Stress lass nach...

25. März 2012 23:26; Akt: 26.03.2012 00:13 Print

Stress effizient abbauen

Er raubt uns den Schlaf und macht uns krank. Doch das muss nicht sein. Wer in Stresssituationen richtig reagiert oder diese gar zu vermeiden weiss, lebt besser und gesünder.

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Um nicht in der Flut von zu viel Arbeit zu ertrinken, muss man zwischendurch auch einmal klar und deutlich NEIN sagen können. (Bild: fotolia)

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Ein gesundes Mass an Stress ist für den Menschen lebensnotwendig und ein wichtiger Faktor für die Evolution. Bei einem Übermass an Stressoren allerdings gelangen Körper und Geist an ihre Grenzen. «Die psychischen Folgen ergeben sich aus der chronischen Überforderungssituation die der Mensch durch seine intellektuelle und emotionale Kompetenz nicht im Stande ist zu lösen», sagt Dr. med. Gianmarco Sala.

«Anstelle des Grosshirns, das relativ langsam arbeitet, werden bei Stress vermehrt schematische Entscheidungsmuster des Stammhirns aktiviert, was zu Störungen des vegetativen Nervensystems und zur Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin führt. Betroffene reagieren darauf mit Insuffizienzgefühlen, Selbstzweifeln, Versagerängsten, Aggressionen, Konzentrationsschwierigkeiten, Depersonalisation, Vergesslichkeit, Schlaflosigkeit und Albträumen was letztlich in einer Depression münden kann. Auf der physischen Ebene kann je nach Stressor - dies kann auch ein Toxin, Umweltgift, Sport, einseitige oder falsche Ernährung sein - die gesamte Palette von internistischen Erkrankungen vom Herzinfarkt und Schlaganfall über funktionelle Störungen wie Reizdarm, Schwindel, Migräne bis hin zu Krebserkrankungen die Folge sein», so der Allgemeinmediziner weiter. Doch dagegen kann man vorbeugen.

«Am effektivsten ist es, für sich Zeit zu nehmen und sich zu notieren, welche Situationen mich in Stress versetzen und was konkrete Auslöser für Stress, so genannte Stressoren, für mich persönlich sind», so Evelyn Wenzel, dipl. Psycho-Physiognomin und Motivationstrainerin. «Sobald ich mir bewusst mache, was mich in Stress versetzt und wie mein Körper darauf reagiert, bin ich den Situationen nicht mehr hilflos ausgeliefert, da ich sie nun zumindest kenne. Auf diese Weise können wir unsere konditionierten Reaktionsmuster verändern, indem wir sie durch neue, besonnene Reaktionen ersetzen», sagt Evelyn Wenzel. In akuten Situationen soll man immer zuerst tief durchatmen und anstelle einer emotionalen oder impulsiven Reaktion eine Sekunde Zeit für Besonnenheit zulassen.

Der Tipp von Evelyn Wenzel: «Hilfreich ist, sich für akute Situationen eine Art Mantra einzuprägen, das man innerlich mehrmals hintereinander aufsagen kann. Ein solches Mantra wäre z. B." Ich bin Ruhe und Kraft" oder "Eins nach dem anderen." Dadurch schaffen wir Distanz zu den Gefühlen und oft erkennen wir dabei, dass wir uns mit einer impulsiven Reaktion nur selbst schaden und lähmen.» Doch noch effizienter und nachhaltiger als der Abbau von Stress ist die vorsorgliche Vermeidung von Stresssituationen. Stress entsteht oft aus dem Anspruch, in allem perfekt sein zu müssen und zu viele Verpflichtungen einzugehen.

«Meiner Meinung nach können wir bereits einen grossen Teil des Stresses reduzieren, wenn wir Tätigkeiten bewusst statt nebenbei ausführen und Dinge mit Freude tun, statt mit Widerwillen. Getan werden müssen gewisse Aufgaben ohnehin», sagt Evelyn Wenzel dazu. «Es ist auch hilfreich, sich selbst zu hinterfragen, ob all die Dinge, die ich für wichtig halte und die mir regelmässig Stress bescheren, auch tatsächlich diesen Stellenwert haben oder nicht doch reduziert werden könnten», so die Mentaltrainerin weiter. Wichtig ist, die eigenen Ressourcen realistisch einzuschätzen und sich zeitlich nicht ständig unter Druck zu setzen. Oder wie es Dr. med. Gianmarco Sala auf den Punkt bringt: «Man muss auch einmal nein sagen können, auch wenn das bisweilen auf wenig Verständnis stösst.»

www.de.wikipedia.org/wiki/Stress
www.stress-abbauen.de
www.coaching-wenzel.ch

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