Bewerbungsgespräch

15. Februar 2011 19:53; Akt: 16.02.2011 09:17 Print

Das interessiert Chefs wirklich

von Elisabeth Rizzi - Bei Job-Interviews werden Kandidaten mit persönlichen Fragen bombardiert. Wer ausweichend antwortet, vergibt seine Chancen.

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Bewerbungsgespräche sind ein Horror. «Was bringt Sie auf die Palme?», «Wo sehen Sie Ihre Stärken und Schwächen?», «Wie haben Sie eine schwierige Situation überstanden?» Solche und ähnliche Fragen prasseln auf die Kandidaten nieder. Was soll man bloss antworten? «Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten», beruhigt Matthias Mölleney, Leiter des Center for Human Resources Management & Leadership an der HWZ.

Aber: «Personalchefs schätzen klare und präzise Antworten.» Deshalb solle man besonders die Punkte darstellen: Wer bin ich und was kann ich besonders gut? Will heissen: Erzählen Sie von Ihren hervor­ragenden Englischkenntnissen. Verschweigen Sie nicht, dass Sie auch in Ihrer Freizeit Finanzzeitschriften lesen. Und erwähnen Sie als Studienabgänger, dass Sie bereits Führungserfahrung als Pfadileiter gesammelt haben.

Ein gängiger Fehler im Bewerbungsgespräch: «Auf die Frage nach ihren Stärken und Schwächen antworten fast alle zuerst mit ‹Ich bin ungeduldig.›» Das ist taktisch nicht geschickt: «Man sollte seine Stärken betonen», so der Experte. Wer zuerst seine Stärken ausführt, lässt weniger Gesprächszeit für seine Schwächen übrig. Wer antwortet, eine Kokosnuss bringe ihn auf die Palme, kommt zwar schlagfertig daher, kriegt deshalb aber nicht unbedingt die Stelle, erklärt Mölleney. «Personalchefs wollen sich vor allem ein Bild davon machen, wie sich der Bewerber im Job mit Kollegen und Vorgesetzten verhalten würde.» Dazu gehöre auch abzuschätzen, ob die Persönlichkeit des Kandidaten ins Team passe – also auch, ob jemand schnell ausraste.