Dank Laser-Technik

17. Juni 2013 19:08; Akt: 17.06.2013 19:08 Print

Archäologen finden verschollene Tempelstadt

Die Tempelstadt Mahendraparvata wurde vor rund 1200 Jahren im Nordwesten Kambodschas angelegt. Lange war die erste Khmer-Metropole verschollen – jetzt wurde sie wiederentdeckt.

Hidden City Mahendraparvata (engl.)
(Quelle: Youtube/SOUNG Rasak)
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Die Forscher verwendeten bei ihrer Suche modernste Technik: Die Laser-Technologie «Lidar» (Light detection and ranging), die von einem Helikopter aus eingesetzt wurde, gestattete ihnen einen virtuellen Blick unter die dichte Dschungeldecke im unwegsamen Nordwesten Kambodschas. Was sie dort fanden, ist sensationell: Den Archäologen präsentierten sich unter dem Wildwuchs der üppigen Vegetation mehr als zwei Dutzend bisher unentdeckte Tempel, Kanäle, Strassen und Deiche – das Netzwerk der Tempelstadt Mahendraparvata aus den Anfängen des Khmer-Reiches.

Laut der australischen Zeitung «The Saturday Age» konnten die Wissenschaftler um Damian Evans von der University of Sydney und Jean-Baptiste Chevance von der Londoner «Archaeology and Development Foundation» die per «Lidar» gewonnenen Daten mit Informationen aus Bodenuntersuchungen abgleichen. So kamen sie auf die Spur der legendären Tempelstadt, die um 802 n.Chr. in der Region Siem Reap, etwa 40 Kilometer nördlich der berühmten Ruinenstadt Angkor Wat gegründet wurde.

Älter als Angkor Wat

Doch Mahendraparvata dürfte rund 350 Jahre älter als Angkor Wat sein. Die Stadt, deren Existenz bisher nur in Schriften überliefert ist, wurde vom Kriegerkönig Jayavarman II. als vermutlich erste Metropole des Khmer-Reiches auf dem Berg Phnom Kulen gegründet. Ihre genaue Lage war mit der Zeit in Vergessenheit geraten. Mehrere Funde, die nicht mit Sicherheit Mahendraparvata zugeordnet werden konnten, haben sich nun als Teil der versunkenen Metropole herausgestellt.

«Anhand der neuen Aufnahmen sehen wir, dass dieser Ort einst völlig frei von Vegetation war», erklärte Evans der Zeitung. «Wir vermuten, dass die ökologischen Folgen der völligen Entwaldung und die Abhängigkeit vom Wassermanagement zur Aufgabe der Anlage geführt haben.» Die Archäologen versprechen sich von der Ausgrabung der vermutlich grösstenteils zerfallenen Stadt sensationelle Funde. Sie gehen nämlich davon aus, dass Mahendraparvata im Gegensatz zu Angkor Wat nie von Schatzräubern geplündert wurde.

(dhr)