Tiere im Militär

01. Mai 2019 10:38; Akt: 01.05.2019 13:46 Print

Spionage-Wal? Es gab sogar Anti-Panzer-Hunde

Der russische Spionage-Wal ist nicht das erste Tier, das von einer Armee für ihre Zwecke genutzt wird. Hier eine Übersicht über die erstaunlichsten Kriegstiere.

Dieser Wal soll ein russischer Spion sein. (Video: Tamedia)
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Die Meldung, dass ein Weisswal vom russischen Militär in der Barentsee als Spion eingesetzt wird, sorgte gestern für Schlagzeilen. Doch es ist bei weitem nicht das erste Tier, dem eine militärische Karriere aufgezwungen worden ist.

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Explodierende Ratten

Im Zweiten Weltkrieg präparierten die Briten tote Ratten mit Sprengstoff. Sie sollten von Untergrundkämpfern auf die Kohlevorräte neben deutschen Heizungen gelegt werden. Von den Deutschen in die Heizung geschaufelt, sollten sie dann für Zerstörung sorgen. Allerdings wurde bereits die erste Ladung von 100 Rattenbomben von den Nazis abgefangen und das Programm gestoppt.


(Bild: nationalarchives.gov.uk)

Anti-Panzer-Hunde

Einen anderen Weg im Kampf gegen die Nazis beschritten die Russen. Sie bildeten Hunde zu lebenden Anti-Panzer-Minen aus. Die Hunde sollten mit Sprengstoff versehen unter deutsche Panzer kriechen, wo sie dann explodierten. Doch im Feld tauchten eine Menge Probleme auf und so bleibt unklar, wie erfolgreich das Programm war. Die russische Propaganda sprach von 300 zerstörten Panzern, es dürften jedoch deutlich weniger gewesen sein.


(PD)

Napalm-Fledermäuse

Im Kampf gegen Japan entwickelten die USA im Zweiten Weltkrieg Fledermausbomben. Jeweils 1040 Tiere sollten in einem Sammelbehälter an Fallschirmen über Städten abgeworfen werden und sich dann ein ruhiges Plätzchen suchen. Zeitgesteuerte Napalm-Brandsätze sollten anschliessend für Zerstörung sorgen, denn damals bestanden viele japanische Häuser noch aus Holz und Papier. Nach einigen Trainingsunfällen und wegen der Entwicklung der Atombombe wurde das Programm abgebrochen.


(Bild: U.S. Air Force)

Verseuchte Flöhe und Fliegen

Japan hat im zweiten Weltkrieg infizierte Insekten aus Flugzeugen abgeworfen, um in China Cholera und Pest auszulösen. Dabei sollen 440'000 Chinesen gestorben sein. Auch in Kanada wurde damals an ähnlichen Insektenwaffen geforscht. Frankreich und Deutschland arbeiteten ebenfalls an der Kriegsführung mit Insekten. Sie prüften den Einsatz von Kartoffelkäfern, um die Nahrungsvorräte des Feindes zu zerstören. Im Kalten Krieg verfolgten sowohl die USA als auch Russland weitere Insektenprogramme.


(Bild: Getty)

Bombenspür-Delfine

Die USA und Russland unterhalten Programme, um Meeressäuger militärisch zu nutzen. So haben beide Seiten Delfine trainiert, um Seeminen aufzuspüren. Im Irakkrieg 2003 haben Delfine nach Angaben der US-Marine im Hafen Umm Qasr über 100 Minen aufgespürt. Für Bewachungsaufgaben setzen die Amerikaner ebenfalls Delfine ein. Sie sollen feindlichen Tauchern eine Boje anheften, die diese an die Oberfläche zieht.


Ein Grosser Tümmler der US-Marine kehrt von einem Einsatz zurück. (Video: Tamedia/Vizzr)

Seelöwen-Wächter

Auch Seelöwen werden von der US-Marine als Wächter genutzt. Sie beschützen Häfen und Kriegsschiffe. Sie können etwa Ortungsgeräte an feindliche Taucher anbringen, die wie Handschellen funktionieren. Auch zur Bergung von militärischen Gegenständen werden sie trainiert. Sie lernen etwa das Anbringen von Bergungsseilen an solche Objekte.


(Bild: US Navy Marine Mammal Program NMMP)

Tauben-Lenkwaffen

Der amerikanische Verhaltensforscher B. F. Skinner entwickelte im Zweiten Weltkrieg ein System, mit dem Tauben Raketen lenken konnten. Sie sassen in einer Art Cockpit und sahen vor sich das Ziel, etwa ein feindliches Schiff, auf einem Bildschirm. Sie mussten ständig das Ziel anpicken, was in Kurskorrekturen übersetzt wurde. Das Projekt wurde 1953 mit der Entwicklung elektronischer Lenksysteme endgültig aufgegeben.


