Einmarsch in die ČSSR

21. August 2013 07:26; Akt: 21.08.2013 13:39 Print

Wie Sowjetpanzer den Prager Frühling stoppten

Vor 45 Jahren machte die UdSSR unmissverständlich klar, was sie von den Reformbestrebungen in der Tschechoslowakei hielt: Sie schickte Truppen und Panzer, um das Land wieder auf Kurs zu bringen.

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In den 1960er-Jahren erlebte die Tschechoslowakei (ČSSR) eine wirtschaftliche und soziale Krise. Das kommunistische Ostblockland litt unter der Unbeweglichkeit des stalinistisch geprägten Regimes in Prag. In Bratislava begann derweil unter dem 1963 ins Amt gekommenen Chef der Kommunistischen Partei der Slowakei Alexander Dubček ein deutlich liberalerer Wind zu wehen. Dubček forderte den starken Mann in Prag Antonin Novotny heraus und löste ihn im Januar 1968 an der Spitze der Tschechoslowakei ab.

Nun war der Weg frei für sanfte Reformen des sozialistischen Systems in der ČSSR. Mit der Unterstützung der Bevölkerung versuchte die neue Führung einen «Sozialismus mit menschlichem Antlitz» einzuführen. Ziele waren eine Liberalisierung aller Lebensbereiche und eine Hinwendung zu einem stärker marktwirtschaftlich orientierten Wirtschaftssystem. Dubček strebte allerdings keinen Bruch mit der Sowjetunion an und auch ein Austritt aus dem Militärbündnis des Ostblocks, dem Warschauer Pakt, war kein Thema.

«Brüderliche Hilfe»

Trotzdem ging der sogenannte Prager Frühling den Mächtigen der anderen Ostblockstaaten zu weit. Neben dem stalinistischen Flügel der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei machten sich besonders auch die Regimes der DDR und Bulgariens in Moskau für eine Intervention stark.

Nachdem es der Sowjetunion auf dem Verhandlungsweg nicht gelungen war, die ČSSR wieder auf Kurs zu bringen, begannen die Vorbereitungen für einen Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen. In der Nacht auf den 21. August 1968 überschritten Soldaten aus der UdSSR, Polen, Ungarn und Bulgarien die Grenzen der Tschechoslowakei. Die Niederschlagung des Prager Frühlings wurde der Welt als «brüderliche Hilfe» verkauft. Wie die Invasion ablief und welche Folgen sie für die Tschechoslowakei hatte, sehen Sie in der Infografik.

Hier gehts zur Infografik >>>

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Che El Commandante am 21.08.2013 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Der Westen ist nicht besser

    Das war wirklich ein Fehler diese friedliche Bewegung niederzuschlagen. Aber Westeuropa sollte da nicht mit dem Finger drauf zeigen den zu dieser zeit waren die NATO Staaten Spanien, Portugal, Griechenland Türkei auch von Militärdiktaturen regiert. Nicht zu vergessen wieviele Diktatoren durch US mithilfe in Chile, Argentinien usw an die Macht kamen und vom Volk gewählte Leute beseitigten

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  • Hanspi am 21.08.2013 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Die Zeiten haben sich geändert.

    Und ohne rassistisch zu klingen, im Herbst 1968 kamen zum zweiten Mal, nach den Ungaren 1956, osteuropäsche Flüchtlinge in unser Land, "die nicht wussten, was IV oder Sozialhilhe bedeutet."

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  • Alfred Baumann am 21.08.2013 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Friede und Wohlstand sind heikle Güter

    Mit Seitenblick auf aktuelle Vorgänge möchte ich zum besseren Verständnis von Machtpolitik die Lektüre der Geschichte anregen. Hier ein paar Kardinalpunkte: Nach-1.weltkriegsverträge u.a.1918 Staatsgründung CSR; Russische Revolution Beistandspakt von 1925 (nicht erfüllt) mit Frankreich (England Russland) Münchnerabkommen von 1938 Konferenz von Jalta Februar 1945 Kommunistischer Putsch 1948

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alfred Baumann am 21.08.2013 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Friede und Wohlstand sind heikle Güter

    Mit Seitenblick auf aktuelle Vorgänge möchte ich zum besseren Verständnis von Machtpolitik die Lektüre der Geschichte anregen. Hier ein paar Kardinalpunkte: Nach-1.weltkriegsverträge u.a.1918 Staatsgründung CSR; Russische Revolution Beistandspakt von 1925 (nicht erfüllt) mit Frankreich (England Russland) Münchnerabkommen von 1938 Konferenz von Jalta Februar 1945 Kommunistischer Putsch 1948

  • naran garmaa am 21.08.2013 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mike

    ich glaube nicht das denen geht es heute viel besser als damals

  • Che El Commandante am 21.08.2013 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Der Westen ist nicht besser

