100 Jahre Rosa Parks

03. Februar 2013 15:02; Akt: 03.02.2013 15:39 Print

USA feiern afroamerikanische Ikone

Rosa Parks aus Montgomery, die sich 1955 in einem Bus weigerte, ihren Sitz für Weisse freizugeben, löste gewaltsame Proteste aus. Sie selber wurde zum Symbol des passiven Widerstandes.

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Es ist der 1. Dezember 1955 in Montgomery (Alabama), als die Näherin Rosa Parks nach ihrer Arbeit heimfahren will. Sie steigt in den Bus, zahlt zehn Cent Fahrgeld und setzt sich weiter hinten hin. Die ersten Reihen sind strikt für Weisse reserviert. Bald jedoch reichen deren Sitze nicht mehr aus. Als ein Weisser einsteigt, müssen vier Schwarze ein Reihe für ihn räumen. Drei Männer gehorchen der Aufforderung des Fahrers, nicht aber Parks. Die Polizei nimmt die damals 42-Jährige fest. Die Bürgerrechtsbewegung hat eine Heldin. Parks musste nach ihrem Verstoss gegen die Segregationsgesetze zehn Dollar Strafe zahlen und vier für die Gerichtsgebühren. Sie wurde von der Polizei wie eine Kriminelle behandelt. Mit Hilfe der afroamerikanischen Organisation NAACP kämpfte sie juristisch gegen das Urteil an. Hier mit dem Präsidenten des NAACP von 1956. Hier der originale Bus, heute im Museum. Die Schwarzen starteten einen Boykott des städtischen Bussystems, das deswegen drei Viertel seiner Fahrgäste und sehr viel Geld verlor. Anführer des Widerstandes war der damals wenig bekannte Prediger Martin Luther King. Es dauerte 382 Tage, bis die Afroamerikaner in Montgomery wieder die Busse bestiegen. Sie konnten sitzen, wo sie wollten. Der Oberste Gerichtshof in Washington hatte dank Parks die Rassendiskriminierung im Nahverkehr für verfassungswidrig erklärt. Hier Rosa Parks 1995 in einem alten Bus von Montgomery. Rosa Parks würde an diesem Montag 100 Jahre alt werden. Hier hält sie 1997 ein Foto von ihr damals in den Händen. Mit ihrem passiven Widerstand gegen den Rassismus in den USA wurde sie zum Symbol der Bürgerrechtsbewegung. Hier in Montgomery wurde Parks verhaftet. Seither wird sie verehrt. Sie starb 2005, doch überall in Amerika feiern Menschen ihren Geburtstag. Die kinderlose Frau trägt heute den Titel «Mutter der Bürgerrechtsbewegung». Als allererste Amerikanerin wurde sie im Kapitol in Washington aufgebahrt. Präsident George W. Bush und Tausende Menschen erwiesen ihr die letzte Ehre. Die Flaggen in den USA wehten auf halbmast. Auch in Montgomery, Alabama. Militärische Ehren für Rosa Parks bei ihrem Begräbnis. Die Post bringt eine Briefmarke mit ihrem Porträt heraus, das sie als nachdenkliche, elegante und zugleich starke Frau zeigt.

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Der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten sitzt in einem leeren Linienbus und schaut aus dem Fenster - den Blick in die Ferne gerichtet, seinen Kopf wie in Demut leicht gebeugt. Dieses Foto von Barack Obama entstand letztes Jahr in einem Automuseum in Detroit.

Es ist ein starkes Symbol dafür, wie sich ein Kreis der US-Geschichte geschlossen hat.

Sechs Jahrzehnte vor dem mächtigsten Mann der Welt hatte die Afro-Amerikanerin Rosa Parks auf einem dieser Doppelsitze Platz genommen. Sie weigerte sich aufzustehen und brachte damit einen Stein ins Rollen. Am Ende wurde die Ungleichbehandlung von Schwarzen aufgehoben. Auch dank Rosa Parks kann Obama heute Präsident sein.

