100. Todestag

08. Januar 2017 14:53; Akt: 08.01.2017 14:53 Print

Buffalo Bill – der Mann, der 4280 Büffel abschoss

William Cody war Büffeljäger, mit seinen Wildwest-Shows aber auch einer der Begründer des modernen Showbusiness. Bis heute ist er unvergessen.

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Obwohl schon 100 Jahre unter der Erde, steht Buffalo Bill auch heute noch wie kein Zweiter für den Wilden Westen. Grund dafür sind seine Western-Shows, mit denen er zu Lebzeiten um die Welt tourte. (Im Bild: Werbeplakat für einen seiner Auftritte) Schon früh hatte sich der in einer Blockhütte in Iowa geborene William Frederick Cody – so Buffalo Bills richtiger Name – für das Leben auf und mit Pferden interessiert. Schon als Jugendlicher soll er für den Reiter-Postdienst Pony Express geritten sein. 1864 meldete er sich bei einem Kavallerieregiment in Kansas, um gegen die Südstaaten im Bürgerkrieg zu kämpfen. Cody versuchte sich auch als Kutscher und Gastwirt, ehe es ihn in die Weite zog. (Symbolbild) Seinen Spitznamen handelte Cody sich ein, als er im Auftrag der Eisenbahngesellschaft 4280 Bisons erlegte, um Arbeiter mit Fleisch zu versorgen. (Im Bild: Erlegte Bisons im Schnee, 1872) Zusammen mit seinen Jahren als Scout dürften es diese Erfahrungen gewesen sein, aus denen Cody Ideen für seine bald auch in Europa berühmten Wildwest-Shows entwickelte. (Im Bild: Buffalo Bill, 1880) «Die Geburt des Wilden Westens als erfolgreiches Genre war zu grossen Teilen ein Produkt von Persönlichkeit, dramatischem Scharfsinn und gutem Timing», schreibt Paul Fees, ehemaliger Kurator des Buffalo Bill Museum in Wyoming, wo Cody einst lebte. (Im Bild: Cody mit einem Show-Cast, 1890) Western-Shows wurden um 1880 populär, und Cody perfektionierte sie als Kenner und Star des Westens. (Im Bild: Anzeige in der «Eisenacher Zeitung» anlässlich einer Deutschlandtour) Nachdem Cody die Büffeljagd eines russischen Grossfürsten geleitet hatte, wuchs diese Show zu «Buffalo Bill's Wild West» heran. Millionen Menschen erzählte er damit zwischen 1883 und 1913 von Abenteuern und Alltag, Kämpfen und Kultur der Pionierjahre. (Im Bild: Anzeige aus dem Jahr 1913) Der Erfolg des Spektakels, in der Reiter um die Wette galoppierten und ... ... Kunstschützen wie die weltbekannte Annie Oakley sich in Zielgenauigkeit übertrafen, war gewaltig. Sogar der legendäre Sioux-Stammeshäuptling Sitting Bull gastierte eine Saison. (Im Bild: Sitting Bull und Buffalo Bill, 1885) Bald schaffte die Show es zur britischen Queen Victoria, durch Europa und bis nach Asien. Besonders beliebt waren beim Publikum die ausführlich choreographierten Kämpfe mit Ureinwohnern und deren Angriffe auf Forts oder Hütten der weissen Siedler. Trotz dieses Erfolgs und Codys Investitionen in Viehwirtschaft, Berg- und Städtebau, die Filmindustrie und Tourismus warfen die meisten seiner Geschäfte zu Lebzeiten kaum Geld ab. (Im Bild: Die von Cody 1878 gekaufte Scouts Rest Ranch, auf der er seine «Wild West Show» startete) Bei den mehrmaligen Versuchen, eine eigene Stadt zu gründen, verlor Cody sehr viel Geld. Der Ort Cody im Bighorn Basin im US-Bundesstaat Wyoming wurde 1896 von ihm und einigen Investoren gegründet und nach ihm benannt. (Im Bild: Bronze-Statue vor den Toren Codys) Dort befindet sich auch das ihm gewidmete Museum. Reich wurde der umtriebige Geschäftsmann nie. Auch privat war ihm das Glück nicht hold. (Im Bild: Buffalo Bill, 1911) Von seiner Frau Louisa liess er sich scheiden und nur zwei ihrer vier Kinder überlebten. (Im Bild: Cody und seine Gattin) William Frederick Cody starb am 10. Januar 1917 im Haus seiner Schwester in Denver, Colorado an Nierenversagen. Auf seinem Totenbett konvertierte er zur römisch-katholischen Kirche. (Im Bild: Trauerprozession anlässlich von Buffalo Bills Tod in Denver) Der Western-Held wurde am Lookout Mountain in Golden (Colorado), westlich der Stadt Denver, am Fusse der Rocky Mountains begraben. Einer der berühmtesten Amerikaner blieb er aber bis heute: Filme, Romane und TV-Serien wie «Bonanza» griffen Cody als Figur auf. (Im Bild: Bonanza-Darsteller auf der Veranda der Pondarosa-Ranch, 1962) Und sogar die Footballmannschaft Buffalo Bills aus dem US-Bundesstaat New York hat sich nach ihm benannt.

