Landung geglückt

06. August 2012 02:30; Akt: 06.08.2012 15:37 Print

«Curiosity» ist auf dem Mars gelandet

Nach einer achteinhalbmonatigen Reise ist das «Mars Science Lab» mit dem Rover «Curiosity» auf dem Mars angekommen. Eine Hauptherausforderung der 2,5-Milliarden-Dollar-Mission ist geglückt.

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Der Roboter «Curiosity» ist auf dem Mars gelandet. «Landung bestätigt», sagte ein Mitglied der US-Raumfahrtbehörde NASA am Montagmorgen Schweizer Zeit im Kontrollzentrum im kalifornischen Pasadena.

Kurz nach 7.30 Uhr (MESZ) habe die NASA Signale einer sicheren Landung auf dem Mars empfangen und damit fast exakt zur errechneten Zeit. «Wir sind sicher auf dem Mars», bestätigte Ingenieur Allen Chen im kalifornischen Kontrollzentrum nach den durchlittenen «sieben Minuten des Schreckens» während des beispiellosen Landemanövers. «Curiosity» erreichte den Roten Planeten nach einem mehrmonatigen Flug. Kurz nach der Landung habe die Sonde bereits die ersten beiden Bilder zur Erde gesendet, teilte die NASA mit.

Die Landephase galt unter Experten als schwierigster Abschnitt der rund zwei Milliarden Euro teuren Mission. Ihre Anspannung war den Mitarbeitern insbesondere während der sieben Minuten langen Landephase ins Gesicht geschrieben.

Schwierige Landephase

Bei dem sehr komplizierten Landemanöver hätte vieles schiefgehen können. Die Flugkontrolle hatte «sieben Minuten des Schreckens» zu überstehen, als «Curiosity» die dünne Mars-Atmosphäre durchflog und von einer Geschwindigkeit von 20 920 Kilometern pro Stunde auf Null abgebremst werden musste.

Mit der Nachricht der erfolgreichen Landung brach minutenlanger Jubel im Kontrollzentrum aus. Die Mitarbeiter lagen sich in den Armen. Die Crew brach angesichts des mit Spannung erwarteten Ereignisses in Tränen aus, die Mitglieder des Kontrollteams umarmten sich und verteilten «Mars»-Schokolade. «Oh mein Gott», sagte einer der Forscher.


Angespannten Minuten im Kontrollzentrum in Kalifornien und grenzenloser Jubel nach der gelungenen Ankunft auf dem Mars. (Quelle: YouTube/NASA-TV)

«Wir sind wieder auf dem Mars», jubelte NASA-Chef Charles Bolden. «Es ist absolut unglaublich. Nichts kann das toppen.» US-Präsident Barack Obama lobte die Landung von «Curiosity» als eine «beispiellose Technologie-Leistung». «Heute haben die USA auf dem Mars Geschichte geschrieben», sagte Obama am Montag in Washington einer Mitteilung zufolge.

Die Landung des Roboterfahrzeugs der US-Raumfahrtbehörde NASA werde in der Zukunft als «Argument des Nationalstolzes» dienen. Er warte gespannt auf die Ergebnisse, die «Curiosity» liefern werde.

Nach der Zitterpartie war der Jubel und Applaus im Kontrollzentrum Jet Propulsion Laboratory derart riesig, dass dessen Leiter Charles Elachi um Ruhe bitten musste, um die anberaumte Pressekonferenz abzuhalten. «Dieses Team hat Gold zurückgebracht», verglich er seine Mannschaft mit den Athleten bei den laufenden Olympischen Spielen in London.

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Wo suchen?

Über den geeignetsten Landeplatz hat sich die Nasa nach eigenen Angaben lange den Kopf zerbrochen. Sie entschied sich schliesslich für den Gale-Krater, einen Schlund mit 154 Kilometern Durchmesser, von dessen Boden ein Berg fast 5000 Meter hoch aufragt – höher als jeder Berg in Europa. Am Fusse dieses Berges soll «Curiosity» aufsetzen und zu seiner Erkundungstour aufbrechen. Pro Tag kann der Rover 100 bis 300 Meter zurücklegen. Er ist in der Lage, unüberwindbare Hindernisse selbstständig zu umfahren - ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn man bedenkt, dass ein von der Missionskontrolle ausgelöster Steuerbefehl den Rover erst nach 14 Minuten erreicht.

Der Gale-Krater bietet laut der Nasa gleich aus mehreren Gründen die besten Voraussetzungen für eine Mission. Gesteinsformationen und Sedimente am Grund deuteten darauf hin, dass es hier einmal Wasser gegeben habe. Das wiederum eröffne die Möglichkeit, dass sich tief unter der Oberfläche noch lebende Mikroben befänden. Die Existenz flüssigen Wassers gilt als Voraussetzung für jedes Leben.


