Verheerende Natur

15. Mai 2012 23:13; Akt: 15.05.2012 23:14 Print

Wenn der Berg kommt

Donnern die Felsen wie in Preonzo im Tessin zu Tal, gibts nur eins: etwas zur Seite stehen und filmen, was das Zeug hält. Dann entstehen mitunter spektakuläre Aufnahmen, wie diese Videos zeigen.

Der Bergsturz im Hunza-Tal in Pakistan am 4. Januar 2010. (Video: YouTube/TimeNetworkInc.)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Felsstürze sind für die Bewohner bergiger Gegenden eine ständige Bedrohung. Während kleinere Abbrüche oft beinahe unbemerkt vonstatten gehen, können grössere Felsstürze weitreichende Folgen haben und sehr viel Leid über die örtliche Bevölkerung bringen. Liegen nach einem Abbruch im Ablagerungsgebiet mehr als eine Million Kubikmeter und bedecken eine Fläche von über 10 Hektaren, spricht man gemäss der Definition von Gerhard Abele von 1974 von einem Bergsturz.

Diese Kriterien erfüllte der Bergsturz im abgelegenen Hunza-Tal in Pakistan am 4. Januar 2010. Die Felsmassen blockierten das Tal und stauten in der Folge den Hunza-Fluss zu einem See von über 16 Kilometern Länge auf. Mehrere Dörfer wurden überschwemmt. Das enorme Ausmass des Bergsturzes, der über 20 Menschen das Leben kostete, ist auf den Amateuraufnahmen oben festgehalten.

Verwüstung im Wallis

Ebenfalls als Bergsturz klassifiziert wurde der Abbruch in Randa im Kanton Wallis vom Frühling 1991. Nachdem am 18. April einige Felsbrocken zu Tal gestürzt waren, lösten sich am 9. Mai Geröllmassen von total ca. 33 Millionen Kubikmeter und begruben grosse Teile des Weilers Lerch, sowie die Strasse und die Schienen Richtung Zermatt unter sich.

Die enormen Geröllmassen bildeten im Mattertal einen Riegel, an dem sich der Fluss Vispa staute. Gut einen Monat nach dem Bergsturz ergossen sich die Wassermassen über Randa und überschwemmten die tiefer gelegenen Teile des Dorfes. Vom Bergsturz selbst gibt es kaum Filmmaterial, Amateuraufnahmen zeigen die Situation drei Tage danach.


(Video: YouTube/Matterhoru2)

Am 13. Juli 2006 lösten sich am Eiger rund 500 000 Kubikmeter Felsbrocken und fielen auf den Unteren Grindelwaldgletscher.


(Video: YouTube/hesida)

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren Bergsteiger am 31. Juli 2011 auf dem Piz Lischana in den Unterengadiner Dolomiten. Sie filmten, wie 2000 Kubikmeter Fels der östlichen Seite des Gipfelturmes abbrachen.


(Video: YouTube/MrJanaiverin)

Am Einserkofel im Südtiroler Sexten donnerten am 12. Oktober 2007 60 000 Kubikmeter Felsen zu Tal.


(Video: YouTube/loosydesign)

Spannende Aufnahmen existieren auch vom Felssturz in den bayerischen Königsee am 14. August 2011. Der Uferweg wurde damals auf 100 Metern verschüttet.


(Video: YouTube/bwelge)

Neben Fels- und Bergstürzen setzen auch Erdrutsche enormes Zerstörungspotential frei, wie folgende Bespiele zeigen:

Dalhousie, Indien, Juli 2011:


(Video: YouTube/sanjeevcoomar)

San Fratello, Italien, 16. Februar 2010:


(Video: YouTube/booyacash)

Route 168, Nara Präfektur, Japan, August 2004:


(Video: YouTube/doreikoi2)

Zum Schluss noch ein bemerkenswertes Dokument vom Ausbruch des Vulkans Mount St. Helens im US-Bundestaat Washington. Als Folge eines vulkanischen Bebens rutschte am 18. Mai 1980 die gesamte Nordflanke des Berges ab, worauf schlagartig Gas und Magma freigesetzt wurden und sich in einem pyroklastischen Strom den Berg hinab bewegten. Ein Fotograf hielt den Bergsturz in einer raschen Folge von Einzelaufnahmen fest.


(Video: YouTube/Airboyd.tv)

(jcg)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.