Es ist der 1. Dezember 1955 in Montgomery (Alabama), als die Näherin nach ihrer Arbeit heimfahren will. Sie steigt in den Bus, zahlt zehn Cent Fahrgeld und setzt sich weiter hinten hin.

Die ersten Reihen sind strikt für Weisse reserviert. Bald jedoch reichen deren Sitze nicht mehr aus. Als ein Weisser einsteigt, müssen vier Schwarze ein Reihe für ihn räumen. Drei Männer gehorchen der Aufforderung des Fahrers, nicht aber Parks. Die Polizei nimmt die damals 42-Jährige fest. Die Bürgerrechtsbewegung hat eine Heldin.

Rosa Parks würde an diesem Montag 100 Jahre alt werden. Sie starb 2005, doch überall in Amerika feiern Menschen ihren Geburtstag. Die Post bringt eine Briefmarke mit ihrem Porträt heraus, das sie als nachdenkliche, elegante und zugleich starke Frau zeigt.

Statue in Ehrenhalle des Kapitols

Im Kapitol in der Hauptstadt stellen sie eine Statue von ihr in der Ehrenhalle auf. Nur die Grossen der US-Geschichte schaffen es hierhin. Eine schwarze Farmerstochter, die in den Südstaaten aufwuchs, als dort der Ku-Klux-Klan sein Unwesen trieb und Lynchmorde an «Niggern» nicht selten waren, hätte lange niemand in diese Halle gelassen. Ebenso wenig wie einen Afro-Amerikaner ins Weisse Haus.

«Ich sass da für einen Moment und sinnierte über den Mut und die Beharrlichkeit, die Teil unserer Geschichte sind», sagte Obama über das Foto von ihm in dem Bus.

Parks musste nach ihrem Verstoss gegen die Segregationsgesetze zehn Dollar Strafe zahlen und vier für die Gerichtsgebühren. Mit Hilfe der afroamerikanischen Organisation NAACP kämpfte sie juristisch gegen das Urteil an.

Boykott des Bussystems

Zugleich starteten die Schwarzen einen Boykott des städtischen Bussystems, das deswegen drei Viertel seiner Fahrgäste und sehr viel Geld verlor. Anführer des Widerstandes war der damals wenig bekannte Prediger Martin Luther King.

Es dauerte 382 Tage, bis die Afroamerikaner in Montgomery wieder die Busse bestiegen. Sie konnten sitzen, wo sie wollten. Der Oberste Gerichtshof in Washington hatte dank Parks die Rassendiskriminierung im Nahverkehr für verfassungswidrig erklärt.

Die Resultat ihres passiven Widerstandes war nach dem Ende der Segregation in öffentlichen Schulen ein weiterer Meilenstein für eine Bewegung, die 1964 zum Civil Rights Act führte. Die Ungleichbehandlung der Schwarzen war fortan gänzlich verboten - verschwunden ist sie aber bis heute nicht.

Mutter der Bürgerrechtsbewegung

Die kinderlose Frau trägt heute den Titel «Mutter der Bürgerrechtsbewegung». Präsident Bill Clinton ehrte sie 1996 mit der Freiheitsmedaille, 1999 erhielt sie vom Kongress die höchste zivile Auszeichnung der USA.


Interview mit Rosa Parks (1956) (YouTube)

Bis heute streiten sich Historiker darum, ob Parks Busepisode ein «spontaner» Akt war, wie sie selbst sagte, oder ob die NAACP sie bewusst als Märtyrerin auswählte. In den 1940er und 1950er Jahren arbeitete sie für die Organisation als Sekretärin, schon seit ihrer Jugend hatte sie sich für Gerechtigkeit und Gleichbehandlung der Schwarzen engagiert.

