nicht die Bagatellisierer!