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Halbnackte Indianer mit Federn im Haar stampfen gebückt einen Tanz. Cowboys schwingen Lassos und bringen mit geschickter Wurftechnik bockende Pferde zu Fall. Ein Mann zieht den Hut, Fransen baumeln vom Ärmel seiner Lederjacke.

Es ist Buffalo Bill, «der berühmteste Kundschafter der amerikanischen Geschichte, Idol des jungen Amerika», wie es in einer Stummfilm-Aufnahme aus dem Jahr 1908 heisst:


Buffalo Bill fühlte sich auf dem Rücken von Pferden sichtlich wohl. (Video: Prelinger Archives/archive.org/PD)

Eigentlich hiess der als Wildwest-Show-Organisator, Büffeljäger und Scout der US-Armee bekannte Held William Frederick Cody. Aber als Buffalo Bill gelang es ihm, die mutige, aber auch oft blutig erkämpfte Eroberung des amerikanischen Westens in die zivilisierte Welt zu tragen und nachzuerzählen. Am 10. Januar jährt sich sein Todestag zum 100. Mal.

4280 Büffel erlegt

Der 1846 in Iowa geborene Sohn eines Händlers und Landvermessers und einer Schullehrerin war von früh an ein begabter Reiter. Schon als Jugendlicher soll er für den Reiter-Postdienst Pony Express geritten sein. 1864 meldete er sich bei einem Kavallerieregiment in Kansas, um gegen die Südstaaten im Bürgerkrieg zu kämpfen. Cody versuchte sich auch als Kutscher und Gastwirt, ehe es ihn in die Weite zog.

Seinen Spitznamen handelte Cody sich ein, als er im Auftrag der Eisenbahngesellschaft 4280 Bisons erlegte, um Arbeiter mit Fleisch zu versorgen (siehe Bildstrecke). Zusammen mit seinen Jahren als Scout dürften es diese Erfahrungen gewesen sein, aus denen Cody Ideen für seine bald auch in Europa berühmten Wildwest-Shows entwickelte.

30 Jahre Cowboy-Circus

«Die Geburt des Wilden Westens als erfolgreiches Genre war zu grossen Teilen ein Produkt von Persönlichkeit, dramatischem Scharfsinn und gutem Timing», schreibt Paul Fees, ehemaliger Kurator des Buffalo Bill Museum im US-Staat Wyoming, wo Cody einst lebte.

Western-Shows wurden um 1880 populär, und Cody, der die Presse für seine Zwecke zu nutzen wusste und auch die Technik der Plakatwerbung beherrschte, perfektionierte sie als Kenner und Star des Westens.