(Bild: US Army)

Kriegselefanten

Seit der Antike nutzten Feldherren Elefanten, um Schlachten zu führen. Überliefert sind solche Einsätze etwa von Hannibal oder Alexander dem Grossen. Auch später wurden Elefanten eingesetzt, mit dem Aufkommen leistungsfähiger Schusswaffen aber nicht mehr in der Schlacht, sondern als Transporttiere.


(Bild: Wikimedia Commons/José Luiz Bernardes Ribeiro/CC BY-SA 4.0)

Kriegsschweine

Als effektives Mittel gegen Elefanten erwiesen sich schon früh Schweine. Sie sollen die Elefanten derart verängstigt haben, dass diese Reissaus nahmen. Sowohl die Römer als auch Alexander der Grosse sollen gegen Feinde mit Elefanten Schweine eingesetzt haben.


(Bild: Keystone)

Minensuchratten

Die belgische Nichtregierungsorganisation Apopo setzt seit einigen Jahren Riesenhamsterratten zur Minenräumung in Ostafrika ein. Die Hero-Rat genannten Tiere haben bereits zehntausende Minen aufgespürt und so die Räumung dieser tödlichen Gefahr unterstützt. Auch in anderen Weltgegenden werden Ratten von verschiedenen Organisationen zur Minenräumung verwendet.


(Bild: Apopo)

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Brigitte am 01.05.2019 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Noch eins

    Nicht zu vergessen den gemeinen Medienfuchs, Cunius Falschinformatikus. Wird immer gerne eingesetzt.

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  • Micki-maus am 01.05.2019 10:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch

    Das traurigste was Gott geschaffen hat , Ist und bleibt der Mensch

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  • Gilly am 01.05.2019 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grauenhaft

    Arme Tiere! Die helfen treu dem Mensch, er aber hat keine Respekt von ihnen und nutzt sie schamlos aus

Die neusten Leser-Kommentare

  • Brigä am 02.05.2019 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Dank Fischen gutes Wasser

    In Wasserreservoirs werden immer noch Fische eingesetzt. Technik ist gut und recht, die Fische sind jedoch besser.

  • Berner Bär am 02.05.2019 08:22 Report Diesen Beitrag melden

    Kartoffelkäfer

    Nicht zu vergessen die Kartoffelkäfer ("Kalifornienkäfer"), die während des 2.Weltkriegs plötzlich in Rheinland-Pfalz und Baden in Massen auftauchten. Mit dem Ziel, mit ihnen Missernten zu provozieren und eine Hungersnot (wie es die völkerrechtswidrige Hungerblockade der Engländer 1914 - 1919 getan hatte) auszulösen. Insekten, die zuvor in Europa nicht bekannt waren ...

  • Besorgter Bürger am 02.05.2019 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Propaganda anno 1939

    "Der russische Spionagewal..." Echt jetzt, einfach einmal behaupten?

    • Berner Bär am 02.05.2019 08:29 Report Diesen Beitrag melden

      Einfältige Propaganda

      Und so ganz zufällig hat der arme Wal noch ein Band mit der Aufschrift "St. Petersburg" umgebunden, damit es über den Absender keine Zweifel gibt...(Dumm nur, dass es auch in Nordamerika mehrere "St. Petersburg" gibt ...) Ach ja, wie war das doch mit den "russischen" U-Booten zB vor der schwedischen Küste, die am Periskop (sic!) eine Fahne hissten? Die Russen sind absolut keine Ministranten, aber nur herumgrölende, einfältige Wodkasäufer, wie sie offensichtlich von einige Leute hier im Westen gehalten werden, sind sie auch nicht!

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  • Clyde Barrow am 02.05.2019 05:40 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung

    Lieber Darwin...ein Tier wurde irgendwie erschaffen, welches es nicht mehr braucht. Könntest Du veranlassen, dass diese Spezie aus deinem Buch in den nächsten 50. Jahren verschwindet? Wäre nett und die Welt könnte durchatmen.

    • Silvan am 02.05.2019 09:52 Report Diesen Beitrag melden

      Ach bitte

      Es geht beim Sozialdarwinismus nicht um das "gebraucht werden" oder um die korrekte oder beste Überlebensstrategie oder die grösste Geschwindigkeit, meiste Kraft, etc. Die Theorie sagt, dass jedes Tier, das aktuell existiert aus dem Grund existiert, dass die Attribute des Tieres geholfen haben zu überleben. Wer sich also nicht mehr fortpflanzen kann und ausstirbt ist nicht per se schlecht sondern scheinbar einfach nicht "fit". Sind Europäische Lemminge ein Musterbeispiel von Stärke, Geschwindigkeit, etc? Nein, aber da Weibchen binnen eines Monats werfen, können sie überleben.

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  • mebes c am 01.05.2019 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tiere im Krieg

    Wieviele Pferde sind wohl im verlauf der Jahrhunderten in all den Kriegen umgekommen? Wurden ja überall, von jeder Gruppierung und in jedem Konflikt eingesetzt. Weis ja keiner wieviele Kriege genau es seit der Römerzeit alleine in Europa gegebeb hat.