Seuchen und Missernten

25. Dezember 2018 17:03; Akt: 26.12.2018 00:16 Print

«536 – das schrecklichste Jahr überhaupt»

2018 war nicht dein Jahr? 536 n. Chr. war schlimmer. Die Beweise dafür liefert ein Forscher der Harvard University.

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2018 war nicht so dein Jahr? Dann schau mal, wie übel das Jahr 536 den Menschen mitgespielt hat. Dieses hat der Mittelalterhistoriker und Archäologe Michael McCormick von der Harvard Universität als das schlimmste aller Zeiten ausgemacht. Laut McCormick war es sowohl weitaus schlimmer als 1914, dem Jahr, in dem der Erste Weltkrieg ausbrach, wie auch ... ... 1939, dem Jahr, in dem der Zweite Weltkrieg ausgerufen wurde. Zur Begründung zitiert der US-Forscher die Geschichtsschreiber Prokopios, Michael der Syrer oder Flavius Cassiodor. Wörtlich heisst es bei Prokopios: «Die Sonne, ohne Strahlkraft, leuchtete das ganze Jahr hindurch nur wie der Mond und machte den Eindruck, als ob sie fast ganz verfinstert sei.» Und weiter: «Seitdem aber das Zeichen zu sehen war, hörte weder Krieg noch Seuche noch sonst ein Übel auf, das den Menschen den Tod bringt.» Damit spielt er auf die Beulenpest an, die sich ab dem Jahr 541 vom römischen Hafen von Pelusium in Ägypten ausbreitete, knapp die Hälfte der Bevölkerung des Oströmischen Reiches auslöschte und dessen Zusammenbruch beschleunigte. (Im Bild: von der Beulenpest verursachte Schwellungen, Beulen genannt, in der Leistenregion) Möglicherweise ist nun die Ursache der Klimakatastrophe gefunden: Gemeinsam mit einem Kollegen gab McCormick bekannt, dass ein katastrophaler Vulkanausbruch in Island Anfang 536 Asche grossräumig über die nördliche Hemisphäre verteilt haben dürfte. Zwei weitere massive Ausbrüche folgten dann anscheinend im Jahr 540 und 547. (Im Bild: vulkanischer Strahlungsantrieb der letzten 2500 Jahre)

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Für dich war 2018 das schlimmste Jahr aller Zeiten? Das kann gar nicht sein, denn laut Michael McCormick, Mittelalterhistoriker und Archäologe an der Harvard Universität, war 536 das schlimmste Jahr aller Zeiten.

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Es markiert nämlich den Auftakt für das dunkelste und kälteste Jahrzehnt der vergangenen 2300 Jahre, wie das «Science Magazine» McCormick zitiert – zumindest in weiten Teilen der Nordhalbkugel inklusive China.

«Die Sonne, ohne Strahlkraft ...»

Zur Begründung nimmt der US-Forscher die Geschichtsschreiber Prokopios, Michael der Syrer oder Flavius Cassiodor. Alle drei berichteten für diese Zeit von niedrigen Temperaturen mit Schnee im Sommer und von dramatischen Missernten.

Wörtlich heisst es bei Prokopios: «Die Sonne, ohne Strahlkraft, leuchtete das ganze Jahr hindurch nur wie der Mond und machte den Eindruck, als ob sie fast ganz verfinstert sei. Seitdem aber das Zeichen zu sehen war, hörte weder Krieg noch Seuche noch sonst ein Übel auf, das den Menschen den Tod bringt.»

Damit spielt er auf die Beulenpest an, die sich ab dem Jahr 541 vom römischen Hafen von Pelusium in Ägypten ausbreitete. Knapp die Hälfte der Bevölkerung des Oströmischen Reiches wurde ausgelöscht – und der Zusammenbruch des Reiches beschleunigte.

Eiskalte Hinweise

Experten nennen den Beginn dieser Katastrophe Wetteranomalie von 535/536. Damals fielen die Temperaturen um durchschnittlich 2,5 Grad, der Himmel verfinsterte sich. Die Ursache dieser Kälteperiode war lange Zeit unklar.

Offenbar hat McCormick diese nun gemeinsam mit dem Glaziologen Paul Mayewski von der Universität von Maine gefunden. Während eines Workshops Mitte November gaben sie bekannt, dass vermutlich ein katastrophaler Vulkanausbruch in Island Anfang 536 Asche grossräumig über die nördliche Hemisphäre verteilt haben dürfte.

Zwei weitere massive Ausbrüche folgten dann anscheinend im Jahr 540 und 547. Erste Hinweise hatten bereits polare Eiskerne aus Grönland und der Antarktis geliefert.

