US-Kuriosum

24. Dezember 2018 13:26; Akt: 24.12.2018 13:26 Print

Als man seine Kinder per Post verschickte

von Fee Riebeling - Kaum konnte man 1913 grössere Pakete mit der Post verschicken, gaben auch schon Eltern ihre Kinder auf. Das Porto betrug nur wenige Cent.

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Als der Paketdienst der US-amerikanischen Post am 1. Januar 1913 den Dienst aufnahm, mussten sich die Menschen erst einmal an das neue Angebot gewöhnen: Wie gross darf ein Paket maximal sein? Gibt es Dinge, die nicht verschickt werden dürfen?

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Hand aufs Herz: Haben Sie sich schon einmal überlegt, etwas Lebendes per Post zu verschicken?

Nicht alle stellten diese Fragen aber auch. Manche probierten einfach ihr Glück. So etwa das Ehepaar Jesse Beauge aus Glen Este im Bundesstaat Ohio. Mitte Januar 1913 versahen sie ihren acht Monate alten Sohn James mit Briefmarken im Wert von 15 Cent, versicherten ihn für 50 Dollar und sendeten ihn zur Grossmutter.

Er kam unversehrt an und gilt heute als erstes Kind, das jemals per Post verschickt wurde.

Nachahmer werden zum Vorbild

Die kuriose Geschichte machte bald die Runde, und in den nächsten Jahren tauchten gelegentlich Berichte über andere Eltern auf, die ihre Kinder ebenfalls auf diesem unkonventionellen Weg hatten reisen lassen. Wen wunderts? Die Briefmarken waren schliesslich weitaus günstiger als ein Zugbillett.

Der Fall der damals vierjährigen Charlotte May Pierstorff, die im Postbeutel rund 73 Meilen überwand, wurde so berühmt, dass sie als Vorlage für das Kinderbuch «Mailing May» diente.

Nach sechs Monaten ist offiziell alles vorbei

Doch schon nach wenigen Monaten war Schluss. Am 14. Juni 1913 berichteten «Washington Post», «New York Times» und «Los Angeles Times» einstimmig, dass Postminister General Burleson bestimmt hatte, dass Menschen nicht mehr versendet werden dürfen.

Natürlich hielten sich zunächst nicht alle daran. Immer wieder kam es zu weiteren Lebendsendungen – auch zu spektakulären. So legte die damals sechsjährige Edna Nee als Paket rund 720 Meilen zurück, als sie von Florida aus nach Virginia reiste.

Der letzte durch Medienberichte dokumentierte Fall ereignete sich im Jahr 1915. Dann war ein für alle Mal Schluss.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Albi am 24.12.2018 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ja die guten alten Zeiten.

    Wenn ich sehe was heute für ein tam tam mit den Kindern veranstaltet wird, frage ich mich wie die das überlebt haben, so ohne Helikoptereltern und bio Apfel.

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  • Martin S. am 24.12.2018 13:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erfinderisch sind sie ja schon...

    ... aber sein geliebtes Baby mit der Post zur Grossmama zu schicken. Ich weiss ja nicht. Zumindest kriegt man 50 Dollar wenn das "Paket" nicht ankommt!

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  • Herr Max Bänzli Live Knapp und Kurz am 24.12.2018 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    bei bestimmten Kindern wäre es heute noch gut man könnte die Kinder per Post verschickte

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Die neusten Leser-Kommentare

  • emf949 am 24.12.2018 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer kommt in Frage?

    Vielleicht meine Schwiegermutter?

  • Martin 55 am 24.12.2018 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebesbrief per Flaschenpost

    Mit 14 habe meiner Briefreundin einen Liebesbrief in einer PET-Flache geschickt. Anfänglich hat sich die Dame am Schalter geweigert die korrekt adressierte 1 1/2 Literflasche anzunehen. Dann hat sie sicher erkannt um was es geht... Die Flaschenpost ist in jeder Beziehung gut angekommen.

    • Sibylle am 24.12.2018 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martin 55

      Martin 55, hat es zu deiner jungen Zeit schon PET Flaschen gegeben?

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  • Pesche FR am 24.12.2018 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich...

    erstattet der Mann aus Hittnau nicht auch hier noch Anzeige...

  • Aenisbrötli am 24.12.2018 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Bruder

    Ich habe einen Bruder, den würde ich gerne mit der Post nach Timbuktu schicken.

  • Schlaubi Schlupf am 24.12.2018 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Immer noch unterwegs...

    Viele sind zwar nicht per Post verschickt worden, aber dennoch immer noch unterwegs und kommen wohl nie im richtigen Leben an.