Sol Invictus

24. Dezember 2012 13:39; Akt: 24.12.2012 13:39 Print

Die wahre Geschichte von Weihnachten

von Rolf Maag - Im Bewusstsein der meisten Leute ist Weihnachten heute das wichtigste christliche Fest. Die Hintergründe dieses Anlasses sind aber ganz und gar nicht christlich.

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Dürfte das Weihnachtsfest beeinflusst haben: Das dem Fruchtbarkeitsgott Saturn gewidmete Fest der «Saturnalien».

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Wie jedermann weiss, feiern Christen in aller Welt jedes Jahr am 25. Dezember den Geburtstag ihres Erlösers. Als sich diese Religion in den ersten Jahren unserer Zeitrechnung im Römischen Reich zu verbreiten begann, war dies aber keineswegs der Fall. Die wichtigsten Theologen des frühen Christentums, die sogenannten Kirchenväter, äusserten sich sogar abschätzig über Geburtstagsfeiern, in denen sie eine heidnische Unsitte sahen.

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Ihrer Meinung nach war Jesu Tod am Kreuz viel wichtiger, denn schliesslich ermöglichte erst dieses Ereignis seine Auferstehung und damit die Erlösung der Menschheit. Folgerichtig gelten bis heute Karfreitag und Ostersonntag als bedeutendste christliche Feiertage.

Sol Invictus

Mitte des vierten Jahrhunderts legte Papst Julius I. den Geburtstag von Jesus Christus auf den 25. Dezember fest. Wie kam er gerade auf dieses Datum? Zuvor war man meist davon ausgegangen, der Messias sei im Frühjahr geboren worden, denn in der Weihnachtsgeschichte (Lukas 2,8) heisst es: «In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde.» In der regnerischen Winterzeit hätten sie das wohl kaum getan.

Im Jahr 274 weihte der römische Kaiser dem «Unbesiegbaren Sonnengott» (Sol Invictus) einen Tempel; fortan wurde ein eifriger Kult um ihn betrieben. Der Geburtstag dieser Gottheit wurde am 25. Dezember feierlich begangen, da dieses Datum nach dem Julianischen Kalender als Tag der Wintersonnenwende galt und für die «Neugeburt» der Sonne und der Natur stand. Für die missionarisch veranlagten Christen lag es daher nahe, diesen Feiertag zu übernehmen und so möglicherweise «Heiden» zum Übertritt zum Christentum zu bewegen. Zudem erleichterte eine Bibelstelle (Maleachi 3,20), an der von der «Sonne der Gerechtigkeit» die Rede ist, die gedankliche Verschmelzung von Gottessohn und Sonnengott.

Römischer Karneval

Ab dem 17. Dezember feierte man im antiken Rom sieben Tage lang das dem Fruchtbarkeitsgott Saturn gewidmete Fest der «Saturnalien». Dabei wurden die üblichen Regeln auf den Kopf gestellt: Männer verkleideten sich als Frauen, Herren als Sklaven (und umgekehrt). Man führte auch Prozessionen durch, schmückte die Häuser, zündete Kerzen an und tauschte Geschenke aus. Die saturnalische Ausgelassenheit, die an den heutigen Karneval erinnert, dürfte auch die christlichen Weihnachtsfeiern beeinflusst haben. Jedenfalls hielt es der Kirchenvater Gregor von Nazianz bereits im Jahr 389 für nötig, vor «exzessivem Feiern und Tanzen» zu warnen.

Puritanische Eiferer

Während des Mittelalters und in der frühen Neuzeit gerieten die religiösen Hintergründe des Weihnachtsfestes, das nun vom 24. Dezember bis zum 6. Januar (Dreikönigstag) gefeiert wurde, immer mehr in Vergessenheit. Man betrachtete Weihnachten als vorwiegend weltlichen Anlass, bei dem man ausgiebig feiern und die Sorgen des Alltags vergessen konnte. Den strenggläubigen, auf wörtliche Bibelauslegung bedachten Protestanten in England, den Puritanern, war diese «heidnische» Sinnlichkeit ein Dorn im Auge. Da die Bibel zum Geburtsdatum Christi schweigt, hielten sie das Weihnachtsfest ohnehin für entbehrlich. 1644 erwirkten sie kurzzeitig sogar ein Verbot, das auch in den puritanisch dominierten Kolonien in Nordamerika galt. Aus demselben Grund lehnen beispielsweise die «Zeugen Jehovas» Weihnachten bis heute ab. Die wenigsten dürften sich davon die Feierlaune verderben lassen.


