Burn-out

23. August 2019 08:00; Akt: 25.08.2019 20:05 Print

Wege aus dem Burn-out: Erkenntnis ist Schritt eins

von Martina Tresch - Ständig erschöpft und gestresst. Das Gefühl, versagt zu haben. Burn-out betrifft immer mehr Menschen.

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Mehr als nur eine Modeerscheinung: Jede vierte erwerbstätige Person hat Stress am Arbeitsplatz. (Bild: Adobe Stock)

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«Ich fühle mich ausgelaugt. Hartnäckige Schlafstörungen bestimmen meine Nächte, damit verbunden tauchen Ängste auf, die Aufgaben des nächsten Tages aus Müdigkeit nicht mehr bewältigen zu können.» Reto Vacchelli beschreibt, wie er sich vor einiger Zeit gefühlt hat. Damals, als er an einem Burn-out erkrankt war. Gemäss dem Job-Stress-Index 2018 hat rund jede vierte erwerbstätige Person Stress am Arbeitsplatz.

«Die Zahl der Burn-out-Krankschreibungen ist innerhalb der letzten fünf Jahre stark gestiegen», beobachtet Stress-Expertin Evi Giannakopoulos. Besonders gefährdet seien Menschen in sozialen Berufen, also Krankenpfleger, Lehrer, aber auch Manager, Schichtarbeiter oder berufstätige Familienfrauen. Unter Burn-out versteht man den Zustand totaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit, der sich über längere Stressphasen entwickelt.

Wie er diese Dauererschöpfung erlebt hat, beschreibt Werbeberater Reto Vacchelli in einem Blogbeitrag «Die Burn-
out-Gesellschaft». Die vielen Einflüsse von aussen, die er nicht adäquat verarbeitet habe, hätten zu innerer Gereiztheit geführt, erklärt er darin. «Weitere Anzeichen einer Erschöpfungsdepression sind Magenbeschwerden, Allergien und Gelenkschmerzen. Hinzu kommen Energieverlust und die anhaltende Müdigkeit.» Die innere Unruhe und das ­Gefühl, mit immer mehr Aufwand immer weniger erledigen zu können, nennt Evi ­Giannakopoulos als weiteres Anzeichen für ein Burn-out.

Noch immer ist ­Burn-out ein Tabu, Gefühle des Versagens plagen Betroffene. «Burn-out hat nichts mit versagen zu tun», hält Evi Giannakopoulos fest. Die Erkenntnis, dass Veränderung und Hilfe nötig sind, ist der erste wichtige Schritt, betont die Stress-Expertin. Ein erfahrener Stress-Coach, der Hausarzt oder eine Psychologin könnten eine gute erste Anlaufstelle sein. «Meine Klienten, die mit einem Burn-out zu mir kommen, sind sehr froh, dass sie Hilfe angenommen haben, denn das ist der erste Schritt zur Veränderung», sagt die Entwicklerin der stress­away®-Methode.

Reto Vacchelli hat einen Weg aus dem Burn-out gefunden und rät: «Wir müssen das, was Leben ausmacht, das Dynamische, Unvorhergesehene, Herausfordernde, wieder zulassen. Und wir sollten wieder lernen, jene Augenblicke zu geniessen, in denen wir uns verlieren und unseren Alltag vergessen.»

www.stressaway.ch
www.paracelsus-schulen.ch
www.bildung-schweiz.ch/topics/burnout-praevention