Deutschland

14. Juni 2011 14:24; Akt: 15.06.2011 12:40 Print

Zweijähriger Junge stirbt wegen EHEC

Zum ersten Mal ist in Deutschland ein Kind an den Folgen einer EHEC-Infektion gestorben. Ein Zweijähriger starb in der Nacht zum Dienstag in Hannover.

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Der zweijähriger Junge aus dem niedersächsischen Celle starb am Dienstag an den Folgen des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS), sagte ein Sprecher des Landkreises.

Bislang war das jüngste vom Robert Koch-Institut (RKI) registrierte Opfer in Deutschland 20 Jahre alt. Damit steigt die Zahl der Toten in Deutschland bis Pfingstmontag auf 36.

Wie der Amtsarzt Carsten Bauer der «Celleschen Zeitung» bestätigte, starb das Kleinkind am frühen Morgen infolge von Nierenversagen und einer Auflösung von roten Blutkörperchen. In der Familie seien zudem der zehnjährige Bruder und der Vater an EHEC erkrankt.

Beide sind inzwischen aber nach Angaben des Arztes wieder auf dem Weg der Besserung. Wie sich die Familienmitglieder angesteckt hatten, war zunächst noch unklar.

Neuerkrankungen gehen zurück

Die Zahl der EHEC-Neuerkrankungen ist dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge deutlich zurückgegangen. Die EHEC-Welle ebbe bundesweit ab, bestätigte Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder, der am Dienstag gemeinsam mit Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (beide CSU) einen Gemüseanbaubetrieb in Nürnberg besuchte.

Seit einigen Tagen würden Erkrankungen am Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS) oder EHEC auf deutlich niedrigerem Niveau übermittelt, teilte das RKI in Berlin mit. Drei Viertel der gut 3200 EHEC/HUS-Fälle stammten aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Betroffen seien aber alle Bundesländer. Die höchste Zahl an EHEC/HUS-Fällen registrierte die Behörde im Zeitraum vom 21. bis 23. Mai. Seitdem sei ein kontinuierlicher Rückgang zu beobachten.

Söder sagte, es könne Entwarnung gegeben werden, was den Anstieg der Erkrankungen angehe. In Bezug auf den EHEC-Erreger, der jüngst auf einem Salat in Fürth gefunden worden war, sagte er, es sei «äusserst unwahrscheinlich», dass es sich dabei um den gefährlichen Typ des Bakteriums handele. Von den mehr als 600 Lebensmittelproben, die in Bayern gezogen worden seien, sei nur diese eine positiv gewesen.

Befragung der Mitarbeiter in Bienenbüttel geht weiter

Der Verdacht konkretisierte sich, dass der gefährliche Erreger des Stamms O104:H4 über Sprossen eines niedersächsischen Betriebes verbreitet wurde. Unklar ist noch, wie das Bakterium auf den Hof gelangte. Möglicherweise war das Saatgut verunreinigt.

Die Behörden setzten am Dienstag die Befragung der Mitarbeiter des Betriebes in Bienenbüttel fort. Sie sollten über ihre Ernährungsgewohnheiten Auskunft geben, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums in Hannover, Thomas Spieker. Nach der Befragung von neun der mehr als 20 Beschäftigten hatte sich ergeben, dass die EHEC-Welle möglicherweise auf den Genuss von Brokkoli-, Bockshorn- oder Knoblauchsprossen zurückgeht.

Die drei Arten wurden bevorzugt von fünf Mitarbeiterinnen des Betriebes verzehrt, die an Durchfall erkrankten oder positiv auf EHEC getestet waren. Dies deutet darauf hin, dass das Saatgut verunreinigt gewesen sein könnte. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hielt die Warnung aufrecht, wonach vorsichtshalber auch keine selbstgezogenen Sprossen mehr verzehrt werden sollen.


(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ein Vater am 14.06.2011 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Kondulationen

    Mein ganz herzliches Beileid den Eltern und Verwandten zum Verlust, den niemand nachempfinden kann.

  • Danimama am 14.06.2011 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    furchtbar....

    mein Aufrichtiges Beileid an die Familie. Ich glaube es gibt nichts schrecklicheres für Eltern, als das eigene Kind leiden und sterben sehen.

  • MJ am 14.06.2011 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Virus-Warnungen werden langsam zum Witz...

    Es sterben jeden Tag sehr viele Menschen und nur weil einige an dem EHEC-Virus gestorben sind gibt/gab es ein riesen "Tamtam". Diese Menschen wären wahrscheindlich auch an einer normalen Grippe gestorben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M.Ha am 15.06.2011 06:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seltsam...

    Natürlich kennt niemand jemand, der jemand kennt, der an EHEC erkrankt... Seltsam...

    • Ich am 15.06.2011 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Erfindung

      Bin ganz deiner meinung

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  • MJ am 14.06.2011 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Virus-Warnungen werden langsam zum Witz...

    Es sterben jeden Tag sehr viele Menschen und nur weil einige an dem EHEC-Virus gestorben sind gibt/gab es ein riesen "Tamtam". Diese Menschen wären wahrscheindlich auch an einer normalen Grippe gestorben.

    • Ich am 15.06.2011 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nur geldmacherei

      Du hast recht!! Die schweinegrippe war genau das gleiche. Man nimmt menschen die sonst so starben und verdient geld mit dem

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  • Danimama am 14.06.2011 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    furchtbar....

    mein Aufrichtiges Beileid an die Familie. Ich glaube es gibt nichts schrecklicheres für Eltern, als das eigene Kind leiden und sterben sehen.

  • Ein Vater am 14.06.2011 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Kondulationen

    Mein ganz herzliches Beileid den Eltern und Verwandten zum Verlust, den niemand nachempfinden kann.