Bermuda-Dreieck

05. Dezember 2015 08:23; Akt: 05.12.2015 08:23 Print

Was geschah wirklich mit Flug 19?

von Rolf Maag - Vor 70 Jahren verschwanden im Bermuda-Dreieck sechs Flugzeuge spurlos. Ging es dabei mit rechten Dingen zu?

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Am Nachmittag des 5. Dezembers 1945 brachen fünf Torpedobomber vom Typ Avenger von ihrer Basis in Fort Lauderdale in Florida auf. Wenige Stunden später war Flug 19, wie diese Staffel genannt wurde, spurlos verschwunden. Ebenso erging es einer der drei Maschinen, die Flug 19 aufspüren sollten. Insgesamt fanden 27 Männer den Tod.

1964 nannte der Journalist Vincent Gaddis die Gegend, in der sich das Unglück ereignet hatte, erstmals «Bermuda-Dreieck». Sie lässt sich auf einer Karte als die Fläche eines Dreiecks darstellen, dessen Eckpunkte Florida, Bermuda und Puerto Rico bilden. In einem Magazinartikel behauptete Gaddis, in dieser Region hätten sich zahllose Flugzeug- und Schiffskatastrophen ereignet, für die man nie befriedigende Erklärungen gefunden habe. Waren hier womöglich übersinnliche Kräfte am Werk?

Ein Weltbestseller

Diese Meinung vertrat Charles Berlitz in seinem 1974 erschienenen Buch «Das Bermuda-Dreieck – Fenster zum Kosmos?», das sich weltweit millionenfach verkaufte. Berlitz listete verschiedene paranormale Erklärungen für die schrecklichen Ereignisse auf, etwa Seeungeheuer oder negative Schwingungen. Am wahrscheinlichsten erschien ihm jedoch, dass im «Teufelsdreieck», wie die Region auch genannt wird, Ausserirdische ihr Unwesen trieben.

Damit hatte er einen Nerv getroffen: Bis heute sind in der amerikanischen Populärkultur UFOs und Entführungen durch Ausserirdische ständig präsent. Berlitz zufolge nutzten sie Fenster zu einer anderen Dimension, die sich im Bermuda-Dreieck auftaten. Er glaubte auch zu wissen, warum die Aliens Menschen kidnappten: Sie brauchten sie angeblich für einen Weltraumzoo.

Das Schicksal von Flug 19

Zumindest im Fall von Flug 19 dürfte die Wahrheit wesentlich profaner sein. Das zeigte Lawrence Kusche, Bibliothekar an der Arizona State University und erfahrener Pilot, bereits 1975 in seinem Buch «Die Rätsel des Bermuda-Dreiecks sind gelöst». Mithilfe von Funksprüchen, Wetterdaten und Zeugenaussagen rekonstruierte er, was am 5. Dezember 1945 vermutlich geschehen war.

Kurz nach dem Start funkte der Geschwaderkommandant Charles Taylor, der einzige erfahrene Pilot von Flug 19, an die Bodenkontrolle in Florida, dass in seinem Cockpit sämtliche Kompasse ausgefallen seien. Weil er sich über den Florida Keys wähnte, glaubte Taylor, die Flugzeuge würden wieder in Fort Lauderdale ankommen, wenn sie in Richtung Nordosten flögen. In Wahrheit befanden sie sich aber über den Bahamas, wie später mehrere Schiffskapitäne bestätigten, auf deren Radar das Geschwader aufgetaucht war. Inzwischen war auch der Funkkontakt abgebrochen, so dass der verhängnisvolle Irrtum nicht korrigiert werden konnte – GPS gab es damals noch nicht. Die Maschinen flogen immer weiter aus offene Meer hinaus, wo sie irgendwann abstürzten, nachdem ihnen der Treibstoff ausgegangen war. An eine Notwasserung war angesichts der rauen See und des enormen Gewichts der Flugzeuge nicht zu denken.

