Wesen ohne Anus

01. Februar 2017 11:02; Akt: 01.02.2017 11:02 Print

«Faltiger Sack» ist ältester Vorfahre des Menschen

Gestatten, unser aller Stammvater: Saccorhytus coronarius, der vor rund 540 Millionen Jahren in den Gewässern des heutigen China zu Hause war.

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Auf den ersten Blick ist die Verwandtschaft nicht gleich zu erkennen, doch offenbar handelt es sich bei dem in China entdeckten Fossil um den ältesten bekannten Vorfahren des Menschen: Saccorhytus coronarius.

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Seinen Namen verdankt das gespenstische Wesen seinem Aussehen: Es bedeutet nichts anderes als «faltiger Sack mit Kronenmaul», wie die verantwortlichen Forscher im Fachjournal «Nature» berichten.

Ähnlichkeiten und Unterschiede

Gefunden hat die versteinerten Überreste ein internationales Forscherteam um Jian Han von der Universität Nordwestchinas in rund 540 Millionen altem Kalkstein in der zentralchinesischen Provinz Shaanxi.

Nachdem die Wissenschaftler es aus dem umgebenden Kalkstein extrahiert hatten, rekonstruierten sie das bis dato unbekannte Wesen mithilfe von Elektronenmikroskop und Computertomografie (siehe Bildstrecke).

Gestalt und Alter der Fossilien lassen darauf schliessen, dass es Han und seine Kollegen mit einem urtümlichen Vertreter der Neumünder (Deuterostomia) zu tun haben.

Acht Körperöffnungen, keinen Anus

Neumünder gelten als früheste Vorfahren des Menschen. Unbekannt war bislang , was vor ihnen war. Weil sie schon früh grosse Unterschiede aufweisen, war es laut den Forschern schwierig, herauszufinden, wer oder was ihr gemeinsamer Vorfahre sein könnte. Diese Lücke könnte nun Saccorhytus coronarius schliessen.

Die Neuentdeckung ist laut dem Team um Han der primitivste Neumünder, der bisher gefunden wurde. So besitzt er – anders als bekannte Arten – keinen Anus. Stattdessen besass Saccorhytus coronarius ein vergleichsweise grosses, sackartiges Maul, das die Nahrung aufnahm.

Über den Körper verteilt sind weitere acht Körperöffnungen, die eine primitive Vorform von Kiemen gewesen sein könnten, um das unnötige Wasser wieder abzugeben. All das zeigt laut den Forschern, wie komplex bereits unsere Vorfahren waren.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto Schöni am 01.02.2017 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsinnige Frage

    Der Artikel ist sehr interessant und durchaus glaubwürdig. Unsinig ist aber die Frage, ob dieses Tier der älteste Vorfahre von uns Menschen ist. Evolution ist ein kontinuierlicher Prozess, der bis auf die Entstehung von sich reproduzierendem Leben zurück geht. Es gibt also ohne Zweifel, eine riesige Zahl von noch älteren Vorfahren, auch wenn wir nur von einem kleinen Teil von ihnen Fossilien finden können.

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  • wurks am 01.02.2017 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz der Ur-Granddaddy?

    Ich wünschte, Ur-Granddaddy könnte seine Enkelin sehen. Ich sehe ihm kaum ähnlich. Daran sieht man, wie wenig dauerhaft vererbt wird. Wie werden wohl unsere Enkel in ein paar Millionen Jahren aussehen?

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  • Aluminiminimum am 01.02.2017 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    one more

    "Es ist nicht das erste Mal, dass der Stammbaum des Menschen neu geschrieben beziehungsweise abgeändert werden muss. Zuletzt führte ein Fund aus der äthiopischen Wüste zu einer Änderung." - Richtig! Und es wird auch nicht das letzte Mal sein, dass man ihn ein weiteres Mal ändert...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • CheckedBingBang am 02.02.2017 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Habt ihr es nicht kappiert?

    Schöpfungslehre und Evolutionstheorie ist das selbe, nur dass die Welt nicht in 7 Tagen erschaffen wurde, sondern in Millionen von Jahren. Schaut man sich die Schöpfungslehre an, dann merkt man dass die Reihenfolge wie sich das Leben entwickelt hat, genau gleich abläuft wie in der Evolutionstheorie.

  • qwertz am 02.02.2017 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    die Evolutionstheorie

    beschreibt nur WIE die Entwicklung des Lebens vor sich geht und nicht weshalb es Leben überhaupt gibt und woher es ursprünglich stammt. Die Evolution lässt genug Platz für einen Schöpfer.

  • Timo am 02.02.2017 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    "Nur eine Theorie"

    Hallo ihr Bibelschwinger. Bevor ihr die Evolutionstheorie verurteilt, eine Frage: habt ihr euch überhaupt jemals ernsthaft damit auseinandergesetzt was eine wissenschaftliche Theorie überhaupt ist? Der Begriff "Theorie" hat in der Wissenschaft eine andere Bedeutung als im alltäglichen Gebrauch. Macht euch mal schlau, oder bleibt halt weiter ignorant. Ich bin weder Atheist noch Agnostiker und halte die Evolutionstheorie trotzdem für überzeugend und rational. Hört auf mit der Schwarzweiss-Denke.

  • Thunder83 am 02.02.2017 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehirn?

    Der Arme, hoffentlich hatte er ein Gehirn. Dies wurde bei der laufenden Mutationen nicht immer weitergegeben...

  • Crea Tor am 02.02.2017 07:35 Report Diesen Beitrag melden

    Darwin-is-Stuss

    Lustig, dass es trotzdem, dass die Evolution bisher nur ne These ist alleungeprüft glauben. Und Charles Darwin war als Hochgrad-Freimaurer ja auch bestimmt kein Satanist...

    • Bill am 02.02.2017 10:18 Report Diesen Beitrag melden

      @Crea Tor

      Evolution ist tausendfach geprüft und somit längst keine These mehr. Evolution ist eine unbestreitbare Tatsache. Finden Sie es nicht ironisch, sich über "ungeprüft glauben" zu echauffieren, und dann solch kruden Verschwörungsnonsens von sich zu geben?

    • Saulus am 02.02.2017 16:29 Report Diesen Beitrag melden

      @Bill

      Vielleicht sollten Sie sich auch mal ein wenig mit dem Thema befassen. Die Evolutionstheorie ist immer noch eine Theorie und noch längst nicht bewiesen! Genauso wie die Schöpfung...aber als Beispiel: googeln Sie mal nach "Bombardierkäfer evolution" dann verstehen Sie auch ein wenig die Skeptiker der Evolutionstheorie ;)

    • Bill am 02.02.2017 18:05 Report Diesen Beitrag melden

      @Saulus

      Evolution ist eine bestens dokumentierte Tatsache. Die Evolutionstheorie ist die Anhäufung an Wissen, welche uns eine umfassende Erklärung für die Wirkmechanismen hinter dieser Tatsache liefert. Die Schöpfung hingegen ist KEINE Theorie. Sie liefert keinerlei erklärung für die observierbaren Phänomene und stellt keine überprüfbaren Prognosen auf. Sie ist somit nicht einmal eine Hypothese.

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