Eine neue Methode machte es möglich, zwei mikroskopische Partikel aus vulkanischem Glas zu identifizieren, die aus dem Jahr 536 stammen. Deren chemischer Fingerabdruck legt nahe, dass die Teilchen aus einem isländischen Vulkan nach Mitteleuropa gelangt sein könnten. Ob das so ist, müssen weitere Untersuchungen zeigen.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Laura am 25.12.2018 17:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bye-bye 2018

    Mein Mann (verheiratet seit 12 Jahren) hat eine andere geschwängert und macht mit ihr jetzt einen auf Happy Family. Im August ist meine Mutter gestorben. Zudem habe ich im Herbst noch den Job verloren. Mein 2019 kann also nur besser werden... :(

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  • Toni Maccaroni am 25.12.2018 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Initialzündung

    Dieses Jahr war im Gegensatz zu anderen vorangegangenen um einiges besser! Habe zwar kein Haus, bin immer noch Single und verdiene mein Geld durch harte Arbeit (Tiefbau) doch endlich, endlich bin ich frei von Drogen, immer noch gesund, konnte meine schwierige Familiengeschichte aufarbeiten und freue mich sehr auf das 2019.

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  • Zündhölzli am 25.12.2018 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kraft der Gedanken

    Das mag abgedroschen und wie 1000 Mal gehört klingen, aber unsere Gedanken sind der Schlüssel. Ich war lange unzufrieden und depressiv, habe getrunken und viele Drogen genommen, bin fast daran gestorben. Dann habe ich mein Leben komplett umgestellt und gehe jetzt schon länger mit einer positiven Grundhaltung durchs Leben. Ich bekomme alles, was ich mir wünsche und damit meine ich jetzt nicht Materielles im Sinne von 1 Mio. im Lotto. Mir passiert auch sozusagen nichts Schlimmes, was mich total in ein Loch reisst. Deswegen kann ich jedem nur empfehlen, sich 2019 zum Glücklichsein zu entscheiden. JEDER kann das.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ted am 27.12.2018 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Positiv denken ist die Grundlage für ein befreiter

    Ich möchte allen nur eines mitgeben: Positiv denken ist der erste Step zu einer schöneren und befreiteren Zukunft. Schau an was du hast und denke immer, ein halb gefülltes Glas Wasser ist nicht halb leer sondern halb voll! Es gibt Menschen die haben definiv viel weniger und sind auch Glücklich. Eine positive Grundhaltung wird sich erkenntlich zeigen, Türen werden sich öffnen und Möglichkeiten werden sich ergeben. Also denke positiv! Wünsche allen einen guten Rutsch ins 2019 und ein erfolgreiches Jahr.

  • Tom T. am 27.12.2018 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    M, 33

    2018 ist das Jahr in dem ich aufgegeben habe. Nach fast 10 Jahren chronischer Krankheit musste ich mir eingestehen dass es niemals besser werden wird und dass ich irgendwie damit zurechtkommen muss. Ich hoffe nun dass mir das Jahr 2019 wenigstens meinen letzten Wunsch erfüllt.

    • Teresa am 27.12.2018 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tom T.

      Viel Kraft für Dich

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  • 2019, eine Möglichkeit sich zu ändern am 26.12.2018 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    viele sind sich selbst der grösste Feind

    und müssen dies zuerst mal realisieren. Man ist sich selbst der grösste Feind! Man trinkt! Man raucht! Man nimmt drogen! Man betrügt seinen geliebten Partner! Man tut Dinge, die anderen schaden! Und am Ende ist man kaputt von all den Dingen die man getan hat. Zeit, das Falsche an sich selbst zu bekämpfen. Man muss sich ändern und bessern - auch trotz der grausamen Schläge die man erhalten hat. Entweder man hilft sich selbst oder man zerstört sich selbst.

  • Stiller am 26.12.2018 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2018

    Genisser..mit AHV-GA..und Essen aus dem Rucksack...oder wenn ÖV..zeitlich nicht passt...mit Suzuki Celerio unterwegs ..4,6 lt..auf 100 km...und dem Motto nie mehr ausgeben als rein kommt..konnte ich neben denn Alters-bräschteli..2018 mit anderen zufriedenen ein schönes Jahr verbringen..wofür ich sehr dankbar bin..(allen denen es weniger gut ging,...) wünsche ich ein gäbiges 2019..!

  • Edwina am 26.12.2018 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lebe wohl 2018

    2018 war ein echt mieses Jahr. War dauernd von gesundheitlichen Problemen betroffen, so dass ich ständig beim Arzt oder im Krankenhaus war wenn nicht zu Hause. Meine beste Freundin hat einen neuen Job der ihr sehr viel Freude brintt nur leider sehen wir uns nun kaum noch da sie weit weg arbeitet. Mit meinem Partner hatte ich eine Zeit lang ziemliche Differenzen so dass wir und ein paar mal fast trennten. Aber jetzt gegen Ende des Jahres geht es wieder bergauf und ich bin zuversichtlich auf ein neues 2019 eingestimmt. Soweit bin ich wieder gesund, ich habe viel Zeit mit meiner besten Freundin über Weihnachten verbringen können und ich und mein Partner haben auf einem romantischen Wochenend - Tripp wieder zueinander gefunden. Ich hoffe diese gute Phase bleibt. Mein Ziel für 2019: Glücklich sein!