Statistisch normal

Tatsächlich ereignen sich im Bermuda-Dreieck immer wieder Unfälle, doch das ist nicht weiter verwunderlich, denn in dieser Gegend verkehren sehr viele Schiffe und Flugzeuge, die gelegentlich technische Pannen haben, und es gibt oft schwere Stürme. Gemäss dem grössten Schiffsversicherer der Welt, Lloyd's in London, ist das Bermuda-Dreieck nicht gefährlicher als andere Meeresgebiete. Wie so oft haben hier Behauptungen, die auf sensationsgierige Leute faszinierend wirken, ein hartnäckiges Eigenleben entwickelt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sugus-ch am 05.12.2015 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lustig

    Ich bin schon gespannt darauf was hier für Theorien verbreitet werden.

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  • Bird22 am 05.12.2015 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heute nicht anders

    Selbst mit der neusten Technik verschwanden Flugzeuge und selbst mit grösseren Suchaktionen und Hightech wurde nichts gefunden.

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  • S.V. am 05.12.2015 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aliens

    Es waren ganz klar Aliens!! Alles andere sind Verschwörungstheorien!! ;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gentleman am 05.12.2015 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    UFO s und andere Märchen

    Was genau dort passiert ist wird vermutlich nie geklärt werden können, zumal die US Navi demselben Kommando unterliegt wie alle Militärs und da ist alles vertuscht und verheimlicht. Vermutlich hängt das ganze mit irgendeinen Geheimen Test zusammen und darum ist da was schiefgegangen. Aus diesem Grund wurde die Sache ins Reich der Märchen geladen und wird niemals aufgeklärt werden können!

  • R.V.Veit am 05.12.2015 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    Kompanten

    Die Mehrzahl von Kompass sind Kompanten. Warum wird dies immer wieder verwechselt.

    • V.Oe am 06.12.2015 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @R.V.Veit

      Kompanten wurde in der "Soldatensprache" verwendet. Kompasse ist gemäss Duden die Pluralform.

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  • Gentleman am 05.12.2015 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die DAESH war es!

    Ich habe irgendwo gelesen man habe bei neuesten Tauchgängen dort unten einige Dokumente gefunden, darunter auch einen Pass eines Syrers und eines Irakers . Jetzt ist nunmehr klar , dass auch der Bombenanschlag auf die Titanik 1912 in Form eines Eisbergs getarnt ist, jetzt diese Staffel auch durch ein Wurmloch des Raumzeitkontinuums des IS verschwunden . Nur so lassen sich diese Mysterien erklären, da jetzt Der IS anscheinend seine Finger überall im Spiel hat!

  • Stresskomponente=Fehlentscheide am 05.12.2015 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ben

    Tragischer Fehlentscheid vom Staffelführer und blinder Gehorsam =Katastrophe. Kompass ausfall hätte mit Rautensextant oder Druckpanindukator kompensiert werden können. Panik,Treibstoff mangel= Absturz. Keine Frackteile weil Druckregressive Anomiepressstahl Flugzeug Bauweise.

    • mexomg am 06.12.2015 08:05 Report Diesen Beitrag melden

      vlt zu viele Fachbegrffe

      jetzt nochmal langsam und vlt ohne weniger Fachegriffe ich versteh nur bahnhof.vlt nächstes mal weniger Fachbegriffe ,wobei deine Erklärung mir noch am plausibelsten erscheint zu den anderen LG

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  • S. Cooper am 05.12.2015 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Theoretisch

    Wahrscheinlich ist der Ursprung der Erde dort, wo das Bermuda-Dreieck ist. Die Erde entstand durch ein Schwarzes Loch, wobei die Erdanziehungskraft dort so stark ist, dass dort verschwundene Flugzeuge und Boote wortwörtlich vom Meer verschluckt wurden.

    • Dr. Unwichtig am 05.12.2015 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @S. Cooper

      "Die Erde entstand durch ein schwarzes Loch" - ist das abstrakter Humor oder meinen Sie das ernst?

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