Internet am Arbeitsplatz

27. März 2011 23:02; Akt: 27.03.2011 20:47 Print

Klare Regeln verhindern Missverständnisse

von Othmar Bertolosi & Gabriel Aeschbacher - Job und Ablenkung sind nur wenige Mausklicks voneinander entfernt. Für das Nebeneinander von Surfen und Arbeiten braucht es klare Spielregeln und Vernunft.

Fehler gesehen?

Gregor Müller (41)* arbeitet für einen grossen Versicherer und weiss, dass das Surfen auf nicht erwünschten Seiten im Extremfall zu einer Kündigung führen kann.

Zu den gesperrten Seiten gehören nicht nur Sexseiten, sondern auch harmlose wie zum Beispiel Facebook. Müller hat Verständnis dafür, dass sein Arbeitgeber hart durchgreift, denn für ihn ist ohnehin kein Thema, während der Arbeitszeit zu surfen, «weil mir die Zeit dazu schlicht fehlt». Was Mitarbeitende am Büro-PC dürfen und was nicht, beschäftigt auch Juristen, wie Daniel Schoch von meyerlustenberger in Zürich bestätigt. Er sagt, für den Arbeitgeber dürften durch die private Internetnutzung keine zusätzlichen Kosten entstehen. Wichtig sei, dass die Arbeitskraft dem Betrieb uneingeschränkt zur Verfügung stünde. Was sich hinter diesen Floskeln verbirgt, kann manch einen ins Schwitzen bringen. Der Bruder von Thomas Bürgin* gehört dazu. Er sagt, bei Vertragsunterzeichnung hätte er gleich einen ganzen Ordner in die Hand gedrückt bekommen – und diesen unterschrieben, ohne die Details zu kennen. «Ganz wichtig ist aber, dass Kontrollmassnahmen ohne Zustimmung der Betroffenen nicht zulässig sind», führt Anwalt Daniel Schoch aus. Alles in allem ist auf Seiten der Mitarbeitenden Vernunft gefragt: Ausflüge ins Internet sollen kurz und massvoll sein, so dass weder technische noch juristische Mittel beigezogen werden müssen.

*Namen von der Redaktion geändert

www.seminare.ch/facebook-info.html
www.meyerlustenberger.ch
www.kundennutzen.ch/arbeitsort.php
www.yourlaw.ch