Nachdem Cody die Büffeljagd eines russischen Grossfürsten geleitet und für diesen auch besondere «Wildwest-Unterhaltung» organisiert hatte, wuchs diese Show bald zu «Buffalo Bill's Wild West» heran. Millionen Menschen erzählte er damit zwischen 1883 und 1913 von Abenteuern und Alltag, Kämpfen und Kultur der Pionierjahre.

Inszenierte Indianer-Angriffe

Der Erfolg des Spektakels, in der Reiter um die Wette galoppierten und Kunstschützen wie die weltbekannte Annie Oakley sich in Zielgenauigkeit übertrafen, war gewaltig.


Bis heute gilt Annie Oakley als die weltweit erfolgreichste Frau im Kunstschiessen.(Video: Wikimedia Commons/PD)

Sogar der legendäre Sioux-Stammeshäuptling Sitting Bull gastierte eine Saison lang, und bald schaffte es die Show zur britischen Queen Victoria, durch Europa und bis nach Asien. Besonders beliebt waren beim Publikum die ausführlich choreographierten Kämpfe mit Ureinwohnern und deren Angriffe auf Festungen oder Hütten der weissen Siedler.

Glück bei der Arbeit, Pech in der Liebe

Trotz dieses Erfolgs und Codys Investitionen in Viehwirtschaft, Berg- und Städtebau, die Filmindustrie und Tourismus warfen die meisten seiner Geschäfte zu Lebzeiten kaum Geld ab. Er liess sich von seiner Frau scheiden, nur zwei ihrer vier Kinder überlebten.

Einer der berühmtesten Amerikaner blieb er – auch aus europäischer Sicht – aber bis heute: Filme, Romane und TV-Serien wie «Bonanza» griffen Cody als Figur auf, sogar die NFL-Footballmannschaft Buffalo Bills aus dem US-Bundesstaat New York hat sich nach ihm benannt.

(dpa/fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chief am 08.01.2017 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    übler Geschäftsmann

    Durch seine Massentötungen von Bisons hat er den indigenen Steppenvölkern eine wichtige Lebensgrundlage genommen . Ein schrecklicher Mensch und das Gegenteil eines Helden .

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  • Hodel S am 08.01.2017 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer wills wissen

    WaU! 4280 Büffel hat der Mann erlegt.. welch Leistung..und das alles mit einer Schusswafe??? das richtige Vorbild für unsere Gesellschaft... dieser Bericht ist soooooowas von nichtssagend und überflüssig aber was soll man auch von heutigen Medien erwarten.

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  • Sandsturm am 08.01.2017 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Buffalo Bill

    Lieber hundert Jahre tot, als noch einen Tag lebendig. Lebe wohl Buffallo Bill und komme nie mehr wieder. Ich kann mich nicht an Deine Seite hängen, mein Herz tickt anders..krass, dass man sich noch mit so Einem brüsten kann!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc B. am 10.01.2017 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein wahrer Held

    Da kann man ja richtig Stolz sein, einem ganzen Volk eine der wichtigsten e Lebensgrundlage zu entziehen....nur um mit den Fellen Geld zu machen und denn ganzen Rest (Fleisch) ungenutzt liegen zu lassen.

  • Quetzalcoatl am 09.01.2017 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Absurd

    Erstaunlich was sich hier alles für Pseudohistoriker sammeln, die ihr Halbwissen preisgeben und gar Mythen verbreiten. Würdet ihr auch mal fundierte Quellen lesen, würdet ihr euch todlachen über den ganzen Unsinn, den ihr hier verbreitet.

    • housi am 10.01.2017 04:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Quetzalcoatl

      Ja dann hast du wohl bessere Quellen, oder es liegt daran die Wahrheit nicht ertragen zu können.