William Shatner erklärt die Landung von «Curiosity». (Video: YouTube/NASAtelevision)

Sammeln und analysieren

Vom Studium der fächerartigen Gesteinsschichten versprechen sich die Nasa-Forscher Einblicke in die lange Evolutionsgeschichte des Planeten, erläutert Projektmanager John Grotzinger vom kalifornischen Technologie-Institut Caltech in Pasadena. Um seine Aufgaben zu erfüllen, bringt «Curiosity» zehn ausgeklügelte Instrumente mit.

So kann der Roboter mit zwei an einem Masten befestigten Kameras dreidimensionale Aufnahmen machen und Panoramafotos liefern. Er verfügt über einen Laser, der die chemische Zusammensetzung des Marsbodens in einem Radius von rund sechs Metern erfassen kann, über einen zwei Meter langen Roboterarm und einen Bohrer, um Gesteinsproben zu sammeln. Im Bauch hat «Curiosity» die nötigen Vorrichtungen zur Analyse, inklusive Gaschromatograph und Quadrupol-Massenspektrometer.

Den nötigen Strom für das MSL liefern im Gegensatz zu vorherigen Rover-Missionen nicht Solarzellen, sondern eine Radionuklidbatterie. Sie enthält 4,3 Kilogramm Plutoniumdioxid. Die beim radioaktiven Zerfall entstehende Wärme wird zur Stromgewinnung und zur Aufrechterhaltung der Betriebstemperatur im Innern des Rover genutzt. Die Halbwertzeit von Plutoniumdioxid beträgt 87,7 Jahre. «Curiosity» könnte also weit über die geplante Missionsdauer von einem Marsjahr (rund zwei Erdjahren) aktiv bleiben und die Suche nach Leben auf dem Mars weiter fortsetzen.


Die Mission des MSL in 5:29 Minuten. (Video: NASA-TV)

(jcg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maz H am 06.08.2012 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig...

    ...wie die ganzen Weltverbesserer den grössten Meilenstein der jüngeren Raumfahrt schlecht reden. 2.5Mia sind zuviel? Dann wäre das Geld wohl besser in einem EU Rettungsschirm? Breaking News: "Der Schirm" von Curiosity funktionierte wenigstens! 2.5Mia über einen so langen Zeitraum sind extrem günstig. Euch Innovationsfeinden sollte der Zugang zu Technologie gesperrt werden, was glaubt ihr, wieso Computer entwickelt wurden?

    einklappen einklappen
  • Marcito am 06.08.2012 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Danke Nasa, Respekt den Ingenieuren des Jet Propulsion Laboratory. Hoffentlich schafft es Curiosity, wie seine Vorgänger Spirit und Opportunity, viele Jahre auf dem Mars zu forschen.

  • Olivet am 06.08.2012 23:59 Report Diesen Beitrag melden

    Hut ab!

    Kann nur sagen Hut ab, super gemacht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Schleckmaul am 07.08.2012 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    En Guete!

    Dabei weiss doch jedes Kind: Mars bringt verbrauchte Energie zurück! Also, essen wir den Mars und wir fühlen und gleich besser.

  • Olivet am 06.08.2012 23:59 Report Diesen Beitrag melden

    Hut ab!

    Kann nur sagen Hut ab, super gemacht.

  • Lukas am 06.08.2012 23:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Studiert mal

    Was denkt ihr wi die 2.5 mia hingehen? Auf den Mars? Nein! Das Geld geht an die Arbeiter, welche an diesem Projekt gearbeitet haben, an die Bergleute, welche sas Erz abgebaut haben, an die Ingenieure, welche entwickelten und und und! Aber hauptsache immer motzen und keine Lösungen bringen! 5min überlegen ist wohl zu viel verlangt

  • Mars Rover am 06.08.2012 22:58 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig gute Fotos kommen noch!

    @ Doby Mick: Erst in etwa 24 Stunden werden wir High Quality Fotos erhalten und (erstmals) in Farbe! Bis alle Instrumente 100% funktionsfähig sind dauert es noch ein Paar Stunden halt (Mars ist nicht gerade die Tür daneben. Schaut draussen in den Himmel nach den Mars, mit blossem Augen kann man es nicht sehen. Ihr könnt euch vorstellen wiue weit es ist.) und dann sehen wir endlich farbige Fotos von Mars! (Bisher wurde immer Schwarz/Weiss fotografiert und dann von der Nasa verbärbt um schöner zu sein.)

  • Peter Spuhler am 06.08.2012 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haltet den ball flach ;)

    Haltet mal dem ball flach, ihr jammert es wird zuviel geld für technik-forschung ausgegeben und der mensch sei ein konsumpirat der die welt zerstört? Ich seid kein bisschen besser oder wie bitte schreibt ihr einen kommentar auf 20min online - mit einem stein?