Sonnensturm

09. Juni 2011 13:50; Akt: 09.06.2011 15:23 Print

«Die Hauptladung ging an der Erde vorbei»

von Adrian Müller - Stromausfälle, gestörte Telekommunikation: Experten warnten vor der gigantischen Eruption auf der Sonne. ETH-Astrophysiker Arnold Benz sagt, wie gefährlich der Sonnensturm wirklich ist.

Ein neuer Nasa-Satellit dokumentiert die gigantischen Eruptionen auf der Sonne.
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Die US-Raumfahrtbehörde NASA sprach vom heftigsten Sonnensturm seit 2006. Der US-Wetterdienst NWS warnte, die «dramatische Eruption» könnte zu Störungen im Stromnetz und bei der Satellitennavigation führen. Der renommierte ETH-Astrophysiker Arnold Benz gibt aber Entwarnung.

Er beobachtete in den letzten Tagen die Geschehnisse auf der Sonne mit seinen im Kanton Aargau stationierten Radioteleskopen «Phönix» und «Callisto». «Die Hauptladung der Sonnenpartikel ist mit Lichtgeschwindigkeit an der Erde vorbeigeflogen», sagt Benz zu 20 Minuten Online. Abgesehen von Nordlichtern habe man auf der Erde nichts vom Sonnensturm bemerkt. «Die Menschen müssen sich keine Sorgen machen», so der 66-jährige ETH-Professor.

Satelliten ausgefallen

In erster Linie sind die teilweise milliardenteuren Satelliten gefährdet: «Im Februar ist unser Herschell-Satellit aufgrund von Sonnenpartikeln einen Tag ausgefallen», erklärt Benz, der auch an Forschungsprojekten der ESA mitarbeitet. Die Eruption sei damals stärker gewesen als jene von dieser Woche.

Der Grund, weshalb jetzt die ganze Welt auf die Sonne schaut, sind die spektakulären 3D-Bilder, welche ein neuer NASA-Satellit erstmals geschossen hat. «Diese Aufnahmen sind für die Forschung wie eine Erleuchtung», frohlockt Benz. Erstmals sehe man den räumlichen Zusammenhang der Ausbrüche, wie etwa das Auswurfmaterial der Sonne hoch- und wieder runterfliegen. So könne man die Eruptionen besser verstehen und erkennen, wie viel Material in das All geschleudert wird.

Wetterprognose für den Weltraum als Ziel

«Ein Ziel der Forschung ist, eine Art Wetterprognose für den Weltraum zu erstellen», erklärt Benz. Je nach Sonnenaktivität könnte man so Satelliten frühzeitig «herunterfahren» und so die empfindlichen Systeme vor den Sonnenpartikeln schützen.

Arnold Benz im Videointerview mit Keystone:


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jacky M. am 08.06.2011 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Naja, könnte, würde, hätte....

    Aber mal angenommen, es gibt wirklich dann Stromausfälle - ist doch toll, dann können wir schon mal für die Zukunft üben!

  • Hehe am 08.06.2011 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Der Wind kommt...

    Hoffentlich stinkts nicht...

  • Seline am 09.06.2011 08:23 Report Diesen Beitrag melden

    Warum macht man nichts dagegen?

    Warum unterimmt man nichts, dass solche Sonnenstürme nicht mehr vorkommen? Es kann doch nicht sein, dass das man nichts dagegen macht. Das Natel(tm) Netz darf doch nicht ausfallen gelassen werden. Kann man nicht irgend eine Rakete zu der Sonne schiessen, dass das nicht mehr vorkommt?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • hubertus klein am 15.06.2011 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    sonnenstürme

    richtig ist, das es sonnenstürme schon immer gegeben hat. solange wir als kommunikationsmedium noch die trommel hatten, war es auch egal, ob und mit welcher intensität die sonne gestürmt hat. aber heute, wo wir alle so wunderbar vernetzt sind, wo ohne handykommunikation die halbe welt existenzprobleme bekommt, da ist es schon interessant, wie stark die sonne das alles beeinflussen kann.

  • Dumm und dümmer am 09.06.2011 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    Einmal mehr

    Hier spielen sich einmal mehr irgendwelche "Wissen"schaffer zu Wissenden auf... als hätte es in den letzten zigtausend Jahren diese Eruptionen nicht gegeben. Es ist einfach eine Panikmache für nichts. Wenn die Menschheit so labil dastehen würde, dass Sonnenwinde sie empfindlich stört, wäre es im Sinne der Evolultion, sie auszurotten und was besseres, robusteres hervorzubringen!

    • Chris am 13.06.2011 13:52 Report Diesen Beitrag melden

      Dumm?

      In den letzten zigtausend Jahren gab es aber auch keine elektronische Kommunikation! Wenn Sie gerne auf Satellitennavigation, schnurlose Telefonie, vielleicht sogar Strom verzichten, dann haben Sie recht, dann braucht es diese Wissenschaftler nicht!

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  • Tobi am 09.06.2011 18:32 Report Diesen Beitrag melden

    5'000 oder 300'000km/s ?

    gestern noch hiess es, dass sich der Parikelsturm mit 5000 km/s auf die Erde zubewegt, heute sind es 300'000... was stimmt nun? Da Nichts so schnell wie Licht ist, tippe ich auf 5'000km/s

    • Mc Gregor am 13.06.2011 17:20 Report Diesen Beitrag melden

      Da irren Sie.

      Zum einen ist das Licht nicht überall gleich schnell. Beispielsweise ist die Lichtgeschwindigkeit im Sonneninneren kleiner als die Geschwindigkeit gewisser Teilchen. Nur im Vakuum beträgt die Lichtgeschwindigkeit rund 3x10 hoch 8 m/s. Bei derartigen Eruptionen werden die Teilchen auf ANNAEHERND Vakuumlichtgeschwindigkeit beschleunigt.

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  • billy am 09.06.2011 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    störung

    aus unseren telefonen im geschäft war nur ein knistern zu hören.

    • Kude Feller am 13.12.2011 14:52 Report Diesen Beitrag melden

      Störung

      Das waren Mäuse.die die Leitug anknaberten.

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  • Mannomann aus Winterthur am 09.06.2011 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Zahlen sind Glücksache

    Zahlen und Daten sind Glücksache. Entgegen Ihrem Bericht sind die Partikel mit mehreren 1000 km pro Sekunde an der Erde vorbeigeflogen. Bei Strahlungen mit Lichtgeschwindigkeit, wie beispielsweise beim Todesstoss eines Neutronensternes, gibt es vorerst noch keine Vorwarnung. Und das würde uns dann auch nicht mehr stören.....