Alberto Granado

07. März 2011 14:12; Akt: 07.03.2011 15:43 Print

Che Guevaras Reisebegleiter ist tot

von Karin Leuthold - Zusammen reisten sie durch Südamerika. Jetzt ist Alberto Granado, der Motorradkumpel von Ernesto Che Guevara, gestorben - und mit ihm ein Stück Revolution.

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Der gebürtige Argentinier war vor einigen Jahren dank dem Film «Die Reise des jungen Che» («Diarios de Motocicleta») weltbekannt geworden. Granado (Dritter v.l.) war 29 Jahre alt und bereits diplomierter Biochemiker, als er im Dezember 1951 zusammen mit dem Medizinstudenten Ernesto Guevara de la Serna in Buenos Aires zu einer neunmonatigen Reise durch Südamerika aufbrach. Die Jugendfreunde hatten einen Plan: mit dem Motorrad die Ruta Panamericana von Buenos Aires bis nach Mexiko entlang zu fahren. Dabei benutzten sie Granados Norton 500, der sie den Namen «La Poderosa» gaben, die Mächtige. Im Gepäck hatten sie nur das Allernötigste. Die beiden Argentinier aus gutem Hause wurden auf der Reise Zeugen der Armut und der schlechten medizinischen Versorgung der Menschen - ein prägendes Erlebnis für den späteren Revolutionär Guevara. «Wir wollten die Welt kennenlernen, aber die Welt veränderte uns», sagte Granado in einem der wenigen Interviews, die er jemals gab. Walter Salles verfilmte im Jahr 2004 die Tagebücher von Che Guevara. Dabei war Granado ein wichtiger Zeuge, der sich sogar während den Dreharbeiten – trotz hohem Alter – mit den Schauspielern Gael Garcia Bernal und Rodrigo de la Serna auf dem nachgebauten «Poderosa» eine Spritztour gönnte. Alberto Granados Asche soll nun auf seinen Wunsch in Kuba, Venezuela und Argentinien verstreut werden. Im kubanischen Fernsehen wurde er als «treuer Freund Kubas» gewürdigt und Schauspieler Gael Garcia Bernal twitterte seine Trauer mit folgenden Worten: «Heute morgen ist der beste Reisebegleiter gestorben. Ruhe in Frieden und reise weiter mit Fuser» - Che Guevara erhielt als Rugbyspieler den Übernamen «Fuser». Sein Sohn beschrieb Granado als das, was er wirklich war: «Ein grosser Revolutionär.»

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Alberto Granado starb am Samstag im Alter von 88 Jahren. Der gebürtige Argentinier war vor einigen Jahren dank dem Film «Die Reise des jungen Che» («Diarios de Motocicleta») weltbekannt geworden. Er hatte zur Geschichte der kubanischen Revolution enorm viel beigetragen.

Granado war 29 Jahre alt und bereits diplomierter Biochemiker, als er im Dezember 1951 zusammen mit dem Medizinstudenten Ernesto Guevara de la Serna in Buenos Aires zu einer neunmonatigen Reise durch Südamerika aufbrach. Die Jugendfreunde hatten einen Plan: mit dem Motorrad die Ruta Panamericana von Buenos Aires bis nach Venezuela entlang zu fahren. Dabei benutzten sie Granados Norton 500, der sie den Namen «La Poderosa» gaben, die Mächtige. Im Gepäck hatten sie nur das Allernötigste.

Die Welt veränderte sie – sie veränderten die Welt

«Wir wollten die Welt kennenlernen, aber die Welt veränderte uns», sagte Granado in einem der wenigen Interviews, die er jemals gab. Die beiden Argentinier aus gutem Hause wurden auf der Reise Zeugen der Armut und der schlechten medizinischen Versorgung der Menschen - ein prägendes Erlebnis für den späteren Revolutionär Guevara. «Ernesto wurde zu Che auf dieser Reise. Wir merkten, dass wir mehr tun mussten, als nur die Welt zu erkunden. Wir mussten sie verändern.»

In Venezuela trennten sich die beiden. Granado flog zurück nach Buenos Aires, Guevara reiste weiter nach Norden. In Mexiko sollte er später einen jungen Intellektuellen namens Fidel Castro kennenlernen. Ende der 50er Jahre beteiligte er sich in Kuba am Aufstand Castros gegen die Regierung des Diktators Fulgencio Batista. Nachdem die Revolution gesiegt hatte, lud er seinen Freund Alberto nach Kuba. Granado arbeitete als Chemiker, er war inzwischen verheiratet und Vater eines Sohnes. Im Jahr 1961 zog die Familie nach Havanna – für immer.

Der Film liess ihn alles wiedererleben

Walter Salles verfilmte im Jahr 2004 die Tagebücher von Che Guevara. Dabei war Granado ein wichtiger Zeuge, der sich sogar während den Dreharbeiten – trotz hohem Alter – mit den Schauspielern Gael Garcia Bernal und Rodrigo de la Serna auf dem nachgebauten «Poderosa» eine Spritztour gönnte.

Alberto Granados Asche soll nun auf seinen Wunsch in Kuba, Venezuela und Argentinien verstreut werden. Im kubanischen Fernsehen wurde er als «treuer Freund Kubas» gewürdigt und Schauspieler Gael Garcia Bernal twitterte seine Trauer mit folgenden Worten: «Heute morgen ist der beste Reisebegleiter gestorben. Ruhe in Frieden und reise weiter mit Fuser» - Che Guevara erhielt als Rugbyspieler den Übernamen «Fuser». Sein Sohn beschrieb Granado als das, was er wirklich war: «Ein grosser Revolutionär.»

Trailer: «Diarios de Motocicleta»