    • Quetzalcoatl am 10.01.2017 18:51 Report Diesen Beitrag melden

      @housi

      Typische Reaktion, es persönlich zu machen. Nein, ich halte die Wahrheit für das Wichtigste und es ist offensichtlich dass wenn man selbst nur ein wenig recherchiert, sieht, dass die viele hier nur oberflächiges Wissen und Halbwissen haben oder eben Mythen glauben, die sich leider hartnäckig halten. Und dieses "Wissen", auch wenn es hier nur Nebensächlich erscheint, wird anderswo bewusst und unbewusst benutzt um gross Politik zu machen. Mich interessiert die Wahrheit und wenn sie gegen meine Politik spricht, überdenke ich die meine, was leider viele nicht tun würden.

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  • Noldi Schwarz-Weiss am 09.01.2017 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ist es überhaupt jemandem bewusst?

    Das die Ausrottung der amerikanischen Ureinwohner den bisher grössten bekannten Genozid der Menschheit ist? Die damals 60 mio. Ureinwohner wurden nach 40'000 Jahren leben im Einklang mit der Natur innert weniger 100 Jahren auf ca. 800'000 reduziert. Also eine Auslöschung um 59 mio und 200 tausend. Und Buffalo Bill leistete seinen Beitrag!!! Was soll diese Verherrlichung eigentlich. Geht's noch!

    • CrazyHorse am 09.01.2017 16:12 Report Diesen Beitrag melden

      stimmt so nicht

      es stimmt, dass leider sehr viele Ureinwohner getötet worden sind und es sich mit nichts rechtfertigen lässt und man es nich mehr gut machen kann. Aber 60 Millionen haben nie und nimmer in den heutigen USA gelebt...

    • Markus R. am 09.01.2017 23:52 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn man es genau nimmt

      lebten der überwiegende Teil der US-Indianer in Kalifornien, Arizona, New Mexico und Oklahoma. Insgesamt leben in Nordamerika rund 3,5 bis 4 Millionen Indianer.In Lateinamerika leben hingegen 65 bis 70 Millionen Indianer, davon etwa die Hälfte in Mexiko, ein weiteres Drittel in den Andenländern. Ich meine das hat alles ganz früh angefangen mit der Eroberung der Spanier als sie die Inkas zerstörten und dann ging es weiter mit der Eroberung der Franzosen und Engländer von Nordamerika.

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  • Es brauchte Bill als am 09.01.2017 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fleischlieferant

    Wieviele der hier schreibenden Leser können lesen und verstehen auch was sie lesen? Der Bill wurde für die Fleischlieferung bezahlt. Es hatte ja dort keine Metzgereien; die Arbeiter waren viele, die Bauzeit lange!! Wie hoch ist der Prozentsatz der getöteten Büffel im Vergleich zur damals lebenden Büffeln?

  • Swissgirl am 09.01.2017 07:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles nur fürs Vergnügen

    Wenn ich das nur schon lese, wird mir schlecht. Wer sich rühmt 4280 Büffel erlegt zu haben, soll sich auch nach 100 Jahren schämen müssen. Die Weissen haben 30 Millionen dieser Tiere um der Tötungslust Willen abgeschossen und fast ausgerottet. Heute leben in Nordamerika gerade mal 500000 dieser Tiere.

    • Bert am 09.01.2017 15:18 Report Diesen Beitrag melden

      Lesen hilft

      Die Büffel wurden zu Futter verarbeitet. Und die Indianer waren dagegen extrem verschwenderisch und töteten ganze Herden, die sie über Klippen trieben und liessen das meiste liegen.

    • Chrigeli am 10.01.2017 11:56 Report Diesen Beitrag melden

      @bert

      Das sinnlose Abschlachten zur Lösung des Indianer-Problems, der Bau der Eisenbahn quer durch Amerika und die Konkurrenz der riesigen Longhorn Herden der weissen Farmer brachten die einst so unendlich erscheinenden Bisonherden an den Rand ihrer Ausrottung. In 120 Jahren wurden 60 Mio. Tiere getötet, viele wurden nicht einmal verwertet. Nach Schätzungen überlebten nur 50 Tiere das Massaker.

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