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Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich schmücke an Weihnachten jedes Jahr dem Herrgott einen grossen Tannenbaum (statt Blumenstrauss). Ich finde die Gedanken schön Menschen zu beschenken an dem Tag...und was vor 2000 Jahren war ist sicher interessant aber Jetzt ist Jetzt und für mich zählt die Motivation der Gegenwart. – C. Siegrist

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andreas aus Suttgart am 25.12.2012 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    Zeugen Jehovas

    Hut ab vor den Zeugen Jehovas, die damit brechen diesen heidnischen Bräuchen zu frönen! Es ist eben nicht alles "egal". Viele verschließen ihre Augen vor der Realität und der Geschichte und zaubern sich Ihre eigene kleine Welt, in der alles erlaubt ist. Veränderungen wären zu anstrengend ;) In diesem Sinne wünschen ich allen erholsame Urlaubstage!

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  • J. Meyer am 23.12.2012 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Frohe Weihnachten

    In der Tat werden die beiden wichtigsten Feste, Weihnacht u Ostern, mehr oder weniger aus Tradition gefeiert, denn aus echter christlicher Liebe. Menschen mit mehr religiöser Gesinnung hingegen dürften diese Feste eine tiefere Bedeutung haben, obwohl beide Festtage wohl kaum wirklich genau datiert werden können. Obwohl das Osterfest wahrscheinlich viel eher übereinstimmen mag, als die Geburt Christi, feiern wir an diesen Tagen dennoch, weil's schon vor Hunderten von Jahren so bestimmt wurde. Seitdem bestehen diese Feiertage, die mehr u mehr zur Tradition u Sinnbild für das Christentum wurde.

  • Roger S. am 23.12.2012 21:56 Report Diesen Beitrag melden

    Toller Beitrag

    Hab wieder mal etwas gelernt durch 20 Minuten - danke! :-) Ich finde Weihnachten vorallem wichtig um diese dunkle leere Zeit etwas heller und wärmer zu machen. Ohne all die Lichter und das familiäre Zusammenrücken wären die Tage wo es kaum noch Licht gibt eine trostlose Zeit.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kater Karlo am 27.12.2012 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so what? 

    jeder soll selber entscheiden, auf welcher basis er etwas tut oder nicht. klar ist auch, dass wir in einer aufgeklärten welt leben und uns tendenziell eher faktenorientiert bewegen. wichtiger an der geschichte ist meiner Meinung nach die botschaft: liebe, vergebung, sühne ... und vor allem moral. die hat unsere welt bitternötig, vor allem politik und wirtschaft.

  • C. Berger am 26.12.2012 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Bescherung

    Ich bin zwar nicht sehr religiös, aber es käme mir nicht in den Sinn, über Gläubige herzuziehen. Schaut euch mal die Nachricht weiter oben an. Der Typ (Feuerwehr-Mörder) hat sicher nie Weihnachten feiern dürfen/können. Will damit nicht sagen, dass alle Menschen, die Weihnachten nicht feiern, zu so was fähig wären. Aber ein gesundes Bewusstsein für Weihnachten kann auf jeden Fall helfen, etwas positiver zu denken und zu leben. Auch wenn einiges an Weihnachten auf vorchristliche Bräuche zurückgeht, ist es doch ein überwiegend christliches Fest. Wünsche allen ein gutes 2013.

  • Sams Auge am 25.12.2012 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Das heisst "Gott zu dienen?"

    Wie kann man als gläubiger Christ einen Fest für Christi-Geburt feiern, wenn alles nur erlogen ist und aus dem Heidentum kommt?? Viele sagen es sei egal und von früher, aber dann sollte man nicht behaupten dies aus religiösen Gründe zu tun, denn das hat gar nichts mit den lehren Christi zu tun!!

    • Christoph am 26.12.2012 09:57 Report Diesen Beitrag melden

      Möglichkeit

      Man kann das Wihnachtsfest aber auch als Möglichkeit sehen, die Botschaft des Evangeliums auf ungezwungene Art den Menschen weiterzugeben und zu erzählen, wieso Jesus auf die Welt kam...

    • Gregor Grausam am 26.12.2012 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @christoph

      Was ist denn das für eine Aussage? offensichtlich warstdu noch nie bei Eingeborenenstämmen Im Amazonas oder in Afrika. diese menschen finden ihre Gebrgenheit Us ihren jeweiligen religionen, wenn diese nicht schon von missionierenden christen zerstört wurden. die einzige angst, die sie haben ist die angst vor missionierenden, gierigen europäern, die ihr leben zerstören.