Flucht nach Detroit

Für ihren «Verkehrsverstoss» musste Parks lange zahlen. Niemand gab ihr Arbeit; wegen ewiger Drohanrufe erlitt ihr Ehemann Raymond, ein Coiffeur, einen Nervenzusammenbruch.

Das Paar floh nach Detroit, wo sie wieder als Näherin arbeitete. 1965 bot ihr der Kongressabgeordnete und Bürgerrechtler John Conyers eine Stelle in seinem Büro an. Dort blieb sie bis zu ihrer Rente 1988. Sie setzte sich weiter für Bürgerrechte ein. Trotz ihres Ruhms war sie im Alter auf finanzielle Unterstützung durch ihre Kirchengemeinde angewiesen. Zuletzt litt sie an Demenz.

Am 24. Oktober 2005 starb Rosa Louise Parks. Als allererste Amerikanerin wurde sie im Kapitol in Washington aufgebahrt. Präsident George W. Bush und Tausende Menschen erwiesen ihr die letzte Ehre. Die Flaggen in den USA wehten auf halbmast. Auch in Montgomery, Alabama.


Video: Biografie von Rosa Parks (YouTube/BiographyChannel)


Outkast «Rosa Parks»


Trailer: The Rosa Parks Story mit Angela Bassett (TV-Film 2002)

(kub/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex W. am 03.02.2013 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Habs nie verstanden

    Wie kann jemand, der zu Recht auf seinen Sitzplatz nicht verzichten will, derart zu einer Ikone werden. Jeder vernünftig handelnde Mensch lässt sich solche Diskriminierung nicht gefallen. Die Amerikaner übertreiben halt immer. Sofort wird jemand zu einem Helden stilisiert, statt sich ein Beispiel zu nehmen und selbst für eine gerechte Sache einzustehen.

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  • Mimi am 04.02.2013 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wow!

    Ich finde es wunderbar das Frauen sich gegen ein solch absurdes gesetz stellen um ihre Gleichberechtigkeit zu bekommen! Ich verehre sie regelrecht!

  • A.F. am 03.02.2013 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Re: 1956

    Das "Forever" wurde durchgestrichen um zu verhindern, dass jemand das Bild der Briefmarke braucht um Fälschungen herzustellen. "Forever" hat nichts mit Ihr zu tun. In den USA kannst zu "Forever" Briefmarken kaufen (für normale B Post) die "Forever" (für immer) gültig sind. d.h. dass, auch wenn die Preise erhöht werden, diese Briefmarke immernoch gültig ist.So muss man nicht immer wieder neue Briefmarken kaufen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mimi am 04.02.2013 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wow!

    Ich finde es wunderbar das Frauen sich gegen ein solch absurdes gesetz stellen um ihre Gleichberechtigkeit zu bekommen! Ich verehre sie regelrecht!

  • A.F. am 03.02.2013 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Re: 1956

    Das "Forever" wurde durchgestrichen um zu verhindern, dass jemand das Bild der Briefmarke braucht um Fälschungen herzustellen. "Forever" hat nichts mit Ihr zu tun. In den USA kannst zu "Forever" Briefmarken kaufen (für normale B Post) die "Forever" (für immer) gültig sind. d.h. dass, auch wenn die Preise erhöht werden, diese Briefmarke immernoch gültig ist.So muss man nicht immer wieder neue Briefmarken kaufen.

  • 1956 am 03.02.2013 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Briefmarke

    Kann mir bitte einer beantworten, warum bei der Briefmarke das "Forever" durchgestrichen ist? Danke

    • Andreas1967 am 03.02.2013 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sie hat doch nicht ewig gelebt...

      Man dachte sie würde ewig leben, doch 2005 ist sie dann doch gestorben. Auf den briefmarken stand bis zu ihrem tod forever (=für immer) doch als sie dann starb wusste man dass man falsch lag. Deshalb wurde forever durchgestrichen.

    • Luther am 04.02.2013 13:23 Report Diesen Beitrag melden

      Andreas???

      nicht dein Ernst, oder?

