Richtige Vorbereitung

01. März 2011 20:00; Akt: 01.03.2011 21:55 Print

So bekommt man die Nervosität in den Griff

von Elisabeth Rizzi - Lampenfieber kann den besten Vortrag zunichtemachen. Doch gegen das Herzklopfen und das Zittern lässt sich einiges unternehmen.

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Man steht auf dem Podium und weiss nicht mehr, was man sagen will. Die Stimme wird brüchig, das Publikum raunt. Solche Situationen sind selten. Häufig ist aber die Angst davor – und ihre Folge: das Lampenfieber. «Praktisch jeder hat Lampenfieber», erklärt der Mediziner Klaus Neftel.

Nur: Bei manchen Rednern steigt der Puls bloss um zehn Schläge. Andere treibt die Angst zum Herzrasen und zum Zittern. Je höher der Puls und je stärker das Zittern, desto unkontrollierter werden Bewegungen und Stimme.

Neftel hat das Lampenfieber anhand von Musikern studiert. Als Tipps nennt er, vor dem Pub­likum herumzulaufen, statt sich ans Pult zu klammern. Weiter helfe es, Kontakt mit dem Publikum aufzunehmen. «Erzählen Sie etwas Persönliches von sich, statt alles perfekt machen zu wollen», so der Experte.

Um die Angst aber wirklich loszuwerden, gebe es nur eins: sich immer wieder der Auftrittssituation auszusetzen. «Man kann Präsentationen auch ­zur Probe halten, etwa vor der ­Sekretärin oder kritischen Mitarbeitenden», empfiehlt Neftel.

Entspannungsübungen vor einem Vortrag könnten dagegen fatal sein: «So macht man die Rezeptoren oft erst richtig scharf auf Adrenalin. Die Chance steigt, beim Auftritt einen Puls von 160 zu erreichen.» Besser sei leichte Bewegung. Darüber hinaus helfe Freude. «Wem es gelingt, lustvoll an die Aufgabe heranzugehen, versagt nicht.»

Hilft alles nichts, hemmen laut Neftel Betablocker die ­körperliche Angstreaktion wirksam – und ohne die Nebenwirkungen von Beruhigungsmitteln oder Alkohol.