    Das war wirklich ein Fehler diese friedliche Bewegung niederzuschlagen. Aber Westeuropa sollte da nicht mit dem Finger drauf zeigen den zu dieser zeit waren die NATO Staaten Spanien, Portugal, Griechenland Türkei auch von Militärdiktaturen regiert. Nicht zu vergessen wieviele Diktatoren durch US mithilfe in Chile, Argentinien usw an die Macht kamen und vom Volk gewählte Leute beseitigten

    • Mike Cadell am 21.08.2013 12:03 Report Diesen Beitrag melden

      Sehr, sehr ironisch

      Der Name, den du dir gegeben hast um zu kommentieren. Wenn du auf der anderen Seite des politischen Spektrums wärst, würdest du dich vermutlich Heydrich nennen. Genau so ein Mörder wie Guevara. Zumindest die Ungarn haben dien Russen ja gezeigt, dass sie sich das nicht bieten liessen.

    • Harry am 21.08.2013 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Musste ja kommen

      Wenn man schon so unsinnig aufrechnen will: in wieviele "Bruderländer" sind diese Diktaturen einmarschiert? Einfach mal informieren wieviele Menschen in, und von, der stalinistischen UDSSR ermordet wurden und sich wundern. Historiker schätzen dass es so 15-20 Millionen waren. Da hat der "böse Westen" noch etliches zu tun um gleich zu ziehen.

    • Hanspi am 21.08.2013 12:27 Report Diesen Beitrag melden

      Problem des "Kalten Krieges".

      Ja Che, aber Griechenland, Portugal und Spanien wussten längst vor dem Fall des "Eisernen Vorhang", wie man zu einer Demokratie zurückkehrt.

    • Hermann am 21.08.2013 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Der Fehler des Westens war

      Deutschland nicht bei der Vernichtung des Kommunismus geholfen zu haben. Millionen von Toten wären verhindert worden

    • War dabei am 21.08.2013 13:24 Report Diesen Beitrag melden

      Du hast Null Ahnung

      Ich war dabei damals in Prag. Im Westen gab es absolut keine Militärdiktaturen und wir in Prag haben gebetet, dass uns die NATO endlich helfe.... Und die Kommunisten waren es, die "vom Volk gewählte Leute besitigten"

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  • Hanspi am 21.08.2013 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Die Zeiten haben sich geändert.

    Und ohne rassistisch zu klingen, im Herbst 1968 kamen zum zweiten Mal, nach den Ungaren 1956, osteuropäsche Flüchtlinge in unser Land, "die nicht wussten, was IV oder Sozialhilhe bedeutet."

    • Jaro am 21.08.2013 11:14 Report Diesen Beitrag melden

      Heimat verlassen

      Ich war direkt betroffen und froh in der Schweiz eine neue Heimat zu finden. Die alte Heimat zu verlieren war schrecklich. Man kann sich nicht vorstellen wie schlimm es ist die eigene Heimat zu verlassen und seine Angehörigen nie mehr oder sehr lange nicht mehr zu sehen. Es gibt sicher unter den Flüchtlingen auch solche, welche dies ausnützen, aber ich war sehr froh, dass ich korrekt und mit Würde behandelt wurde. So konnte ich mich integrieren und eine neue Heimat finden, welche mir sehr viel bedeutet!

    • FLÜCHTLING am 21.08.2013 11:34 Report Diesen Beitrag melden

      Positiv

      und die meisten sind wieder in ihr heimatland zurückgekehrt und die, welche hier eine neue Heimat gefunden haben, haben sich gut integriert, oder haben Sie schonmal von kriminellen akten etc. von Personen mit migrationshintergrund aus diesen Ländern gehört?

    • Lukas Müller am 21.08.2013 12:53 Report Diesen Beitrag melden

      Aber anders als Sie glauben

      Soso, und die ganzen Italiener, haben Sie die vergessen? Ausserdem ist Sozialhilfe, es steckt ja schon im Wort, eine Erfindung sozialistischer Regierungen, welche die Schweiz dann mal übernommen hat. Setzen 6.

    • Hanspi am 21.08.2013 13:11 Report Diesen Beitrag melden

      Sie haben wohl eine "1" gemeint?

      @Lukas Müller. Oh mit einer Sechs setzt man sich in der Schweiz gern.

    • Rudi Rüssel am 21.08.2013 16:27 Report Diesen Beitrag melden

      Ist ja klar

      Natürlich nicht - in den kommunistischen Ländern kam Mutter Staat für alles auf. Ist ja klar, dass sie nichts darüber wussten. Was ich mich aber frage: was soll die komische Aussage? Will Hanspi damit sagen, dass die Einwanderer nur profitieren wollten? Oder waren sie zu doof die Hilfe in Anspruch zu nehmen? Was meint Hanspi genau??

    • Mike Cadell am 21.08.2013 16:59 Report Diesen Beitrag melden

      Wirklich, Lukas Müller

      Und genau darum gab es so was wie unsere Sozialhilfe in den sozialistischen Ländern auch gar nicht. Sie glauben wohl, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

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