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  • Alex W. am 03.02.2013 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Habs nie verstanden

    Wie kann jemand, der zu Recht auf seinen Sitzplatz nicht verzichten will, derart zu einer Ikone werden. Jeder vernünftig handelnde Mensch lässt sich solche Diskriminierung nicht gefallen. Die Amerikaner übertreiben halt immer. Sofort wird jemand zu einem Helden stilisiert, statt sich ein Beispiel zu nehmen und selbst für eine gerechte Sache einzustehen.

    • ta nja am 03.02.2013 16:00 Report Diesen Beitrag melden

      ganz schlauer

      Alex W. ich denke sie sollten mal über die bücher gehen oder besser gesagt sich erst dann eine Meinung daraus bilden.. durch diese aktion wurde erstmals von einer schwarzen wiederstand geleistet...kapiert???

    • Manuela am 03.02.2013 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Symbole

      es geht denke ich weniger um die Tat an sich, sondern was sie symbolisiert. Ein ruhiges aber bestimmtes 'ich lasse mir das nicht länger gefallen', und ich denke eben weil es so ruhig war, und weil sie einfach nur eine müde Frau war, hat es die Menschen so berührt. Den Schwarzen wurde sehr lange gehorsam eingeprügelt, sie brauchten ein Symbol um sich ihrer Rechte bewusst zu werde, und Rosa Parks wurde eben zu jenem Symbol.

    • Oli am 03.02.2013 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Pionierarbeit

      Das war Pionierarbeit.. Durch sie wurde die Bürgerrechtsbewegung erst so richtig ins Rollen gebracht!

    • Calvin W. am 03.02.2013 17:32 Report Diesen Beitrag melden

      gebe Ihnen Recht

      an Ta nja: Ich denke der Alex W. hat schon begriffen. Ich kenne die Südstaaten aus eigener langjähriger Erfahrung. Da ist noch immer sehr viel Diskriminierung und die Leute sollten tatsächlich mehr für ihre Rechte einstehen als jemanden zu etwas hochstilisieren, dass sie nie sein wollte.

    • Andrew am 03.02.2013 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Mutige Tat

      Vor 25 Jahren war die Diskriminierung noch enorm. Der erste Afroamerikanische Präsident ist für mich immer noch etwas ganz besonderes. In der heutigen Zeit können wir uns nicht mehr vorstellen was für eine unglaubliche Rassendiskrieminierung so viele Jahre herrschte. Damals sah man höchstens ein paar Müllmänner an der Arbeit. Gut ist jetzt ein anderes Zeitalter.

    • Volkan Aydin am 03.02.2013 18:31 Report Diesen Beitrag melden

      Was nicht passt wird passend gemacht

      dafür hat die Schweiz ja gut ausgesorgt.... Asylanten werden eingesperrt, und dürfen nachts ihre Zellen ncht verlassen. Und um sich abzusichern darf man sie heute sogar betäubt ausschaffen!, die USA hat sich ein wenig entwickelt, die Schweiz arbeitet rückwerts! weiter so!

    • Regina Krieg am 03.02.2013 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Schweizer - Miesmacher

      @AlexW.: Schweizer müssen immer alles mies machen, manchmal geht mir das so auf den Senkel! Rosa Parks war eine tolle, mutige Frau. Natürlich ist die Rassendiskriminierung in den USA noch gross, aber ihre Reaktion damals hat so vieles ins Rollen gebracht. Schade, dass sie die Wahl von Barack Obama nicht mehr miterlebt hat. Rosa Parks wurde zum Symbol für viele Menschen, und sei es nur, dass man sich nicht immer alles gefallen lassen muss. Was ist so schlecht daran?

    • Schweizer am 03.02.2013 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Regina du bist nicht viel besser

      @ Regina Wenn man mit einer Meinung nicht einverstanden ist, warum muss man dann immer von den Schweizern per se sprechen?? Steht Alex für alle Schweizer oder was?!

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