Auch in der Schweiz

19. Dezember 2019 02:16; Akt: 19.12.2019 08:19 Print

Erstmals rauchen weniger Männer Tabak

Zwei Millionen weniger Männer als 2018 werden im kommenden Jahr Tabak nutzen. Davon geht die WHO in einer neuen Analyse aus.

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Nach jahrzehntelangen Anti-Tabak-Kampagnen dürfte die Zahl der männlichen Tabaknutzer weltweit 2020 erstmals zurückgehen - auch in der Schweiz. Davon geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einer neuen Analyse aus. Sie sieht darin einen entscheidenden Wendepunkt im Kampf gegen die tödlichen Tabakprodukte, wie WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus anlässlich des neuen Tabakberichts sagte.

Obwohl vier von fünf Tabaknutzer Männer sind, war der Rückgang der Tabaknutzer insgesamt bislang darauf zurückzuführen, dass Frauen das Rauchen oder anderen Genuss von Tabak aufgegeben haben. Die Zahl der weiblichen Tabaknutzer sank Schätzungen zufolge von 2000 bis 2018 um rund 100 Millionen, während die Zahl der männlichen Tabaknutzer um rund 40 Millionen stieg.

Rückgang auch in der Schweiz

Dieser Trend bei Männern hat sich nun geändert, so die WHO. So geht die Gesamtzahl der männlichen Tabaknutzer, darunter Kauer und Schnupfer, zurück. Es steigt jedoch die Zahl der männlichen Raucher.

Die Organisation geht davon aus, dass im kommenden Jahr zwei Millionen weniger Männer Tabak nutzen als 2018, im Jahr 2025 sogar sechs Millionen weniger. Die Frauen werden den Männern in der Abkehr von der Nikotinsucht laut WHO aber weiter voraus sein: Im Jahr 2020 dürften neun Millionen weniger Frauen Tabak nutzen als 2018, bis 2025 sollen es sogar 32 Millionen weniger sein als 2018.

In der Schweiz dürfte die Rate der Tabakkonsumenten gemäss WHO ebenfalls sinken. Im Jahr 2018 betrug sie 23,1 Prozent. Im kommenden Jahr soll sie auf unter 23 Prozent runtergehen, im Jahr 2025 gar auf gut 21,5 Prozent.

Mehr Raucher, weniger Schnupfer

Betrachtet man die Männer genauer, gibt es verschiedene Trends: Der Konsum von rauchfreien Tabakprodukten, dazu gehören Schnupf- und Kautabak, sei stark zurückgegangen, sagte Alison Commar, eine der Autorinnen des Berichts. Konkrete Zahlen dazu gibt es bei der WHO aber nicht. Gleichzeitig steigt laut dem Bericht nach wie vor die Zahl der männlichen Raucher, eine Untergruppe der Tabaknutzer. Sie soll den WHO-Schätzungen zufolge von 915 Millionen im Jahr 2018 auf 917 Millionen im Jahr 2020 steigen. Im Jahr 2025 könnten es dann 920 Millionen sein.

Die Zahl der rauchenden Frauen ist hingegen rückläufig und soll den Schätzungen zufolge von 156 Millionen im Jahr 2018 auf 138 Millionen im Jahr 2025 sinken. Die Gesamtzahl aller Raucher bleibt bis mindestens 2025 laut WHO bei knapp 1,1 Milliarden.

Insgesamt nutzte im Jahr 2000 rund ein Drittel der Weltbevölkerung ab 15 Jahren regelmässig Tabak. Gemeint sind hier Zigaretten, Zigarren, Pfeifen, Wasserpfeifen sowie Kau- oder Schnupftabak und ähnliche Produkte, aber keine elektronischen Zigaretten. 2015 war es nur noch rund ein Viertel. In absoluten Zahlen ging die Zahl der Tabaknutzer nach den WHO-Schätzungen von rund 1,4 Milliarden im Jahr 2000 auf gut 1,3 Milliarden im Jahr 2018 zurück. Im Jahr 2018 waren den WHO-Angaben zufolge 80 Prozent aller Tabaknutzer Raucher.

Acht Millionen Tote durch Tabak pro Jahr

Nach WHO-Angaben sterben jedes Jahr acht Millionen Menschen durch Tabakkonsum, davon etwa 1,2 Millionen, die gar nicht selbst rauchen, sondern mit Rauchern zusammen leben oder arbeiten. Tabakkonsum trägt zu Herzkrankheiten, Krebs und anderen Krankheiten bei. Im Jahr 2018 konsumierten laut einer WHO-Mitteilung weltweit rund 43 Millionen 13- bis 15- Jährige Tabak. Davon waren rund ein Drittel Mädchen.

Das angepeilte Ziel, den Anteil der Tabaknutzer weltweit bis 2025 um 30 Prozent unter das Niveau von 2010 zu senken, dürfte verfehlt werden, warnt die WHO. Nur 32 Länder seien auf einem guten Weg. Wenn sich die derzeitigen Trends in den nächsten fünf Jahren fortsetzten, würde bis 2025 ein Rückgang von 23 Prozent erreicht.

Prozentual gab es 2018 Schätzungen zufolge die wenigsten Tabaknutzer in Afrika und die meisten in Südostasien, gefolgt von Europa und der Westpazifikregion. In Deutschland nutzten nach diesen WHO-Schätzungen im vergangenen Jahr 27,0 Prozent der Männer und 21,6 Prozent der Frauen Tabak. «Wir haben noch Arbeit vor uns», sagte der WHO-Chef der Abteilung für Tabakkontrolle, Vinayak Prasad. «Wir dürfen im Kampf gegen die Tabakfirmen nicht nachlassen.»

(scl/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rônin am 19.12.2019 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klingt interessant

    nur frage ich mich wie dann die Alkohol- und Tabaksteuern eingetrieben werden? Wo werden wir dann zur Kasse gebeten? Über die Betankung unserer E-Fahrzeuge, oder Verbrenner?

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  • Lady72 am 19.12.2019 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    woher??

    Woher stammt die Behauptung, dass Raucher mehr Gesundheitskosten verursachen? Ja ich rauche und bin gesund. Kenne aber einige Menschen die schwer erkrankt sind und Krebs haben. Diese rauchen nicht! Also hört bitte mit dieser Aussage auf. Ja, rauchen ist schädlich....aber es trifft auch Nichtraucher.

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  • F.Hunkeler am 19.12.2019 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wer zahlt jetzt

    Unsere AHV ??? Der B.Glättli oder die Regula ? Fragen über Fragen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Zobi am 04.01.2020 00:58 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist geschehen

    Sehe immer mehr 14 Jährige Mädchen teils noch früher Rauchen. Es scheinen mehr in dem Alter zu sein als Jungs. Warum dieser Trend. Auch beim Alkohol scheint eine Verlagerung stattgefunden zu haben.

  • Enrico am 21.12.2019 13:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der richtige Stoff

    Ich persönlich rauche sehr gerne Aspestzigaretten.

  • Aziz am 21.12.2019 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mag sein

    Dafür rauchen viele immer mehr Shisha's

  • Dede am 21.12.2019 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Tod kostet

    Ob Raucher oder nicht. Alle sterben. Und das kostet. Raucher gibt es weniger, die Gesundheitskosten steigen. Aber Rauchen ist unnötig und ungesund. Nur übertroffen vom Bergsteigen

  • B. Scheuert am 20.12.2019 18:07 Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
    • marko 34 am 21.12.2019 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @B. Scheuert

      Lustig

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