Gefährliche Altlast

27. August 2019 11:34; Akt: 27.08.2019 14:04 Print

Warum hier kein Gemüse wachsen darf

von Fee Riebeling - Urban Gardening boomt – nur nicht rund um Carcassonne. Hier ist es verboten, regionales Obst und Gemüse zu verkaufen oder zu essen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Lebensmittel aus der Region haben in der Regel einen guten Ruf. Doch es gibt Ausnahmen. In der südfranzösischen Stadt Carcassonne ist es seit 1997 verboten, Obst und Gemüse aus umliegenden Gemeinden zu essen und das lokale Wasser zu nutzen.

Umfrage
Warst du schon einmal in der Region?

Grund für diesen Erlass sind die hohen Konzentrationen von Blei, Arsen, Kadmium und Quecksilber, die in der Umgebung zu finden sind. Die giftigen Schwermetalle würden über das Essen in den Körper gelangen, wo sie Krebs verursachen könnten. Doch warum sind die Werte rund um Carcassonne überhaupt so hoch?

Grösste Arsenmine der Welt

Die Ursache liegt in der Vergangenheit. Denn ganz in der Nähe befinden sich die Überreste der einst grössten Arsenmine der Welt, der sogenannten Salsigne-Mine. Bis zu ihrer Schliessung im Jahr 2004 wurde hier auch Gold abgebaut.

Zwar sind diese Zeiten lange vorbei, doch ruhig ist es um die Mine nicht geworden. Umweltverbände monieren, dass die Lagerstätten mittlerweile grosse Mengen von Arsen ins Wasser abgeben.

Dies ist möglich, weil die Minenarbeiter damals das Erz fein mahlen mussten, um an die begehrten Metalle zu kommen. Dabei wurden auch Arsen und andere Schwermetalle gelöst, die nun ausgewaschen werden und sich in der Natur verteilen. Zudem nutzten Weinbauern in der Gegend früher Arsenpulver zur Schädlingsbekämpfung. Überflutungen der Mine wie zuletzt im Oktober 2018 dürften ebenfalls zu einem Anstieg der Arsenwerte im Boden beigetragen haben.

Aktuell 38 Vergiftete

Wie gross die Gefahr ist, in der Region Schwermetalle aufzunehmen, zeigen aktuelle Berichte aus Frankreich. Unter Berufung auf die Gesundheitsbehörde der Region Okzitanien ist die Rede von 38 Kindern, bei denen beunruhigende Mengen Arsen im Körper gemessen wurden.

Laut Radio France International lag die Konzentration bei den betroffenen Kindern und Babys zum Teil deutlich über dem Richtwert von zehn Mikrogramm pro Gramm Kreatin in Urinproben.

Um herauszufinden, wo die Kinder das Schwermetall aufgenommen haben, testen die Behörden nun Boden und Luft auf Arsen. Bis dahin wurden mehrere Spielplätze vorsorglich abgesperrt.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Robin am 27.08.2019 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Industrie zahlen

    Liebe grüsse von der Industrie. Und wer soll jezt unwelt Abgaben zahlen die normal Bewohner oder die Industrien due alles verpessten hier sieht man genau wer am unwelt Schaden dazu Beiträgt.

    einklappen einklappen
  • Suzanne am 27.08.2019 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Aber wohnen darf man dort?

    Kein Gemüse kein Garten, kein Leben.Sans le moi

    einklappen einklappen
  • Dave74 am 27.08.2019 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Alle bezahlen

    Als Gott meinte "Macht euch die Erde untertan" hat der Niederschreiber glaub einfach das Kleingedruckte weggelassen oder ihn nicht ausreden lassen. Oder aber er hat es bewusst weggelassen und das ganze als Experiment gestartet. Und sowas schreibe ich als Atheist. ;)

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Arsen und Goldminen überflutet... am 28.08.2019 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    die Weinbauern auch nicht unschuldig?

    Oweia, jetzt wissen das auch die Touristen. Die Reise mit der Penichette auf dem Canal du Midi wird dann nicht mehr so begehrt sein. Alles, auch Trinkwasser muss herangekarrt werden. Die Bewohner dauern mich.

  • Roger Wild am 27.08.2019 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kleinbasel

    Auch im Kleinbasel ( Feldbergstr./Müllheimerstr./Haltingerstr.) sind die Böden stark belastet. Früher stand da eine Maschinenfabrik, dann eine Autowerkstatt. Beim Umgraben des (Zier-) Gartens hätte ich in den Schrotthandel einsteigen können,soviel Metallreste habe ich gefunden, die anderen Schadstoffe sind halt nicht sichtbar....

    • Kurt Eidgenoss am 27.08.2019 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roger Wild

      Eisen ist gut für die Pflanzen.

    • Rudolf53 am 27.08.2019 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roger Wild

      Bei mir stand ein Misthaufen da wo ich jetzt mein Gemüse anpflanze, gedeiht pröchtig und es ust eest bich Geruchfrei.

    • Hermann Klöti am 27.08.2019 17:16 Report Diesen Beitrag melden

      Halb so pröchtig

      Geruchfrei vielleicht, aber wie ist's mit Orthographieschäden?

    einklappen einklappen
  • Max Demian am 27.08.2019 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist arsenpulver bio?

    Aber hey, das Arsenpulver geht ziemlich sicher als Bio durch. Immerhin ist es ja kein syntheisches pestizid...

  • Dornacherin am 27.08.2019 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    Kenne ich

    Auch Dornach hat einen mit Schwermetall verseuchten Boden.. Danke Swissmetall!

  • Cavi33 am 27.08.2019 14:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dauerhafte Umweltschäden

    Für all die Nichtswisser, passiert alles zur Zeit im Amazonasbecken . Soeben hat unser BR sich dem Mercosur angeschlossen.

    • Wilhelm Tell am 27.08.2019 15:42 Report Diesen Beitrag melden

      Totes Pferd am Boden

      Jaja, immer schön auf die eintreten, die schon am Boden liegen und damit von den anderen, noch grösseren Umweltsündern abzulenken. PS: Da gehören einige schweizerische oder in der Schweiz ansässige dazu. Aber das blendet ja der linkswählende Cavi33 schön aus. Selektive Wahrnehmung ist ein Segen für den Schlaf der vermeintlich Gerechten.

    • Rock'n'Roll am 27.08.2019 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Wilhelm Tell

      Am Boden? Meinst du die Schweiz oder den Amazonas?Oh je, die wohl rechtswählende geistige Verwirrung wird offenbart...

    • Cavi33 am 27.08.2019 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rock'n'Roll

      Es gibt einfach Leute ohne jegliche Logik, die Altlast ist in Frankreich und die neue Altlast in Brasilien, die ist dann etwas globaler.

    einklappen einklappen