Atizo

07. Juni 2011 22:49; Akt: 07.06.2011 23:17 Print

Ideen lassen bei Bernern die Kasse klingeln

von Elisabeth Rizzi - Seit der Internetblase haben Ideenfirmen nicht den besten Ruf. Das Berner Jungunternehmen Atizo ist aber ein Beispiel dafür, wie man mit Hirn allein Geld machen kann.

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Christian Hirsig, CEO und Gründer von Atizo.

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Ende der Neunzigerjahre haben die Internetpioniere davon geträumt, mit Ideen über den Cyberspace Geld zu machen. Hochbewertete Firmen wie zum Beispiel Think Tools platzten in der New-Economy-Blase. Zehn Jahre später gelingt es nicht nur etwa Facebook, sondern auch einem kleinen Berner Jungunternehmen, mit einer Internetcommunity Kasse zu machen. Atizo hilft Firmen, eine Fragestellung für Produkt-, Dienstleistungs- oder Marketingideen zu entwickeln, und lässt eine wachsende Internetcommunity von inzwischen mehr als 10 000 Usern auf www.atizo.com darüber brüten. Die Firmen wählen die besten Ideen aus und bezahlen den Ideenlieferanten eine Prämie.

Was nach handgestricktem Garagen-Start-up klingt, hat bereits BMW, Mammut oder die Migros als Kunden gewonnen. Ein Beispiel ist die Migipedia-Konfitüre, die ab September 2011 in die Regale der Migros kommen soll. Hier bestimmen die User die Zutaten und den Namen der Marmelade. «Wir waren 2004 begeistert, wie Internetnutzer akribisch bestehendes Wissen auf Wikipedia festhalten. Dieses Phänomen wollten wir für neues Wissen nutzen», erinnert sich Geschäftsführer und Atizo-Gründer Christian Hirsig an die Anfänge. Doch erst 2007 war der richtige Dreh gefunden. Diesen Herbst soll Atizo mit seinen zehn Angestellten den Break-Even schaffen. Dass Atizo Opfer von Nachahmern und dereinst überflüssig wird, weil alle Firmen eigene Communitys ins Leben rufen, fürchtet Hirsig indes nicht. Denn die Atizo-Mitarbeitenden beraten Firmen auch dabei, kundeneigene Plattformen aufzusetzen, und bauen diese für die Unternehmen gleich auf.

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