    • Christoph am 26.12.2012 11:38 Report Diesen Beitrag melden

      @ Gregor

      Der Ahnenkult zum Beispiel ist weit verbreitet. Anbetung der Verstorbenen. Es wird versucht, die Geister mittels Opfer zu besänftigen, damit die Geister sie nicht plagen, sondern bevorzugen. Das ist doch ein Leben, das von der Angst getrieben ist. Das soll glücklich machen? Da habe ich ein grosses Fragezeichen.Ich kenne niemanden, der gerne Angst hat. Auf der Bibel basiertes Christentum hat übrigens die Basis Liebe...

    • Kian A. am 26.12.2012 15:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Christentum und Liebe?

      @Christoph Hat es nicht... Das Christentum basiert auf dem Judentum. Die einzige Aussage der basis ist eigentlich "tu Gutes und komm in den Himmel". Aber tust du böses kommst du in die Hölle. Du musst also dein Leben in Angst verbringen nicht in die Hölle zu kommen!

    • Theologe am 26.12.2012 16:54 Report Diesen Beitrag melden

      Höchstes Gebot

      Liebe Gott von ganzem Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst. Das ist die Aussage der Basis! Gnade und Heilsgewissheit ist übrigens ein Alleinstellungsmerkmal des Christentums.

    • Christin am 26.12.2012 21:42 Report Diesen Beitrag melden

      Du siehst nicht alles...

      Kian du hast es nicht verstanden. Wenn du das leben von jesus mal anschaust, wirst du entdecken, dass er sich immer denjenigen zuwendet die betrogen haben, die zur gesellschaft am rande gehörten! Er hat diese menschen so angenommen wiesie sind und wo die grad standen im leben. Er gab ihnen liebe! Diese liebe bewog sie dazu ihr leben zu ändern und einen guten weg zu gehen! Menschen die schlimmes getan haben, denken oft sie seien es nicht wert, dass man sie liebt, sie es nicht verdienten einen NEUANFANG zu machen. Jesus tat es und dies gab ihnen die kraft, den neuen weg zu gehen, den jesus ging!

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  • Stefan Huber am 25.12.2012 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    jesus und so

    stell dir vor du würdest irgendwo im jungel zur welt kommen und hast noch nie von jesus und all diesen geschichten gehört und dann kommt plötzlich ein tourist aus europa und möchte dir das christentum einreden. genau so ist es hier da wir mit dem ganzen zeug aufgewachsen sind leben wir mit dem. in asien glaubt auch nicht jeder an jesus und doch leben sie ein normales leben. ich glaube nicht an diesen kram. egal ob bibel etc. beweise was auch immer. nicht arbeiten müssen ist der einzige vorteil... ich geniesse es.

    • Christoph am 26.12.2012 10:01 Report Diesen Beitrag melden

      wirklich kein Intersse?

      Du behauptest frischfröhlich, dass diese Menschen zufrieden seien. Das ist eine Behauptung, die du aufstellst. Vielfach ist es jedoch so, dass die Leute im Busch auf der Suche nach Geborgenheit sind und aus dem kultischen, das vielfach mit Angst verbunden ist aussteigen wollen... In dieser Angst kann das Christentum helfen...

    • Lunar am 26.12.2012 23:44 Report Diesen Beitrag melden

      Es geht auch ohne

      @Christoph: Wie kann dir etwas die Angst nehmen wen es sich ständig widerspricht und von so vielen Lügen umgenen ist? Das Christentum ist mit all diesen Widersprüche einfach zu suspekt. Es gibt viele Arten sein Leben schön, glücklich zu gestallten und Geborgenheit zu finden. Dazu braucht man keine Religion.

    • Christin am 27.12.2012 10:37 Report Diesen Beitrag melden

      Blindheit

      Es widerspricht sich nicht! Das sagen nur die leute, die sich nie ernsthaft mit der bibel befasst haben und irgendwelche auschnitte aus dem kontext reissen! Wenn man das ganze anschaut, ist es ein bild! Nimm ein puzzle und zerleg es, du wirst dir aus den einzelnen puzzlestück nichts vorstellen können, manchmal verwirrt es einem sogar, du kannst das bild nicht erkennen. Setzt du es jedoch zusammen erkennst das bild!

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  • Eddy Müggeschiss am 25.12.2012 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Fest der Liebe

    Einmal im Jahr nett sein zu dürfen oder müssen ist doch wunderbar, insofern wir die anderen 364 Tage wieder unartig sein dürfen. An Weihnachten mal wieder sein und per Weihnachtskarte seine Freunde wissen lassen, dass man selbst auch ein Kandidat für ein Geschenk wäre...ein Geben und NEHMEN. Ach ja, ist auch ein wunderbarer Zeitpunkt für Spenden...dann hat man das auch wieder für ein Jahr erledigt und kann sich genüsslich und besten Gewissens das Elend auf der Welt im TV anschauen. Weihnachten ist cool...it rules